Stiles wog die beiden Briefumschläge in seiner Hand und starrte sie so fest an, dass sie vor seinen Augen immer größer zu werden schienen, bis sie beinahe sein gesamtes Gesichtsfeld einnahmen. Schließlich zwang er sich aufzublicken und schaute Derek an:
„Komm' schon, Süßer!" sagte dieser aufmunternd: „Wir wussten, dass das passieren wird. Und wir schaffen dass!"
Huch? Optimismus? Und das aus Dereks Munde?
Dagegen konnte Stiles einfach nichts einwenden.
Und was hätte er auch sagen sollen?
Kneifen war nicht möglich; das war ihm auch klar! Sie mussten also da durch, egal ob sie wollten, oder nicht.
Und wie hatte es Winston Churchill einmal ausgedrückt? 'Wenn du durch die Hölle musst, dann bleib nicht stehen!'
Der Prozesstermin gegen die Schausteller war für Mitte Februar angesetzt und es würde dabei um all ihre Opfer gehen und nicht nur um Loba allein. Das erleichterte die beiden Väter ein wenig, weil es so hoffentlich die Chance auf ein hartes Urteil gab, wie sie sich ausrechneten.
Was Stiles und Derek jedoch überhaupt nicht gefiel, war die Aussicht, dass man Loba in den Zeugenstand rufen könnte. Am Liebsten würden sie sie nicht einmal nicht zu den Verhandlungen mitnehmen, denn sie wollten sie diesen Leuten und vor allem dem ganzen damit verbundenen Stress kein weiteres Mal aussetzen. Doch weil dies nun einmal nicht möglich war, würden sie sich Wohl oder Übel auf die zweitbeste Lösung konzentrieren müssen: Sie würden Loba bestmöglich auf das vorbereiten, was vor ihr lag.
Stiles öffnete den zweiten Briefumschlag und war nicht überrascht, dass dieser ebenfalls eine Vorladung des Gerichts enthielt. Und natürlich ging es hierbei um die drei Kerle, die ihn beinahe zu Tode geprügelt hatten.
Diese Verhandlung würde nicht einmal zwei Wochen später stattfinden und Stiles erfasste das kalte Grauen.
Er wollte diesen Männern nicht gegenübertreten, die mit ihrer Gewalt sein Leben mal eben im Vorbeigehen aus den Angeln gehoben hatten. Was scherte es ihn, wenn sie ohne seine Aussage ungeschoren davonkämen, dachte er trotzig? Diese Gerichtsverhandlung würde doch bloß gerade erst verschorfte Wunden wieder aufreißen!
Derek schüttelte ernst den Kopf und erklärte mit fester Stimme:
„Du denkst so laut, dass ich es hören kann, Baby und dazu gibt es nur eines zu sagen: Kommt nicht in Frage! Du schaffst das, Stiles! Ganz sicher! Und ich werde die ganze Zeit bei dir sein."
'Schon wieder dieser Optimismus!' stellte Stiles im Stillen verdrießlich fest.
Doch dann sprach Derek weiter und da klang er schon wieder ein wenig mehr wie er selbst:
„Diese Typen sollen für das, was sie dir angetan haben auf ewig im Knast verrotten und hoffentlich werden sie dort jeden Tag von einer ganzen Gruppe vergewaltigt!"
„Ganz schön rachsüchtig, oder nicht?" stellte Stiles mit einer Spur Belustigung fest.
Derek sah unbehaglich aus:
„Sie haben dir wehgetan!" murmelte er beklommen.
Stiles legte seinem Gefährten die Arme um den Hals, strich ihm mit den Fingern durch das Haar und versprach:
„Ich komme wieder ganz in Ordnung! Ehrlich!"
Im Grunde war Stiles nach diesem Tag, der hinter ihm lag schon jetzt bereits total überreizt, doch er wusste auch, dass es Loba nicht anders ging, wenn nicht gar schlimmer und wenn er nicht wollte, dass ihre Tochter wieder einmal eine unruhige, schlaflose Nacht im elterlichen Bett verbrachte, dann musste er sich etwas einfallen lassen:
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Magnetismus
FanfictionStiles denkt, Derek ist ein unnahbarer Mistkerl. Derek findet, Stiles ist eine entsetzliche Nervensäge. Also sind die Fronten doch klar, oder? Aber irgendwie ist da doch noch etwas Anderes; etwas dass sie am Ende immer wieder zueinander führt. Es is...
