Kapitel 15 || Staubige Illusion ||

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Hallo!
Tut mir leid, dass es so lange gedauert hat. Allerdings ging es mir die vergangen Tage gesundheitlich nicht besonders gut. Aber diese Woche bekommt ihr zwei Kapitel, dieses und das reguläre am Samstag - falls ich es schaffe. Ich hoffe, es ist ein kleiner Trostpreis für euch :)

Des Weiteren würde ich mich über eure Meinung zu diesem Kapitel oder zum gesamten Buch freuen. Ganz egal was, schmeißt damit um euch, Hauptsache ich weiß, dass ihr da seid :)

Ich wünsche euch viel Spaß mit diesem Kapitel.
Liebe Grüße,
Eure Railey ((:
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|| Belal ||

Er fühlte sich wie neugeboren, als wäre er wie ein Phönix aus der Asche auferstanden. Belal spürte seine voll aufgeladene Energie, wie sie durch jede Zelle seines Körpers strömte. Er fühlte das Feuer in seinen Adern pulsieren und die Hitze auf seiner Haut. Unglaublich! Er hätte ot sein müssen! Die Flammen hatten ihn umschlungen wie ein Mantel. Panisch schlug

er die Augen auf und tastete hektisch seinen Körper ab. Nichts! Keine Verbrennungen! Keine Wunden! Nicht einmal seine Narben waren mehr zu sehen.

Was war nur geschehen? War er tatsächlich wie ein Phönix aus der Asche auferstanden? Hatte er noch andere magische Fähigkeiten – gehörte nicht nur das Feuer zu seinen Elementen?

Schnell suchten seine Augen den Kampfplatz ab. Sofort sprang er auf, als er sah, dass die kleine weißhaarige vom König fortgezerrt wurde. Der Kampf war noch lange nicht vorbei und niemand rührte das Mädchen an, solange er noch lebte.

„Was genau gedenkt ihr zu tun, eure Majestät?", sprach er laut und legte so viel Hohn und Spott in seine Worte, dass der König augenblich darauf ansprang. Er sah dabei zu, wie der König einen Befehl bellte und mit wuchtigen Schritten auf ihn zu stampfte. Würde er über die Macht des Elements Erde verfügen hätte er mit einem Schritt Belal dem Erdboden gleich gemacht.

Er schluckte das aufsteigende Gelächter runter und sammelte so viel Magie in seinen Händen, dass er einem erneuten Angriff standhalten konnte. Belal sah in den Augen des Königs große Verwirrung und pure Wut, darüber, dass er versagt hatte. Auch Könige waren nicht unfehlbar und allmächtig. Auch sie mussten einmal lernen, dass sie besiegbar und verletzbar waren. Diese Lektion wollte Belal dem Herrscher nur zu gerne erteilen. Sichtbar rieb er die Hände aneinander, sodass Magiefunken in alle Richtungen stoben und leckte sich dürstend nach einem Kampf über die Lippen.

Es war an der Zeit seine volle Macht über das Feuer auszutesten. Belal fühlte sich unbesiegbar und er glaubte fest daran, unsterblich zu sein. Allerdings schrie alles in ihm, trotzdem vorsichtig zu sein. Nach einem kurzen Seitenblick auf die Weißhaarige, die in Sicherheit war, startete er einen Angriff auf König Yuma.

Belal konzentrierte sich auf die Flamme in sich und trug sie nach außen. Seine Hände und Arme standen in Flammen – er war die Flamme. Er war eins mit sich und seiner Magie, er war das flammende Feuer. Sein Angriff verlief wie in Zeitlupe. Er holte zum Schlag aus und seine Faust flog langsam auf das Gesicht des Königs zu.

Die Wucht des Aufpralls schleuderte den bulligen Mann nach hinten. Dieser konnte sich gerade so fangen und auf den Beinen halten. In seinen Augen spiegelte sich die pure Überraschung wieder. Der König hatte seinen Angriff nicht kommen sehen, dafür hatte sich Belal zu schnell fortbewegt. Die Überraschung des Königs wandelte sich schlagartig in abgrundtiefe Wut und er fletschte die Zähne.

Belal wusste, noch bevor der König zum Gegenangriff ausholte, was dieser vorhatte. Instinktiv bewegte er sich und blockte den Schlag des Königs ab. Er konnte jede Bewegung seines Gegners voraussehen, als hätte er hellseherische Kräfte. Belal spürte dank seiner Magie, was er tun musste.

