28 Der Carrie-Moment

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„Kommst du auch irgendwann mal wieder aus dieser Umkleidekabine raus, Stiles?" knurrte Derek gelangweilt: „Es kann doch nicht so schwer sein, so einen verdammten Anzug anzuprobieren."

„Ich will nicht!" kam es gequält zurück:

„O.K., dann lass'es mich anders formulieren: Entweder du kommst jetzt da raus oder ich komme zu dir rein!" gab Derek zurück.

Stiles kicherte:

„Was soll das sein, Hale? So etwas wie eine Drohung? Ist mir doch egal, ob du..."

Weiter kam er nicht, weil der Vorhang aufgerissen und in Windeseile wieder zugezogen wurde, nachdem Derek bei ihm drinnen war.

Der Werwolf blickte Stiles an, riss überrascht die grünen Augen weit auf, grinste dann, legte einen Arm um den Jüngeren und zog ihn mit einem Ruck zu sich heran, um ihn zu küssen. Das alles geschah in Windeseile und noch ehe Stiles recht begriff, wie ihm geschah.

Überrumpelt ließ er sich in die Umarmung fallen, wie eine Leinwanddiva:

„Unfair!" murmelte er: „Du bist so verdammt schnell!"

„Du siehst heiß aus!" kommentierte Derek mit einem Grinsen und ließ ihn wieder los.

Stiles machte ein eigenartiges Gesicht und grummelte:

„Du willst mich wohl verarschen? Ich sehe lächerlich aus. In dem Ding kann ich unmöglich zu diesem Ball gehen. Alle werden sich über mich lustig machen. Das bin doch nicht ich!"

Derek musterte Stiles von oben bis unten.

Der tiefschwarze Smoking mit den glänzenden Seidenaufschlägen passte wie angegossen. Im Kontrast dazu stand das schlichte, blütenweiße Hemd und vervollständigt wurde das Bild von einem schmalen, tiefroten, aber schlecht gebundenen Schlips. Nach diesem griff Derek nun und richtete ihn mit einem kleinen Lächeln:

„Jetzt ist es perfekt!" versicherte er und fügte beinahe schnurrend hinzu: „Das bist vielleicht nicht du, aber dann muss es wohl James Bond sein: Mit der Lizenz, mich um den Verstand zu bringen!"

Er küsste Stiles noch ein weiteres Mal:

„Findest du wirklich, dass ich so gehen kann?" erkundigte der Jüngere sich stirnrunzelnd.

Derek schüttelte den Kopf:

„Nein, auf keinen Fall kannst du so gehen." bestimmte er mit einem Zwinkern: „So unglaublich, wie du aussiehst, werde ich dann ja den ganzen Abend darauf aufpassen müssen, dass niemand versucht, dich mir auszuspannen."

Stiles grinste:

„Das wird sicher kein Problem werden, solange du nur in meiner Nähe bleibst!" versicherte er: „Sobald einer versucht, Hand an mich zu legen, deute ich einfach hinter mich, sage dass du mein Wachhund bist und du machst dann diese Sache mit den Augenbrauen, die du so gut beherrschst und schon nimmt jeder potenzielle Freier Reißaus!"

„Welche 'Sache mit den Augenbrauen'?" fragte Derek grummelnd und machte die Sache mit den Augenbrauen.

Stiles musste lachen, drehte Dereks Gesicht zum Spiegel und erwiderte:

„Genau die!"

Derek schenkte Stiles im Spiegel ein schiefes Grinsen und wollte wissen:

„Also willst du den Anzug nun kaufen?"

„Leihen!" gab Stiles zurück: „Kaufen lohnt sich ja wohl nicht. Das Ding trag' ich doch nie wieder!"

„Wer sagt das?" wollte Derek wissen, während sich seine Finger nun an den Hemdknöpfen zu schaffen machten, um sich dann unter den Stoff vorzuarbeiten: „Ich finde schon passende Anlässe für dich, einen Smoking zu tragen, jetzt wo ich weiß, wie unglaublich du darin aussiehst. Und wenn du ihn einfach nur zuhause für mich trägst, zu meiner...Inspiration. Wir nehmen ihn!"

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