'Da die Menschen kein Heilmittel gegen den Tod, das Elend, die Unwissenheit finden konnten, sind sie, um sich glücklich zu machen, darauf verfallen, nicht daran zu denken.'
Ich konnte nicht genau sagen ob noch jemand im Raum war oder ob es Tag oder Nacht war. Ich spürte nur wie kalt mir immer noch war und wie weh mir alles tat. War das noch normal? Unerträglich. Irgendwann entschloss ich mich doch die Augen zu öffnen und sah mich um. Jayden saß neben mir und hielt weiterhin meine Hand. Als er zu mir blickte wurden seine Augen größer. Mir fiel es sehr schwer bei Bewusstsein zu bleiben. „Wie lange liege ich hier schon?“, wimmerte ich vor Schmerz. „Fast 2 Wochen...“, flüsterte Jayden. Ich würde sagen, dass es mich überraschte, doch das tat es nicht. Beachtet man das ich total am Arsch war und überhaupt kein Zeitgefühl hatte, war dies akzeptabel. „Wie schlimm ist es?“ „Wir waren uns nicht sicher ob du in den ersten paar Tagen überleben würdest, denn du hast immer noch sehr hohes Fieber... Keine Ahnung ob du jetzt schon über den Berg bist.“ Heiße einzelne Tränen rannen an der Seite meines Gesicht hinab. Schleim sammelte sich in meinem Hals, was mich vor Schmerz auf wimmern ließ. Ich hatte nicht genug Kraft um diesen abzuhusten. Ängstlich sah ich auf die andere Seite meines Bettes, wo ich hoffte Logan vorzufinden, doch er war nicht hier. „Du siehst nicht gut aus... Hast du Schmerzen?“, fragte Jayden und legte seine Hand auf meine Stirn, um zu schauen ob ich noch glühte. Wieder drehte ich langsam meinen Kopf zu ihm, konnte ihm aber nicht antworten. Ich war einfach viel zu schwach und wusste, dass ich meine restliche Kraft für die eigentliche Frage aufsparen musste. Als die Tür wieder ins Schloss flog, schlug ich nochmals meine Augen auf und sah wie Logan mit lauter komischem Zeug, das Zimmer betrat und die Tür hinter sich schloss. „Sie ist bei Bewusstsein.“, teilte Jayden Logan mit, der dann alles fallen und stehen ließ und sich auf die Bettkante neben mich setzte. „Logan ich-...“, brach ich ab und versuchte zu schlucken, „Angenommen ich wäre Schwanger, besteht noch irgendeine Chance das Kind zu retten?“, brachte ich den Satz in einem Flüsterton zu Ende. „Sag mir jetzt bitte nicht, dass du Schwanger bist...“, flehte er in einem etwas heißeren Ton und sprang wütend von der Bettkante. „Kann nicht sein...“, kam Jayden zu Wort, ließ abrupt meine Hand los und sprang aufgebracht vom Stuhl. „Bist du dir sicher, dass du möglicherweise Schwanger sein könntest?“, fragte Logan nach und betonte das 'könntest', nachdem er sich wieder neben mich auf die Bettkante setzte. „Es ist möglich... ich bin nicht sicher...“, keuchte ich Luft erdrückt. „Hast du so ein Ultraschallgerät?“, fragte Jayden an Logan gewandt und lief im Zimmer ungeduldig auf und ab. „Ich hab eins... allerdings ist es sehr alt und mit dem von heute nicht zu vergleichen...“ „Schau bitte nach Logan...“, flehte ich und versuchte nicht wieder einzuschlafen. Seufzend stand er auf und verschwand im Nebenraum, während Jayden sich wieder zu mir gesellte. „Soll ich Justin holen?“ Stumm schüttelte ich den Kopf. „Wenn ich doch nicht schwanger bin, würde ich ihm nur unnötige Sorgen bereiten.“, keuchte ich leise und fing vor lauter Kälte das Zittern an. Verständnisvoll nickte er und rückte etwas zur Seite, damit Logan genug Platz für die Untersuchung hatte. Er öffnete einen Koffer und holte eine Dose mit solchem Gel heraus, dass den Ultraschallsensor besser gleiten ließ. Bis zu meiner Unterhose wurde ich aufgedeckt, was mich scharf die Luft einziehen ließ vor Kälte. Erst jetzt bemerkte ich dass sie mir das Kleid und alles ausgezogen hatten, wobei schätzungsweise Justin, mir noch meinen BH anzog, denn an hatte ich einen zum Kleid ganz sicher nicht. „Du musst jetzt ganz still liegen bleiben okay?