Es war der Morgen des fünfundzwanzigsten Dezember.
Stiles trottete wie betäubt durch die Mall im Zentrum von Beacon Hills. Er fühlte sich kalt, verzweifelt, durcheinander und hatte keine Ahnung, wohin er sich wenden sollte.
Den Leuten um ihn herum schien es hingegen völlig anders zu gehen. Jeder hier hatte sein Ziel fest vor Augen und alle hatten es wahnsinnig eilig, die letzten Besorgungen vor den Feiertagen zu machen.
Und Stiles stand scheinbar überall im Weg. In diesem Tempel des Kapitalismus am einnahmenstärksten Tag des Jahres wurde er in eine fort angerempelt, herumgestoßen oder beschimpft.
Die Mall war festlich geschmückt. Überall blinkte kitschig-schöne Weihnachtsdekoration, die Stiles schallend auslachte, weil er wie ein Vollidiot alle Brücken hinter sich abgebrochen hatte, so dass es nun keinen Ort mehr für ihn gab, an welchem er an den Feiertagen ein gern gesehener Gast gewesen wäre.
Und es spielte keine Rolle, dass jede Erinnerung an sein Leben der letzten Jahre und jedes Gefühl nun wieder in aller Deutlichkeit zu ihm zurückgekehrt war, oder dass er es ganz furchtbar bereute, wie er sich in den letzten Wochen aufgeführt hatte.
Über Wochen hatte er seinen Liebhaber beschimpft, für Dinge bestraft, die überhaupt nicht seine Schuld waren und war sogar körperlich gewalttätig gegen ihn geworden.
Doch am Ende war es wohl dieser letzte Schlag ins Gesicht, den Derek niemals verwinden würde: Stiles hatte PETER HALE seinem Gefährten vorgezogen!
Überdies hatte Stiles seine Tochter im Stich gelassen und seinen Vater und seinen besten Freund von sich gestoßen.
Er hatte wirklich ganze Arbeit geleistet und jetzt hatte er niemanden mehr!
Stiles stolperte durch die Geschäfte, um nach Weihnachtsgeschenken Ausschau zu halten, von denen er fürchtete, dass sie niemals jemand öffnen würde.
Er fröstelte bei der Erinnerung daran, wie dieser Tag angefangen hatte.
Nachdem Peter Stiles in eine Ecke seines Apartments gedrängt hatte, war der Junge sich sicher gewesen, dass er nicht mehr heil aus dieser Situation herauskommen würde.
Peters Absichten waren mehr als eindeutig gewesen, denn schließlich hatte er verdammt lange auf seinen Preis warten müssen.
Und zunächst hatte Stiles ja auch mitgemacht, bis dann endlich doch noch der Moment der Erkenntnis bei ihm einsetzte, jedoch zu spät, denn Stiles war sich sicher gewesen, dass Peter nicht in die Kategorie Mann gehörte, die mit dem Wort 'Nein' allzu viel anfangen konnte, wenn er etwas wirklich wollte.
Und so hatte der Ältere dann auch tatsächlich damit begonnen, seine Finger nach ihm auszustrecken, hatte versucht, Stiles aus seiner Ecke zu zerren und gewaltsam seine Jeans zu öffnen.
„Bitte nicht!"
Stiles hatte zu weinen begonnen.
Da hatte Peter innegehalten und scheinbar selbst nicht gewusst, was er nun mit ihm anstellen sollte. Er hatte Stiles lediglich kalt und finster angestarrt.
Schließlich hatte der Werwolf eine Entscheidung getroffen, hatte Stiles grob am Arm gepackt, hinter sich her, zur Tür des Lofts gezerrt und ihn hinausgeworfen. Ein paar Sekunden später war dann seine Tasche hinterher geflogen und die Tür war krachend zugefallen.
Stiles fröstelte bei der Erinnerung!
Als er durch den Spielzeugladen irrte, in der Hoffnung, das vollkommene Geschenk für seine Tochter zu finden, das in der Lage wäre, sein grandioses Versagen der vergangenen Zeit vollkommen auszulöschen, kamen ihm schon wieder die Tränen.
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Magnetismus
FanfictionStiles denkt, Derek ist ein unnahbarer Mistkerl. Derek findet, Stiles ist eine entsetzliche Nervensäge. Also sind die Fronten doch klar, oder? Aber irgendwie ist da doch noch etwas Anderes; etwas dass sie am Ende immer wieder zueinander führt. Es is...
