3 Wendigo- die Zweite!

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Als Stiles am folgenden Morgen die Augen öffnete, schien warmes Sonnenlicht in sein Fenster und er lag allein im Bett. Abrupt riss er den Kopf hoch, für einen Moment lang panisch und blickte sich im Zimmer um. Auf seinem Schreibtischstuhl saß Scott und schaute ihn mit schief gelegtem Kopf an.

Von Derek keine Spur:

„Wie geht's dir?" erkundigte sich sein bester Freund.

Stiles rubbelte sich mit seinen Händen über das Gesicht und durch die kurzgeschorenen Haare, um richtig wach zu werden, ehe er antwortete:

„Erstaunlich gut! Ich bin zwar froh, dass heute keine Schule ist und ich mich noch ein bisschen ausruhen kann, aber mein kleiner Ausflug zum Polarkreis scheint wohl keine bösen Folgen zu haben. Ich wette das liegt an Derek und dir..." er errötete ein wenig: „... also daran, was ihr für mich getan habt!"

„Gern geschehen!" murmelte Scott, ebenfalls ein wenig verlegen: „Ich kann immer noch nicht glauben, dass Derek dabei mitgemacht hat."

Stiles versuchte sich zu erinnern, was genau gestern Abend passiert war.

Plötzlich riss er die Augen auf und fragte:

„Habe ich hier wirklich mit diesem Miesepeter in der Löffelchenstellung geschlafen, oder war das nur ein verwirrender Fiebertraum, über den ich mal mit der Schulpsychologin sprechen sollte?"

Scott lachte auf:

„Nö, das ist wirklich passiert!"

Stiles grinste:

„Und wohin ist der Prinz der Finsternis verschwunden. Ich fühle mich nämlich wie 'ne schnelle Nummer, wenn einer nicht mal bis zum Aufwachen da bleiben kann!"

Scott lachte und erklärte dann:

„Dein Vater ist vor einer halben Stunde nachhause gekommen. Derek ist aus dem Fenster gehechtet, als würde er in Flammen stehen. Schätze, er hatte Angst, vom Sheriff der Unzucht mit zwei Minderjährigen bezichtigt zu werden, einer davon sein Sohn und Augapfel und dann in den Bau einzufahren. Ich bin ihm gefolgt und habe dann einfach hier geklingelt, als sei ich bloß früh wach geworden. Meine Anwesenheit in deinem Schlafzimmer ist also legitimiert!"

Stiles setzte sich auf und realisierte, dass er immer noch oben ohne war. Er angelte nach einem T-Shirt, zog es sich über den Kopf und fragte:

„Was habt ihr beide eigentlich für einen Werwolf-Voodoo mit mir gemacht. War es das mit den schwarzen Venen, wo irgendetwas aus einem herausgesaugt wird? Denn wie gesagt: Ich fühle mich ziemlich gut heute Morgen!"

Scott schüttelte den Kopf:

„Nö! Diese Venen-Sache funktioniert nur bei Schmerzen. Wir haben dich einfach nur aufgewärmt! Mehr war scheinbar nicht nötig."

„Hmm! Werwolf-Beheizung: Umweltfreundlich und verdammt effektiv! Vielleicht die Lösung der globalen Energiekrise?"

„Spinner!" Scott kicherte. Doch dann wirkte er plötzlich sehr ernst: „Ich bin so froh, dass es dir gut geht, Mann! Du hast mir echt richtig Angst gemacht!"

„Sorry! Das wollte ich nicht." Erklärte Stiles, zur Abwechslung einmal vollkommen ernsthaft und fügte noch hinzu: „Echt jetzt! Danke für meine Rettung!"

„Jederzeit!" erwiderte sein bester Freund und Stiles wusste; ein wahreres Wort war nie gesprochen worden. Und ehe es hier noch peinlich wurde, sprang Stiles auf und verkündete:

„Ich habe einen Riesenhunger! Ich könnte einen ganzen Wendigo frühstücken! Lass' uns nachsehen, was im Kühlschrank ist!"

Nach dem Frühstück verschwand Scott zunächst, doch gegen zwei Uhr nachmittags kam eine SMS von ihm:

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