09 - 2:18

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I guess when you got nothing, you got nothing to lose •

Ich lag in dem viel zu großen Shirt neben dem blonden Mann. Will war bereits am schlafen während mein Kopf es nicht schaffte auf stumm zu schalten. Auf dem Bauch liegend sah ich nochmal zu dem makellosen Mann auf der anderen Seite des Betts. Er war das Gegenteil von Ethan, bis auf die blauen Augen hatten sie keine Gemeinsamkeiten.

So leise es ging stand ich auf und sah mich in seinem Zimmer um. Die letzten Tage hatte ich es nicht geschafft mich vernünftig umzusehen. Es war schlicht, die weißen Möbel wirkten teuer, wie alles in diesem Haus. Mit meiner Hand strich ich über das bemalte Holz der Kommode die Gegenüber vom Bett stand. Ich wusste zwar was sich in den Oberen Schubladen befand, jedoch machte mich die unterste neugierig. In meinem Kopf führte ich eine kurze Argumentation darüber ob ich sie jetzt öffnen sollte und entschloss lieber zu warten. Ich lehnte mich an das weiße Holz und sah zu dem Mann auf dem Bett, er schlief ruhig. Mit eine Hand unter dem Kissen lag er auf dem Rücken, seine Brust hob und sank sich ruhig und es war still. Ein kurzer Blick auf die Uhr verriet mir auch wieso es so leise war.

2:18 Uhr. Mit leisen Schritten ging ich zur Tür, drückte die goldfarbene Türklinke runter. Barfuß lief ich den langen, dunklen Flur entlang. Die meisten Türen waren nur angelehnt, die Villa bot vieles. Einen Indoor-Pool, Sauna, Billardraum, eine Minidisco, eigene Bar und noch viel mehr. Interessant fand ich aber die eine geschlossene Tür am Ende des Flurs. Es war nicht Liam's Zimmer, das lag hinter einer der vielen Türen an denen ich lang gelaufen war. Jetzt stand ich vor der verschlossenen Tür. Meine Hand streckte ich nach der goldfarbenen Türklinke und umfasste das kalte Metall.

„Hope", zischte Grace's Stimme leise.

Ich zuckte zusammen und drehte mich zu der verschlafenen Blondine hinter mir.

„Lass das. Liam bringt dich um wenn er dich hier erwischt", flüsterte sie.

Ein letztes Mal drehte ich mich zu der Tür und nahm mir vor noch herauszufinden was dahinter war, dann nickte ich und ging auf Grace zu.

„Ich konnte nicht schlafen", log ich.

Grace nickte. Zusammen gingen wir die breiten Stufen runter und setzten uns in die Küche.

„Du darfst nicht zu viel nachdenken", erklärte sie und holte zwei Tassen aus dem Schrank, „wenn du dir den Kopf darüber zerbrichst was du hier machst fühlst du dich nur scheiße."

Ich nickte: „Das ist nicht worüber ich nachdenke."

„Sondern?", fragte sie neugierig und füllte Kakao in die Tassen.

„Dieses System", murmelte ich, „es ist so unmenschlich."

Sie stellte mir eine Tasse hin. Ihre Nägel waren rot lackiert, das war mir vorher nicht aufgefallen. Auf dem Kakao hatte die Blondine noch Sahne gemacht.

„Wir haben nichts zu sagen Hope, wir können nichts ändern", seufzte sie.

Ich sah zu ihr: „Was wenn wir es doch könnten?"

Bei der Frage biss ich mir leicht auf die Zunge. Ich wollte die Frage nicht bereuen und hatte Angst Grace würde mir in den Rücken fallen und alles Liam erzählen.

„Was meinst du?", fragte sie.

Ich schüttelte nur den Kopf und nahm einen Schluck vom Kakao. Vielleicht sollte ich doch die Klappe halten.

„Weißt du wie ich alleine raus kann?", fragte ich nach einer Weile.

„Garnicht. Du bist ein Accessoire Süße, mehr nicht", erklärte sie.

Ich wusste das sie Recht hatte. Wir waren nur Accessoires. Für Menschen wie Liam waren wir nur Gegenstände damit er zeigen konnte wie viel er hatte. Mit der Tasse in der Hand dachte ich nach was ich tun konnte. Als mir was einfiel war ich die Treppen schneller wieder oben als ich es selbst von mir gedacht hatte. Ich schloss Will's Zimmertür ab und sprang aufs Bett, was ihn weckte.

„Verdammt Kleines", brummte er leicht genervt.

„Du musst mir was versprechen. Nur dieses eine Mal", bettelte ich.

Will sah mich müde an, setzte sich auf und lehnte sich ans Kopfende des Betts.

„Was denn?", gähnte er.

„Du sagst es nicht Liam", ich sah ihn hoffnungsvoll an.

Bitte sag einfach Okay.

„Was soll ich ihm nicht sagen?", fragte er misstrauisch.

„Versprich es erst", murmelte ich.

„Was hab ich davon?"

Ich überlegte kurz, atmete durch und setzte mich auf seinen Schoß. Seine Hände legte ich an meine Oberschenkel und mit meiner strich ich über seine Brust.

„Mehr hiervon?", fragte ich.

Seine Hände strichen über meine Beine, dann nahm er eine Hand von meinem Bein. Mit der anderen zog er das Shirt etwas hoch und dann schlug er mit Kraft auf meinen Hintern. Ein kurzer Schrei kam über meine Lippen und ich sah ihn etwas geschockt an. Der Blonde grinste und strich weiter über meine Haut.

„Red weiter", sagte er zufrieden.

„Hilf mir in das Büro zu kommen. Wenn ich nichts finde das ich gebrauchen kann hör ich auf und du musst dir mein Gerede über dieses gestörte System nie wieder anhören", sprach ich schnell und biss mir dann auf die Lippe.

Will musterte mich mit seinen blauen Augen.

„Das ist Selbstmord", nuschelte er.

„Mein Selbstmord."

Er sah mich nur an.

„Bitte. Ich weiß was auf mich zu kommt, lass es mich versuchen", flehte ich.

Will sah mich weiter stumm an.

„Stell dir vor du wärst auf der anderen Seite, das da draußen ist kein Leben Will", seufzte ich, „ich will nur eine Chance."

Meine Hand lag an seiner Brust, dort wo sich bei Menschen im Normalfall ein Herz befand. Ich hatte das Gefühl ihn noch immer stumm anzuflehen. Keine Antwort. Will hatte aufgehört über meine Haut zu streichen, sah mich an aber überlegte. Er dachte wirklich darüber nach was er sagen oder tun sollte. Für einen kleinen Moment hatte ich tatsächlich Hoffnung, Hoffnung das er zustimmen würde, mich da rein bringen würde und helfen würde. Hoffnung das er ein Herz besaß was nicht nur sein Blut durch seine Adern pumpte.

Meine Antwort blieb aus. Will schob mich nach einer Weile neben sich aufs Bett und gab ein „wir reden morgen" von sich, dann lag er auch wieder mit geschlossenen Augen neben mir.

„Wirst du es ihm sagen?", kam es kaum hörbar über meine Lippen.

Ich hatte angefangen zu zittern. Die Angst das Will es Liam sagen würde und was Liam dann tun würde breitete sich in meinem Körper aus.

Mit einem fast genauso leisem „Nein" zog er mich in seine Arme.

„Jetzt hör auf zu zittern", nuschelte er und zog die Decke über uns.

Hope. || Abgeschlossen Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt