„Wenn es nötig gewesen wäre, hätte ich es getan." lächle ich.
„Heißt?" fragt er und zieht die Augenbrauen hoch.
„Ich habe mich nach meiner Rekrutierung sterilisieren lassen." antworte ich. „Aber vielleicht wären Kondome besser gewesen, weil...naja, du..."
Nun guckt er genervt und dreht sich weg, um seine Zähne zu putzen. Ich stehe auf und dusche mich kurz ab. Dann sagt er:
„Ich bin gesund, PJ. Lasse mich regelmäßig testen. Und ich hab dir gesagt, dass ich nur selten richtig gevögelt habe und wenn, nur mit Kondom. Auch bei Blow Jobs. Naja, bei dir hatte ich eine Ausnahme gemacht, ich wollte...dich richtig spüren."
Ich nicke und gebe ihm einen Kuss auf die Wange.
"Sorry..." murmele ich.
Jeremy nickt.
"Ist okay, ich habe ja angefangen. Hast du das Thema Kinder denn völlig abgeschrieben?"
Ich gähne und lasse mich auf's Bett fallen. Er kuschelt sich an mich und löscht das Licht.
„Für so etwas bin ich mittlerweile zu alt, selbst, wenn ich mich zur Ruhe setzten würde. Wieso, möchtest du Kinder?"
„Eigentlich nicht." kichert er und knabbert an mir herum. „Und du bist nicht zu alt, kleine Spinnerin!"
Ich schmunzele und schließe die Augen. Es tut gut, jemanden neben sich zu haben, die Wärme zu spüren, auch, wenn es einen Tick zu warm ist! Trotzdem schlafe ich nach kurzer Zeit ein. Irgendwann in der dunklen Nacht werde ich durch ein leises Geräusch geweckt und will nach der Waffe greifen, als ich bemerke, dass es von Jeremy kommt. Er stöhnt im Schlaf, ist unruhig und zappelt herum. Natürlich. Das Trauma steckt noch tief in ihm, immer wieder vergesse ich das! Ich wecke ihn sanft und er reißt panisch die Augen auf. Ich reiche ihm die Weinflasche, doch er schüttelt den Kopf.
„Alkohol macht es nur noch schlimmer."
Er trinkt einen Schluck Wasser. Als er sich wieder hinlegt, ziehe ich ihn sanft auf meine Brust und kraule sein Haar, seinen Rücken. Irgendwann fängt er leise an, zu schniefen. Ich drücke ihn fester an mich und flüstere:
„Tut mir so leid...ich wünschte, ich könnte zurück und es löschen."
Er antwortet nicht. Ich tröste ihn eine Weile, irgendwann sagt er:
„Magst du mir eine Geschichte erzählen?"
Ich lächle.
„Ein Märchen?"
„Hm."
„Mit oder ohne Happy End?"
„Mit."
„Und Liebe?"
„Können wir auch machen."
„Wie bitte?" kichere ich.
„Aber dann erzählst du hinterher."
„Möchtest du denn...?" raune ich verwundert.
„Natürlich, ich möchte immer!" raunt er und küsst mich.
Dieses Mal lieben wir uns anders, sinnlich und intensiv. Jeremy ist mir ganz nahe und ich drehe fast durch, weil es sich so gut anfühlt! Die Geräusche, die er von sich gibt, überzeugen mich, dass es ihm bestimmt genauso geht. Obwohl das nun überhaupt nicht kinky ist. Und ja...ich höre ihn plötzlich leise:
„Ich liebe dich..." flüstern und ich reisse ungläubig die Augen auf.
Er schaut mich an und verzieht den Mund.
DU LIEST GERADE
Schattenspiele
Misteri / ThrillerDas unsere Welt düster und korrupt ist, hat ja jeder schon mitgekriegt, und jeder versucht, sich irgendwie durchzumogeln. So auch die Heldin der Story, die nach missglücktem Mordversuch an einem Stalker zu jahrelanger Haft verurteilt worden ist. Jed...
