10 Gestohlene Zeit im Niemandsland

1.9K 118 73
                                        

Vorwort:

Es ist schon eine Weile her, dass ich dieses Kapitel geschrieben habe und seitdem habe ich hunderte Seiten mit Sterek-Geschichten verfasst, aber dieses hier ist immer noch eines meiner Lieblingskapitel (fragt mich aber nicht, wieso? :-).
Nun lege ich es Euch zur Beurteilung vor und bin gespannt zu hören, wie es Euch auch gefällt.

Viel Spaß und liebe Grüße,
Ginger

_____________________________________________________________________

Mit einem Mal waren die Bedrohungen durch das Alpharudel und den Darach gebannt.

Sie hatten gesiegt!

Natürlich hatten sie alle auch einen Preis bezahlen müssen.

Allen voran natürlich Derek, der seinen Alphastatus geopfert hatte, um seiner Schwester das Leben zu retten.

Und nun war Derek weg!

Stiles konnte gut verstehen, dass er es in Beacon Hills gerade nicht mehr aushielt und fort wollte. Er selbst hätte ehrlicherweise auch nichts gegen eine Luftveränderung einzuwenden gehabt.

Was er aber nicht verstehen konnte; nein, definitiv nicht, war die Tatsache, dass Derek nichts gesagt hatte nach...ALLEM!

Stiles hatte es von Scott am Telefon erfahren müssen, dass Cora und Derek vor einigen Stunden ohne Auskunft über Ziel und Rückkehr abgereist seien, als sei er nicht wichtig genug, ein persönliches Lebewohl zu erhalten.

Stiles schlug mit der Faust hart gegen die Wand über seinem Bett.

Und in diesem Moment teilte sein Handy mit, dass er eine SMS erhalten hatte. Er rieb sich die schmerzenden Fingerknöchel und nahm das Telefon vom Nachttisch.

Von Derek!

Mistkerl!

Wollte er ihn wirklich mit einer schlichten Kurzmitteilung zum Abschied abspeisen.

Etwa in der Art: 'Bin weg! Komme nicht wieder! Schönes Leben noch, Kumpel!'

Billig!

Als er den Inhalt der Nachricht öffnete, hätte Stiles jedoch nicht erstaunter sein können. Sie enthielt den Namen und die Wegbeschreibung zu einem Hotel fünfzig Meilen von hier und den Nachsatz: „Verbringen dort die Nacht! Kommst du?"

Eine Minute lang hatte Stiles trotzig darüber nachgedacht, gar nicht hinzufahren. Sollte der treulose Wolf doch sehen wie es war, hängen gelassen zu werden; nicht, weil er wirklich das Herz dazu gehabt hätte; einfach bloß, weil es gut tat, gedanklich mit dieser Möglichkeit zu spielen.

Doch natürlich tippte er umgehend eine Antwort in sein Handy ('Bis später, du Arsch!'), stand eine Stunden später vor der Hotelzimmertür und klopfte. Es dauerte einen Moment, ehe ihm geöffnet wurde, doch dann stand Derek vor ihm; barfuß, nur in Jeans und mit einem Handtuch auf dem Kopf, mit welchem er sich die Haare trockenrieb.

Eine Sekunde lang erlaubte sich Stiles, den Blick über den gestählten Brustkorb gleiten zu lassen, ehe er sich ein wenig zur Seite drehte, um nicht als Spanner entlarvt zu werden.

Derek warf das Handtuch aufs Bett, griff nach einem Shirt, streifte es sich über und Stiles atmete erleichtert durch:

„Weit bist du ja nicht gekommen!" stellte er lakonisch fest:

„Ich bin ein „Arsch"?"

Derek hob belustigt eine Augenbraue.

Stiles zuckte mit den Schultern und Derek fuhr fort: „Cora und ich saßen im Auto und eigentlich wollte ich so schnell und so weit wie möglich von Beacon Hills weg, nach allem, was passiert ist. Dann wurde mir klar, dass ich etwas Wichtiges vergessen hatte!"

MagnetismusWo Geschichten leben. Entdecke jetzt