13 - Drohungen

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• I could really use a wish right now •

Liam zeigte auf Ethan und als er anfing zu reden zuckte ich zusammen. Er war wütend und wäre sein Vater nicht hier würde er das Zimmer wahrscheinlich auseinander nehmen.

„Der Kerl hat sie abgeholt, was von Tests gelabert!", schrie er.

Will's besorgter Blick ging von mir zu Liam. Mr. Bourne beobachtete jede unserer Bewegungen und ich musste zugeben, ich hatte mich noch nie so unwohl gefühlt.

Der Mann am Schreibtisch legte die abgerissenen Zettel auf den Tisch und sah zu seinem Sohn.

„Wie kamen die beiden an diese Papiere?", wieder so ruhig.

„Was für Papiere?", er verdrehte die Augen und ging zu seinem Vater.

Liam sah sich die Papiere an und ehe er zu mir sah ging sein Blick zu Will. Beide sahen sich einen Moment an, dann holte der junge Mann auf der anderen Seite vom Schreibtisch tief Luft.

„Wahrscheinlich hab ich nicht aufgepasst", murmelte er.

Mr. Bourne sah zu seinem Sohn und dann zu mir: „Habt ihr noch mehr Kopien davon?"

Ich schüttelte meinen Kopf und sah ihn stumm an.

„Bring sie nach Hause", sagte der Mann zu Will.

Will stand auf und sah zu mir. Ich sah zu Ethan und zurück zu Mr. Bourne.

„Was ist mit ihm?", ich versuchte nicht zu besorgt zu klingen, scheiterte aber.

„Mach dir darum keine Sorgen, das ist nicht dein Problem. Du solltest dich darum kümmern nicht in fremden Sachen zu schnüffeln."

Will zog mich sanft hoch und zur Tür. Ich sah zu Ethan, traute mich aber nicht noch was zu sagen. Der Mann neben der Tür sah mich nicht mal an. Er stand noch immer stumm da, wie vorher auch schon.

Draußen drehte ich mich zu dem Blonden Mann: „Was machen die mit ihm?"

„Mach dir keinen Kopf", er schob mich vor sich her zum Ausgang.

„Will bitte", ich blieb stehen und sah ihn flehend an, „was machen die mit ihm?"

„Nichts was dir gefallen wird", seufzte er, „lass uns fahren."

Ich sah in die Richtung in der das Büro lag und dann wieder zu Will.

„Feuern sie ihn?", fragte ich.

Er schüttelte den Kopf und schob mich nach draußen zur Limousine. Nachdem wir eingestiegen sind lehnte er sich zurück und kaum war der Fahrer losgefahren sah er wieder zu mir.

„Was hast du dir dabei gedacht? Hast du wirklich geglaubt ihr kommt damit durch?", fragte er.

„Ich dachte wir hätten mehr Zeit bevor wir auffliegen", murmelte ich.

„Du kannst froh sein das Liam das auf sich genommen hat. Das Thema ist für ihn noch nicht beendet", murmelte er ebenfalls.

„Und für dich schon?"

Er lachte auf: „Denkst du ich halte meinen Kopf hin damit du deinen anderen vögeln kannst? Ich bin nicht blind."

Ich schluckte leise.

„Es gibt in jedem Bezirk Kameras. Du warst viel zu lange weg als wir das letzte mal hier waren", er nahm mein Gesicht in seine Hand und drehte es zu sich, „du wirst dich von ihm fernhalten und dich zurückziehen. Ich will keinen Stress mehr wegen deiner Schnapsidee. Find dich damit ab, das ist die Welt."

Ich sah ihn nur an. Sein Griff an meinem Kinn verstärkte sich und auch sein Blick wurde ernster.

„Angekommen?", fragte er nach.

„Angekommen", gab ich leise zurück und drückte seinen Arm weg.

Will lehnte sich wieder zurück und sah kurz raus. Ich sah ebenfalls nach draußen und dachte nach. Er kannte mich nicht und wusste nicht das ich alles andere tun würde als mich zurückziehen. Wenn ich mir was in den Kopf setzte würde ich es auch durchziehen. Mit jedem Tag in dieser Welt würde ich lieber sterben als nichts zu tun. Kein Will, Liam oder Mr. Bourne würde mich so leicht davon abhalten.