Der Kampf dauerte mehrere Stunden, für Belal fühlte es sich jedoch nur an wie wenige Minuten. Die Sonne bewegte sich allmählich gen Westen und der Himmel wurde in ein zartes Rot getaucht. Nichts außer höhnisch lachende Vögel und das Schnaufen des Königs waren zu hören. Belal spürte, dass auch seine Magie sich der Erschöpfung näherte. Aufgeben war keine Option. Er würde nicht so einfach aufgeben. Er kämpfte und das bis zu seinem letzten Atemzug.

Der Staub legte sich in der Zeit, in der sie nicht kämpften. Nun konnte Belal die goldene Garde ausmachen, die sie eingekreist hatte. Wieder drang das höhnische Gelächter der Vögel, welches allem Anschein nach an ihn gerichtet war, an sein Ohr. Ganz egal wie der Kampf ausgehen würde, er war ein toter Mann. Er würde beim Kampf sterben, oder danach.

Angestrengt überlegte der Langfinger, wie er sich aus der festzugezogenen Schlinge befreien konnte. Plötzlich kam ihm etwas in den Sinn, auf das er schon früher hätte kommen können. Grinsend begann er sich nach rechts zu bewegen und automatisch folgte der König ihm. Sie vollzogen eine Art Tanz, nur um auf den gegenüberliegenden Plätzen zum Stehen zu kommen.

Das rechte Bein schob er schräg nach hinten, ging mit dem linken Bein in die Knie und stützte sich mit den Händen auf dem Boden ab. Für Außenstehende mag es wie eine Angriffsposition aussehen, für Belal jedoch war es etwas ganz anderes. Er griff auf seine Magie zurück. Der Staub wirbelte erneut auf und entflammtes Feuer stürzte auf den König zu. Abermals lichtete sich der Staub, doch der Langfinger war verschwunden.

Dunkelheit umhüllte ihn und er ließ seinen Augen keine Sekunde, um sich daran zu gewöhnen. Eilig ließ er eine kleine Flamme mit zwei Fingern seiner rechten Hand erscheinen und rannte die vielen verzweigten Gänge entlang. Jahrelanger Staub wirbelte unter seinen Füßen auf und Spinnweben verfingen sich in seinem Haar.

Diese Wege war er noch nie gegangen und dennoch wusste er, welche Verzweigung wohin führte. Er war stolz darauf eine Karte des Untergrunds in seinem Kopf zu haben, die niemand sonst kannte. Belal war dem König und dessen goldene Garde entkommen, aber das schlechte Gewissen wollte sich nicht abschütteln lassen. Er hatte sie im Stich gelassen – die Weißhaarige. Er hatte sie einfach zurückgelassen und nur an sich gedacht.

Wieder und wieder versuchte er sich einzureden, dass sie in Sicherheit war, dass sie es aus den Fängen des Königs geschafft hatte. Sollte sie nicht in vor König Yuma in Sicherheit sein, dann würde er sie befreien. Koste es, was es wolle.

Keuchend blieb er an einer der vielen Wände stehen. Seine Kraft war erschöpft, seine Glieder wurden müde und seine Magie vollends verbraucht. Er musste weiter, anders konnte er der Handelsstadt nicht entkommen. Belal musste den Gang finden, der ihn weit aus der Stadt führte. Fliehen war jetzt die oberste Priorität, niemals konnte er wieder zurück. Nicht einmal um seine Freunde zu holen, dass hier musste er alleine tun.

Mit zusammengebissenen Zähnen schleppte er sich die Gänge und Verzweigungen entlang, bis er endlich den Ausgang gefunden hatte. Seiner Vermutung nach war nun an die 20 Pikkus von der Handelsstadt Soleil entfernt. Gerade noch so schaffte er es die Luke, die zur Freiheit führte zu öffnen. Kalte Nachtluft strömte in den Gang und Sand rieselte an den Rändern der Luke hinab.

Angestrengt hievte er sich hoch und kam keuchend im Sand zu liegen. Er war in Sicherheit und er war frei. Nie wieder konnte er zurückgehen. Nie wieder. Er hatte es geschafft, er war dem Tod und seinem monotonen Leben entkommen. Jetzt hieß es nur noch hoffen und warten. Hoffen auf die Nachricht, die er verschickt hatte, sie erreichen würde. Warten, auf seine Freunde, die es nur durch Feras Willen auch schaffen könnten zu fliehen und denen Feras allein den Weg zu ihm zeigen konnte.

Nur Feras allein!

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Pikkus = Längen

Five Elements - Blazing FireWo Geschichten leben. Entdecke jetzt