Kapitel 9 | Danke

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„Du weißt, dass ich dich einfach nur hasse oder?", Max und ich verließen nach zwei Stunden intensivem Training endlich das Fitnessstudio.
Er lachte auf: „Na klar weiß ich das."
Wir liefen zusammen zu meinem weißen C-Coupé und stiegen in eben dieses ein.
„Wo soll ich dich absetzen?", fragte ich ihn, als ich mich in den laufenden Verkehr eingefädelt hatte.
„Am Besten daheim, ich muss noch ein bisschen aufräumen und später hol ich Nathan noch vom Kindergarten ab.", erklärte er mir.
„Na dann, ich muss halt heute den ganzen Tag arbeiten.", bemitleidete ich mich selbst.
Er sah mich schief von der Seite an: „Komm heute Abend vorbei, Nathan würde sich freuen."
Ich schüttelte den Kopf. „Ich weiß nicht ob ich des schaff', weil ich ich hab erst noch ein Meeting mit allen Bereichsleitern wegen allgemeinen Neuerungen und danach muss ich mir noch die neuen Auszubildenden genauer anschauen.", erklärte ich ihm.
„Na dann, schreib mir einfach, wenn's nicht zu spät wird und dann kannst du ja noch kommen."
„Ja klar mach ich."
In dem Moment kamen wir bei ihm daheim an.
„Okay, ich schreib dir dann später, ob ich es heute Abend schaffe.", verabschiedete ich ihn.
„Okay, wir sehen uns.", entgegnete er.
Wir umarmten uns kurz. Dann verließ er das Auto und ging auf das Auto zu. Kurz vor der Haustür drehte er sich nochmal um und lächelte mir zu. Bei diesem Anblick konnte ich nicht anders als ebenfalls zu lächeln.
Dann wandte ich mich wieder der Straße zu, legte den ersten Gang ein und fuhr zur Firma.

Vier Stunden später ließ ich mich in meinen Schreibtischstuhl sinken und ließ meinen Blick über die Dächer Berlin's schweifen.
Ich hatte gerade zweieinhalb Stunden Meeting hinter mir, in denen eigentlich nur diskutiert wurde, ob man nicht einen anderen Catering-Service mit dem Kantinenessen beauftragen sollte und ob es nicht sinnvoller wäre noch vor dem Sommer die eigentlich komplett funktionstüchtige Klimaanlage auszutauschen.
Kompletter Quatsch, wenn man mich fragen würde, aber ich bin ja nur für's Geld zuständig, weshalb man mich auch nicht fragt.
Und jetzt darf ich noch sämtliche Online-Profile von circa fünfzig Auszubildenden stalken. Wunderbar, ich liebe mein Leben.

Um achtzehn Uhr, war ich tatsächlich schon mit der Hälfte durch, hatte mittlerweile schon vier Tassen Kaffee getrunken und eine Tüte Chips gegessen.
Ich wollte Max gerade schreiben, dass ich es heute Abend wohl kaum schaffen werde vorbei zu schauen, als mein Telefon klingelte: Adriano. Nach unserem letzten Gespräch hatte ich seine Nummer eingespeichert, für den Fall, dass ich mal in Nürnberg sein würde und Zeit hätte mich mit ihm zu treffen.
Ich ging ohne zu überlegen ran: „Hey Adri, was gibt's?"
„Hi, ich bin mal wieder in Berlin und hoffe, dass du heute nicht trainieren musst und dass auch heute niemand Geburtstag hat.", lachte er mir entgegen.
„Nein, heute hat niemand Geburtstag, zufälligerweise aber morgen.", antwortete ich ihm.
„Du verarscht mich grade oder?", fragte er mich ernst.
„Nein, würde ich niemals tun, weißt du doch. Aber morgen feiert tatsächlich der Freund meiner besten Freundin nach.", stellte ich klar.", erklärte ich ihm.
„Na dann, wenn du heute Abend Zeit hast, würde ich gerne mit dir essen gehen. Natürlich nur wenn du willst."
Ich überlegte kurz: „Naja ich muss noch arbeiten, aber wenn du nichts dagegen hast noch um einundzwanzig essen zu gehen, dann bin ich dabei."
„Okay, dann hole ich dich um neun Uhr ab. Wenn du mir noch die Adresse schickst, wäre ich dir sehr dankbar."
„Ja klar mach ich gleich. Dann sehen wir uns später?"
„Dann sehen wir uns später. Bis dann.", verabschiedete er sich von mir.
„Ciao."
Als wir aufgelegt hatten, schickte ich ihm via WhatsApp die Adresse der Firma.
Danach fiel mir ein, dass man vielleicht nicht unbedingt in einem Nike-Trainingsanzug in einem Restaurant auftauchen sollte, also schrieb ich Anna, meiner Assistentin, dass sie mir aus meiner Wohnung etwas einigermaßen Restauranttaugliches holen solle.
Nachdem sie mir ein ‚Klar' zurückgeschrieben hatte, wendete ich mich wieder meiner Arbeit zu und so merkte ich gar nicht wie die Zeit verflog.
Um zwanzig Uhr brachte mir Anna meine Kleidung und eine halbe Stunde später beschloss ich meinen iMac runterzufahren und mich fertigzumachen.
Zwanzig Minuten später begutachtete ich mein Outfit in einem Spiegel. Eines musste man Anna lassen, sie hatte einen verdammt guten Geschmack. Sie hatte mir eine schwarze Jeans, eine weiße Bluse und schwarze Louboutin-Boots mitgebracht. Ich gebe nicht oft so viel Geld für Schuhe aus, aber in diese hatte ich mich sofort verliebt. Dann kämmte ich mir noch meine Haare durch und trug ein wenig Mascara auf.

Labyrinth | Kontra KGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt