Kapitel 15

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| Pam |

Sie musste weg hier. Namjoon würde sie bestimmt wieder nach Hause bringen, aber mit Yoongi oder Agust wie auch immer er nun hieß, hielt sie es keine weitere Sekunde mehr aus. Sie schloss die Türe wieder auf und verließ das übel riechende Klo. Jetzt da ihre Tränen versiegt waren wurde ihr erst bewusst was für einem Gestank sie ausgesetzt war. Gerade als sie ihren Tisch ansteuern wollte, wurde sie von einer Hand abrupt gestoppt. Min Yoongi hielt sie am Arm fest.

“Warte Pam. Sie sind nicht mehr da” sagte er und schaute ihr direkt in die Augen.

Er sagte die Wahrheit. Taejin und Namjoon waren nicht länger in der Bar. Keiner von beiden war zusehen. Sie hatten sie zurückgelassen bei diesem riesen Arschloch.

“Wo sind sie?” fragte Pam und auf einmal klang ihre Stimme nicht mehr so trotzig, sondern nur noch erschöpft. Taejin hatte sie im Stich gelassen. Aber Pam konnte auch gut auf sich selbst aufpassen. Sie bemerkte das Yoongi noch immer ihren Arm festhielt also schüttelte sie seine Hand ab, ging zu ihrem Tisch nahm ihre Tasche von Sitz und ging zum Ausgang der Bar. Min Yoongi folgte ihr.

Als sie nach draußen trat fiel ihr etwas entscheidendes auf: Sie hatte keine Ahnung wo sie hier war. Und diese Gegend war von rein optischen nicht besonders ansprechend, eher etwas worum man einen großen Bogen machte. Pam hatte noch Hoffnung vielleicht Namjoons Auto zu sehen doch ihre Freunde hatten den Parkplatz leider schon verlassen. Als plötzlich ein Windstoß aufkam bemerkte sie, das sie ziemlich dünn angezogen war für diese Temperaturen hier draußen.

“Wo willst du hin?” vernahm sie eine dunkle schöne Stimme hinter sich. Für einen kurzen Augenblick hatte sie Yoongi vergessen.

“Nach Hause, wohin sonst?” zischte sie halbherzig. Sie wollte ihn nicht sehen, nicht mit ihm diskutieren und am besten keinen Kontakt mehr zu dieser Person haben. Sie hatte sich noch nie so in einer Person getäuscht und konnte gut darauf verzichten das diese Person , dieser Engel sie weiterhin erniedrigte und ihr aufzeigen wie erbärmlich sie doch war.

“Ich fahre dich.” sagte Yoongi und zog seinen Autoschlüssel aus seiner Tasche.

“Nein.” sagte Pam trotzig und zog ihr Handy aus der Tasche um eine Route zu ihrem Apartment zu berechnen.

“Das war kein Frage Pam. Du kannst unmöglich so spät noch zu Fuß irgendwo rum laufen. Wer weiß welche Gestalten zu dieser Uhrzeit hier draußen sind.” sagte er sichtlich genervt und plötzlich spürte sie Yoongis Hand an ihrer Schulter. Er drehte sie um so dass sie sich nun gegenüberstand. Alleine auf einem Parkplatz.

Der Gedanke irgendwo in einer Gasse vergewaltigte zu werden hörte sich immer noch besser an als mit einem Dämon mit zig Namen nach Hause gebracht zu werden. Hinterher kannte er noch ihre Adresse und wer weiß schon was dann passieren konnte. Aber um ehrlich zu sein klang bei Yoongi mitzufahren besser als im nirgendwo zu erfrieren. Vielleicht hätte sie unter normalen Umständen eingewilligt, doch die Umstände waren alles andere als normal. Dieser Mann vor ihr, hatte mit ihren Gefühlen gespielt und das bewusst. Er wusste ganz genau das Pam Interesse an ihm hatte und lies sie einfach ins offene Messer laufen.

Also ging Pam einen Schrit nach hinten und berechnete ihre Route.

“Ich kann alleine nach Hause. Es ist nicht weit. Und wo ich wohne hat dich kein bisschen was anzugehen” den Augenkontakt nicht abzubrechen kostete sie einiges an Willenskraft, denn sie hatte das Gefühl unter seinem Blick zu schmilzen.

“Die Route wurde berechnet. Das Ziel befindet sich 50 Kilometer von ihrem jetzigen Standort entfernt.” ertönte die Stimme ihres Smartphones. Elender Verräter. Pam konnte nicht glauben das sie soweit weg waren. Die Autofahrt mit Namjoon kam ihr gar nicht so lange vor. Yoongi zog eine Augenbraue hoch und schmunzelte.

“Komm steig ein!” er richtete seine Autoschlüssel auf einen schwarzen kleinen Sportwagen und die Lichter blinken. Ohne Rücksicht auf Pam zu nehme steuerte er,- die Hände lässig in den Hosentaschen seiner Jeans, auf sein nicht gerade billiges Auto zu. Jetzt einen Rückzieher zu machen wäre mehr als blöd und peinlich. Sie hatte sich bereits selber ihr eigenes Grab geschaufelt. Also ging sie so langsam wie es ging auf den Wagen zu, ohne wie jemand mit Gehproblemen auszusehen. Yoongi war schon in seinem Auto verschwunden. Selbst wenn sie jetzt einen Rückzug wagen würde und die Flucht ergreifen würde, wäre Yoongi ihr sehr wahrscheinlich hinterher gelaufen und hätte sie zu seinem Auto getragen. Stark genug war er mit Sicherheit.

Widerwillig blieb Pam vor der Beifahrerseite stehen und atmete tief ei und aus. Dann öffnete sie die Tür zur Hölle.

White, Black...Peppermint!Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt