Stiles war wie ausgewechselt, nachdem er aus seinem Koma erwacht war. Von dem freundlichen, fürsorglichen, schlauen und lustigen jungen Mann, in welchen Derek sich verliebt hatte, war nicht viel übrig geblieben.
Stiles wurde schnell ungeduldig, wenn er sich nicht an die Dinge erinnerte, von denen ihm berichtet wurde, brüllte scheinbar grundlos herum oder warf mit Gegenständen um sich: Er war ganz einfach verdammt wütend!
Und ein großer Teil dieses Zorns schien sich dabei gegen Derek zu richten.
Derek war dennoch jeden Tag bei ihm im Krankenhaus, ertrug stoisch jede Feindseligkeit, jede Beleidigung und jeden Plastikbecher, der ihn am Kopf traf.
Loba brachte er allerdings nur noch gelegentlich mit, weil er sie diesem neuen Stiles nicht allzu häufig aussetzen wollte, welcher sich ja nicht einmal mehr an sie erinnerte.
Sie würde es nicht verstehen was vorging.
Und doch war Loba die einzige Person, der gegenüber Stiles es schaffte, seine Launen zu zügeln. Er ließ sogar ihren Körperkontakt zu und das war etwas, was Stiles momentan keinem anderen Menschen erlaubte. Selbst das Krankenhauspersonal wurde von ihm angefaucht, wenn es ihm zu nahe kommen wollte.
Aber eben die Tatsache, dass Stiles es schaffte, sich dem Mädchen gegenüber friedfertig zu verhalten, hielt in Derek die kleine Hoffnung wach, dass SEIN Stiles noch irgendwo unter dieser zornigen Oberfläche stecken musste.
Loba konnte mittlerweile ein kleines bisschen sprechen und machte sogar schon erste Versuche beim Schreiben und Rechnen. Dieser Erfolg war der Tatsache geschuldet, dass Derek und der Sheriff hart mit ihr daran arbeiteten.
Derek hatte ein Menge Lehrmaterial angeschafft und eine Privatlehrerin angestellt, die Loba an jedem Morgen für zwei Stunden unterrichtete, denn alle zwei Wochen standen die Leute vom Jugendamt vor der Tür, um Lobas Fortschritte unter die Lupe zu nehmen und die waren gar nicht erfreut angesichts der jüngsten Veränderungen, die aus Derek sozusagen einen Singlevater gemacht hatten. Er wusste, dass nicht Loba, sondern ER auf dem Prüfstein stand, doch er würde sie nicht auch noch verlieren, nachdem ihm schon Stiles immer mehr entglitt.
Nein!
Das war einfach keine Option!
Der Sheriff unterstützte Derek, so gut er konnte in seiner Aufsicht und Fürsorge für das Mädchen.
Und er flehte diesen an, Stiles bitte, bitte nicht aufzugeben:
„Mein Junge wird wieder!" behauptete John Stilinski: „Er macht eine schwere Zeit durch, aber er wird wieder der Alte werden. Da bin ich mir ganz sicher! Irgendwo in ihm muss es einfach einen Teil geben, der sich daran erinnert, dass er dich liebt, Derek!"
Derek war sich nicht sicher, ob der Sheriff mit seinen Worten ihn, oder sich selbst überzeugen wollte, aber das war auch nicht wichtig, denn es brauchte keine Überzeugungskraft.
Stiles war SEIN GEFÄHRTE!
Und er würde ihn niemals aufgeben; auch nicht, wenn er ihm bis zum Ende seiner Tage Geschirr und Beschimpfungen an den Kopf werfen würde.
Das hieß jedoch nicht, dass es leicht gewesen wäre, diese furchtbare Situation zu bewältigen.
Derek trainierte viel. Zweieinhalb Stunden Joggen am Morgen und mindestens eine Stunde intensives Krafttraining am Nachmittag.
Er musste ganz einfach Stress abbauen und durfte nicht riskieren, dass er seinen Frust an seiner Tochter ausließ.
An Halloween war es Derek gewesen, der sein kleines Mädchen von Tür zu Tür begleitet und „Süßes sonst gibt's Saures" gerufen hatte.
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Magnetismus
FanfictionStiles denkt, Derek ist ein unnahbarer Mistkerl. Derek findet, Stiles ist eine entsetzliche Nervensäge. Also sind die Fronten doch klar, oder? Aber irgendwie ist da doch noch etwas Anderes; etwas dass sie am Ende immer wieder zueinander führt. Es is...
