Kapitel 21: Mein kleiner, süsser Omega

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Ryan PoV

Mit offenem Mund und aufgerissenen Augen schaue ich ihn geschockt an. Sprachlos über die Grausamkeit, welche er sich selbst und seinem Wolf angetan hat. Es muss unglaublich schmerzhaft gewesen sein, all die Jahre zu wissen, wer man ist, aber nicht mehr sich selbst sein zu können.

„Dein Wolf... er war nicht da. Er hat dir nicht sagen können, dass ich dein Gefährte bin?" Es ist mehr eine Feststellung als eine Frage, aber dennoch will ich es von ihm hören.

„Ja. Zu dem Zeitpunkt habe ich schon eine lange Zeit nicht mehr mit ihm geredet." Wieder ist sein Blick umnebelt von Trauer und Reue, Schuldgefühlen und Selbsthass. Dennoch sieht man ihm an, dass er gerade mit seinem Wolf diskutiert und dieser scheint ihm anscheinend seine Schuldgefühle ein wenig zu nehmen. In der Hoffnung, den Schluss seiner Geschichte zu hören, stupse ich ihn mit der Nase an. Erstaunt schaut er mich an, versteht die Aufforderung aber als das, was sie ist.

„Nachdem du plötzlich verschwunden bist, kam meine Schwester zu mir und sagte mir das, was mir mein Wolf hätte sagen sollen. Sie stürmte einfach in mein Zimmer, gab mir eine Ohrfeige und fragte mich, warum zum Teufel nochmal ich meinen Gefährten ablehne. Natürlich hatte ich keine Ahnung wovon sie eigentlich spricht. Ich habe sie einfach aus dem Zimmer geschickt und mich ins Bett gelegt. Mir war in dem Moment alles egal, ich musste einfach ein bisschen Zeit für mich haben. In den nächsten Tagen erzählte mir meine Mutter, wie es meinem Vater und Bruder, sowie dem Rudel geht. Trotzdem dachte ich in jeder freien Sekunde an dich und irgendwann wurde mir bewusst, dass ich mich schon von Anfang an zu dir hingezogen fühlte. Zuerst dachte ich einfach nur an Liebe auf den ersten Blick, aber je mehr Zeit verging, desto mehr habe ich meine Mutter und meine Schwester über das Band der Gefährten ausgefragt. In dem Moment, in dem ich mir sicher war, dass du mein Mate bist und ich dich als solchen an meiner Seite wissen wollte, wurde mir auch noch etwas anderes bewusst. Solange ich an dich bei mir habe, bin ich komplett. Ob als Omega oder als Beta. Ich habe mich einfach als mich selbst akzeptiert und zur Bestätigung war Chico endlich wieder da." Mit einem breiten Grinsen im Gesicht strahle ich mein, MEIN, Gefährte an und voller Freude erwidere ich sein Lachen. Anscheinend gehen die Emotionen gerade mit ihm durch, denn plötzlich knickt er von meinem Schoss runter und wimmert herzzerreissend. So gerne ich ihm in diesem Moment helfen möchte, bei seiner Verwandlung ist er auf sich alleine gestellt. Nach solch langer Zeit dauert die Verwandlung länger und ist schmerzhaft. Seine Knochen knacken und sein Körper nimmt allmählich die Form eines kleinen weissen Wolfes an. Ja, klein, denn selbst aufgerichtet, auf seinen zitternd Beinen, hat er gerade mal eine Risthöhe von vielleicht 1,50m. Er müsste also selbst als Wolf noch zu meiner menschlichen Gestalt hochsehen. Und obwohl er beinahe halb so gross ist wie Diace, ist er für mich perfekt! Mit zögerlichen Schritten kommt Chico zu mir, setzt sich vor mich hin und legt seinen Kopf auf meinen Schoss. Sanft streichle ich ihm durch das Fell und massiere ihm seine Ohren. Mein kleiner, süsser Omega.

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