“, murmelte Logan leise. Kontrolliert hielt ich meine Augen immer noch zu und spürte wie Logan das kalte Gel auf meinem Bauch verteilte. Mein Körper krümmte sich vor Schmerz, ich empfand es als total unangenehm und schmerzhaft. Jayden redete beruhigend auf mich ein und hielt meine Beine ruhig. Müde nahm ich wahr wie Logan mit dem Ultraschallsensor meinen Bauch abfuhr und mein Herzschlag sich erhöhte. „Du bist in der 2. Woche Schwanger.“, stellte er fest und ich schlug benommen meine Augen auf. „Lebt das Kind noch?“, fragte Jayden für mich. „Ich bin mir nicht sicher. Bis jetzt scheint es dem Fötus gut zu gehen.“ Ich wusste nicht was ich davon halten sollte. Ich wollte das Kind nicht. „Ich hol Justin!“, meldete sich Jayden und verschwand durch die Tür. „Danke Logan!“, brachte ich noch hervor, bevor er mit etwas Zewa das restliche Gel abputzte und mich wieder zudeckte. „Kein Problem! Ich gebe dir noch etwas gegen die Schmerzen, damit du besser schlafen kannst.“, meinte er und zog wiedermals eine Spritze bis zur Hälfte auf, bevor er sie mir in die übliche Stellte spritzte. Ich stöhnte auf und mein Körper wölbte sich vor Schmerz. „Bist du sicher, dass das alles nicht zu viel für das Kind ist?“, keuchte ich erschöpft. „Willst du es denn überhaupt?“, fragte er und zog die Augenbrauen in die Höhe. „Nein.“, gab ich monoton von mir. „Ich kann es nicht genau sagen, das Ding ist schon alt, vielleicht irre ich mich ja auch und es lebt nicht mehr... Ich kann dir wirklich nichts versichern, Tut mir Leid...“, meinte er und ich merkte wie vor Verzweiflung heiße Tränen meine Schläfen herunter liefen. Nur für einen Augenblick schloss ich meine Augen, als daraufhin meine Hand in eine kalte andere Hand gelegt wurde. Seufzend öffnete ich meine Augen und fand Justin vor mir, der mich mit besorgter Miene ansah. „Wie geht es dir?“, fragte er und es sammelten sich Tränen in seinen Augen. „Du fehlst mir...“, gab ich müde von mir und versuchte meine Hand auf seine Wange zu legen. Er genoss den Moment und legte auf meine Hand - die auf seiner Wange ruhte, seine darüber. Ich versuchte nicht zu weinen, denn sonst würde sich mein Körper nur zusätzlich anstrengen. Mein Körper hatte auch so viel zu tun. „Jetzt bin ich doch hier.“, antwortete er müde. Justin sah zu seinen Kollegen hinter sich, um ihnen zu vermitteln, dass sie den Raum verlassen sollten. Als hinter ihnen die Tür ins Schloss fiel, fuhr ich fort: „Ich bin vielleicht schwanger Justin.“, wie gelähmt sah er mir in die Augen, „Ich bin nicht sicher ob es noch lebt, aber ich bin mir sicher, dass ich es nicht haben will... Tut mir Leid Justin.“ „Hey, alles wird gut. Ruh' dich erst ein bisschen aus...“ „Justin, hör mal... wir wissen beide, dass ich das vielleicht nicht mehr überlebe, die Schmerzen sind einfach unerträglich und ich werde von Tag zu Tag schwächer...“, brach ich ab um Luft zu holen. „Sag so was nicht. Du schaffst das schon, dass hast du bis jetzt immer!“ Ich versuchte zu Lächeln, so süß konnte auch nur er sein. „Damit will ich dir sagen, danke für alles...“, hauchte ich, bevor er mir beruhigend über den Kopf strich und ich wieder einschlief.
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All is a Lie
FanfictionMadison Firestone ist 17 Jahre alt und geht auf die Unity High. Ihre Mutter kam vor ein paar Wochen bei einem Autounfall ums Leben und nun lebt sie bei ihrem Vater. Ihr Vater hatte sich in den letzten Wochen verändert, er nimmt Drogen und gewährt se...