An der Villa angekommen stiegen wir aus. Wir gingen stumm rein und schon kam uns Grace entgegen.

„Was ist los?", fragte sie mich.

„Frag Liam wenn er zurück ist", murmelte ich und ging in die Küche um was zu trinken.

Ich hörte Will's Stimme. Er erklärte Grace das sie nicht nachfragen sollte, da Liam alles andere als gut gelaunt nach Hause kommen würde. Sie sollte ihn auch nicht voll quatschen ergänzte er und dann hörte ich die Schritte auf dem Steinboden. Sie kamen immer näher und dann stand Will in der Küche und sah zu mir.

„Ich will wissen was zwischen dir und dem Kerl lief", sagte er streng.

„Ich bin kein Kind Will. Du kannst es mir nicht verbieten", gab ich zurück.

„Kann ich nicht?", lachte er auf und kam auf mich zu.

Leider stand ich bereits an der Theke, sodass ich keine Wahl hatte als stehen zu bleiben und seinen Atem an meinen Lippen zu spüren.

„Du vergisst in was für einer Welt wir leben. Wenn ich will kann ich dir sogar verbieten zu atmen", erklärte er.

Ich sah ihn nur an, Will sprach weiter:

„Ich kann mit dir machen was ich will und es wird niemanden interessieren", er nahm sich eine Haarsträhne und wickelte sie um seine Finger, „mach dir das Leben nicht noch schwerer Süße. Benimm dich einfach."

„Oder ich sage Liam woher ich die Verträge hab und du gehst genauso unter", ich drückte ihn etwas von mir weg, „wir wissen ja beide das du nicht wie er bist und auch du jeder Zeit den Kürzeren ziehen kannst."

Er funkelte mich böse an und zum ersten Mal waren seine himmelblauen Augen nicht wunderschön, eher beängstigend.

„Wenn ich hier rausfliege gehst du drauf. Ich weiß nicht was schlimmer ist", murmelte er.

„Der Tod ist keine Strafe Will, nicht mehr. Du hingegen müsstest dich daran gewöhnen wie alle anderen zu sein, ein Tier, ein Spielzeug", grinste ich, „du würdest verzweifeln, immerhin bist du nicht auf der anderen Seite aufgewachsen."

Ich hatte keine Lust mehr mit ihm zu reden, also drückte ich ihn zur Seite und ging aus der Küche. Kaum hatte ich die verlassen ging die Haustür auf und Liam kam rein. Auf seinem weißen Shirt waren kleine rote Flecken und der Gedanke daran das es Blut sein könnte ließ mich schlucken. Ehe ich den Mund auf machen konnte kam Liam schon auf mich zu, drückte mich mit ganzer Kraft gegen die Wand und sah mich genauso böse an wie vorhin noch Will.

„Wie bist du an die scheiß Papiere gekommen?!", schnauzte er.

So ungeduldig wie er war ließ er mir keine Zeit zu antworten sondern schlug neben meinem Kopf gegen die Wand.

„Ich schwöre dir Schlampe wenn du mir nicht sagst woher du diese verdammten Papiere hast bring ich dich dem Tod so nah das du nie wieder die Klappe aufmachst", drohte er.

Im Augenwinkel sah ich Will der in der Tür stand. Er wartete auf meine Antwort, darauf ob ich ihn verraten würde oder nicht.

Ich griff in meine Jackentasche und zog Liam's Karte heraus, die hielt ich dem Braunhaarigen dann hin. Er nahm sie mir direkt weg und ließ kurz von mir ab um sie in seine Hosentasche zu tun. Er drehte mir den Rücken zu und ging sich durch die Haare, kaum sah er wieder zu mir holte er aus und seine Hand landete in meinem Gesicht. So unerwartet wie das kam fiel ich zu Boden und hielt mir die Wange.

„Das kommt nicht nochmal vor klar?", schnauzte er mich an.

Ich nickte stumm. Dann ging Liam auch schon nach oben und eine Tür fiel zu. Meine Wange pochte und ich wusste genau wie rot sie war, Liam's Handabdruck würde morgen früh noch zu sehen sein.

Hope. || Abgeschlossen Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt