Kapitel 7

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Hätte man Pam vor fünf Minuten gefragt was ihre lieblings Schokolade war, hätte sie wie aus der Pistole geschossen weiße Schokolade geantwortet.

Wenn man Pam jetzt danach fragen würde, würde ihre Antwort ohne zu blinzeln dunkle Schokolade lauten. Zartbitter um genau zu sein. Denn die Stimme die sie dort ansprach, hatte genau diesen Ton von Zartbitterschokolade. Sie war dunkel, etwas ausdruckslos, wenn man genau hin hörte aber der Unterton dieser Stimmlage war anziehend, ohne das man sich dem eigentlich bewusst wurde. Es war eigenartig, denn Pam fand nur selten das es außergewöhnliche Stimmen gab. Es gab jene die durchschnittlich waren, jene die irgendwie alle gleich klangen, dann gab es noch besondere und diese: Eine einzigartige Stimme die ihr für einen kurzen Moment bewies das sie noch lebte.Es gab folgende Begründung dafür warum diese Stimme so besonders war:

Diese Stimme war einzigartig beruhigend und weich. Sie ließ einen lächeln ohne das man Überhaupt eine Ahnung hatte warum man das tat.

Von dieser Stimme konnte man nie genug bekommen. Es war wie eine Droge. Man konnte Schokolade doch auch jeden Tag essen.

Die Stimme gehörte zu einer bestimmten Person: Min Yoongi

Pam wandte langsam den Kopf nach oben und schaute Min Yoongi ins Gesicht. Direkt. Keine Entfernung von drei bis vier Metern zwischen ihnen. Seine Augen waren nicht so kalt wie zu dem Zeitpunkt als sie die Blondine desinteressiert angeschaut hatten. Es war das erste mal dass sie seine Stimme hörte und sie wusste auf anhieb das sie dieses Geräusch in ihrem Leben nie mehr missen wollte.

"Wer sagt das ich Weine? Siehst du das nicht? Ich lache" antwortete Pam und wischte sich die kleinen Tränen vom Gesicht. Min Yoongi starrte sie weiterhin an. Er hatte die Hände in den Taschen vergraben und eigentlich wirkte seine Körperhaltung eher desinteressiert im Gegensatz zu dem Interesse das er vorgab als er sie fragte warum sie weinte. Als wurde es ihn wirklich interessieren.

"Was kann es für Gründe so sehr zu lachen das einem die Tränen kommen?" fragte er und zog eine Augenbraue hoch. Eine schöne Augenbraue, wie Pam bemerkte während sie nicht aufhören konnte sein Gesicht anzustarren. Was war das für eine Konversation?

"Zum Beispiel das erbärmliche naive verhalten anderer Leute." antworte Pam ohne nach zu denken.

"Ach wirklich?" fragte Yoongi und lies sich gegenüber von ihr auf den Platz sinken. Er hatte die arme locker verschränkt und lehnte sich zurück, als würde er auf seiner eigenen Couch sitzen. Er sah verdammt gut aus.

"Es ist meiner Meinung nach einfach nur zum lachen wenn Leute nicht merken das sie unerwünscht sind." sagte Pam.

Yoongi Mundwinkel zuckte.

"Ist es nicht eher bemitleidenswert wenn man mit einer so eingeschränkten Sicht leben muss? Da sollte man doch eigentlich Mitleid haben." sagte er, seine Stimme zwang Pam zuzuhören was er sagte. Zu was anderem war sie auch gar nicht im Stande alles an ihm zog sie an. Er beugte sich etwas vor. Seine Augen brannten sich in Pams. Es war unangenehm. Er fühlte sich an als wollte er sich in Pams Kopf bohren und ihre Gedanken erfahren. Zu intensiv. Sie brach sofort den Augenkontakt ab als hätte sie sich verbrannt. Ihr Blick fiel auf das Glas Wasser und den Kaffee den sie bestellt hatte. Beides war schon da ohne das sie es bemerkt hatte. Sie hatte ihr Sichtfeld in den letzten Minuten nur auf Min Yoongi beschränkt. Sie verkniff es sich zurück in seine Augen zu schauen sondern nahm ihr Wasser in die Hand und nahm einen Schluck. Dann wanderte ihr Blick wieder zu ihm. Noch immer konnte sie nichts als Desinteresse lesen. Wäre das ein Starr Wettbewerb würde er es locker zu den Landesmeisterschaften schaffen.

"Nein ich denke nicht das so etwas bemitleidenswert ist. Es ist nur ziemlich traurig das sich manche leute nur auf unwichtige Sachen konzentrieren können. Es gibt wichtigeres im Leben." Pam nahm noch einen Schluck und brach dieses mal den brennenden Blickkontakt mit Min Yoongi nicht ab. Es war ein Wunder das ihre Augen nicht anfingen zu Tränen.

"Mhm. Es ziemlich egoistisch, wenn man nur Augen für Sachen hat die einen glücklich machen. Es gibt zu viel schlechtes auf dieser Welt als das nur irgendjemand das recht hätte, die Augen davor zu verschließen." er fuhr sich einmal über das Gesicht und seine Stimme wurde zum Ende hin etwas wütender. Es war das erste mal dass Pam eine Emotion bei ihm wahrnahm. Auch wenn sie nur sehr kurz zu sehen war. Sie suchte in seinem Gesicht nach etwas. Aber alles was sie fand waren seine dunklen Augen und noch dunklere Augenringe. Es war erschreckend wie ungesund sie aussahen. Dunkel wie Pech. Wie lange schlief er in der Nacht?

Plötzlich stand er auf. Pam sprang ebenfalls auf und verschüttete beinahe ihr Glas.

"Wohin gehst du?" fragte sie hastig und beugte sich vor. Sie wollte nicht das er ging. Nicht wenn sie gerade dabei war ihn kennen zu lernen. Oder wenn sie glaubte ihn kennen zu lernen. Plötzlich verhärtete sich sein Blick. Er legte den selben Blick auf, wie er ihn auch der Blondine gezeigt hatte. Pam gefror das Blut in den Adern.

"Ich wüsste nicht warum dich das interessieren sollte?" er warf ihr noch einen letzten Blick zu und verließ dann das Kaffee. Pam lies sich frustriert auf den braunen Ledersitze rutschen. Er war weg und mit ihm alles was sie noch in diesem Café hielt.

Aber morgen wird er sowieso wieder kommen dachte sie.

White, Black...Peppermint!Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt