Kapitel 14 | Rabenschwarz

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29. November 2016

„Baby, ich vermisse dich wirklich."
Max war seit mittlerweile über zwei Wochen auf Tour, während ich in Berlin alleine rumsaß und mich langweilte.

„Ich dich auch, aber wann kommst du denn wieder?", fragte ich ihn traurig.

„Die Tour dauert noch eine Woche, aber mein Management hat vorhin angerufen und die haben direkt nach dem Abschlusskonzert in Berlin einen Flug nach Dubai gebucht, um noch ein Video zu drehen, weil die haben irgendwie mit Universal Pictures abgeklärt, dass die mein neues Video produzieren."

„Was? Aber wie lange bist du in Dubai?", fragte ich traurig nach.

„Zwei Wochen.", überbrachte er mir die schlechte Nachricht.

„Ja aber, dann sehen wir uns ja wieder ewig nicht mehr. Und es geht ja nicht nur um mich, sondern auch um Nathan. Weißt du er fragt mich jetzt schon immer, wenn ich ihn vom Kindergarten abhole, wo denn sein Papa ist und ich sag immer, dass er bald wieder da ist und jetzt muss ich ihm sagen, dass der Papa noch zwei Wochen länger weg ist.
Ich bin in dem Moment egal, ich komm meinetwegen auch noch länger ohne dich aus, aber der Kleine vermisst seinen Vater."

„Ich weiß und es tut mir so unendlich leid und eigentlich will ich nicht noch zwei Wochen wegfliegen, aber ich muss. Es ist schon alles für den Videodreh abgeklärt und wenn ich jetzt absage kann ich es vergessen, dass ich nochmal mit diesen Menschen drehe.
Es läuft im Moment so gut und das neue Album steht auch schon in den Startlöchern und es muss so viel gemacht werden. Ich muss da einfach hinfliegen.", versuchte er mir zu erklären.

„Du musst nichts, außer irgendwann sterben. Ich weiß, dass kurz vorm Release eines Albums verdammt viel gemacht werden muss, aber kannst du nicht wenigstens zwischen Tour und Dubai eine Woche daheim bleiben?"

„Ich hab versucht das ganze zu verschieben, aber es tanzt nunmal nicht alles nach deiner oder meiner Nase. Manchmal muss man zurückstecken, um noch mehr zu erreichen. Ich tu das alles nicht nur für mich, sondern auch für meine Familie. Und das bedeutet, dass die Familie auch mal zurückstecken muss. Klar für Nathan tut es mir unfassbar leid, aber ich will, dass er irgendwann mal stolz auf seinen Vater ist."

„Okay gut, dann tu was du tun musst. Ich werde versuchen deinem Sohn klarzumachen, dass er seinen Vater noch länger nicht sieht.", beendete ich die Diskussion.

„Hey, jetzt sei bitte nicht sauer. Es tut mir wirklich leid, aber ich muss da hin."

„Ich bin nicht sauer, ich bin nur traurig. Du weißt, dass ich dafür sorgen kann, dass Universal Pictures noch eine Woche auf dich warten kann. Warum sagst du nicht einfach, dass du lieber noch eine Woche bei deiner Familie bist, statt in Dubai rumzurennen und zu drehen.", versuchte ich ihm zu erklären.

„Ich weiß dass du da was verschieben kannst, aber ich drehe das erste Mal mit denen und ich will nicht als der unflexible Typ dastehen. Außerdem komme ich auch sehr gut ohne deine Kontakte klar.", seine Stimme wurde lauter.

„Okay ist ja gut, dann flieg halt. Ist mir jetzt auch egal. Ich weiß auch nicht, ob wir uns in Berlin sehen, weil ich bei meiner Oma in Neapel bin, also sehen wir uns erst in drei Wochen.", auch meine Stimme erhob sich jetzt.

„Und jetzt ist sie sauer. Wunderbar. Dann fahr nach Italien, aber dann beschwer dich auch nicht, wenn wir uns nicht sehen."

„Ich bin die letzte, die sich beschwert. Also viel Spaß noch auf Tour.", aufgebracht legte ich auf und erhob mich vom Sofa um schnurstracks ins Schlafzimmer zu gehen.

Auf dem Weg dort hin, wählte ich die Nummer meiner Assistentin ohne darauf zu achten, dass es schon spät in der Nacht ist.

„Guten Abend Adriana.", meldete sie sich verschlafen.

„Es tut mir leid, dass ich Sie geweckt habe Lisa, aber könnten Sie mir bitte den nächsten Flug von Berlin nach Neapel buchen."

„Äh ja natürlich. Einen Moment."

Während sie nach einem Flug suchte, griff ich nach einem kleinen Koffer, den ich auch als Handgepäck benutzen konnte, um dort ein paar Klamotten unterzubringen.

„Also morgen früh um sieben geht ein Flieger, aber der fliegt über Frankfurt. Der nächste Nonstop-Flug geht erst wieder abends.", meldete sie sich bei mir, als ich fast fertig war.

„Okay, dann buchen Sie den, der gleich frühs fliegt. Wenn's geht in der Business Class.", gab ich ihr weitere Instruktionen.

„Gut, Flug ist gebucht. Ich schick Ihnen die Daten aufs Handy."

„Danke und Ihnen jetzt noch eine gute Nacht.", verabschiedete ich mich.

„Danke, Ihnen auch."

Ich legte auf und kurz darauf kam auch schon eine Nachricht mit sämtlichen Details zu meinem Flug.
Ich sah auf die Uhr, um festzustellen, dass es halb eins war.
Ich würde meine Oma frühs vom Flughafen aus anrufen, um meinen Besuch anzukündigen.

Da ich jetzt viel zu aufgebracht war, um noch zu schlafen, schaltete ich den Fernseher an und fing wieder mit der ersten Staffel ‚The Big Bang Theory' an, um ein wenig runterzukommen.

Fünf Stunden später schaltete ich den Fernseher aus, schnappte mir meinen Koffer, zog mir meine Sachen an und machte mit mit dem Auto auf den Weg zum Flughafen Tegel.
Dafür, dass langsam der Berufsverkehr anfing, kam ich relativ gut durch und löste ein Parkticket um kurz nach sechs Uhr.

Auf dem Weg zum richtigen Terminal wählte ich die Nummer meiner Oma.

„Buongiorno bambino.", begrüßte mich meine Oma gut gelaunt.

„Ciao nonna.", meldete ich mich.

„Kind, was ist denn los, dass du dich schon um die Uhrzeit meldest?"

„Ich bin gerade am Flughafen angekommen und flieg gleich nach Napoli zu euch.", erklärte ich ihr.

„Und warum so spontan? Du hast doch viel zu tun.", fragte sie nach.

„Ich muss mal ein bisschen abschalten und da dachte ich mir ich besuche mal nonna e nonno. Falls ich überhaupt kommen darf."

„Aber natürlich darfst du kommen Kind. Wann landest du denn in Napoli?"

„Um halb zwölf. Also ich wäre dann so um halb eins bei euch.", informierte ich sie.

„Dann mache ich noch ein bisschen mehr Essen, damit du auch was hast. Und wenn du da bist, gehen wir an den Strand und dann erzählst du mir, was mit dir los ist."

„Sì. Du, ich muss jetzt auch auflegen, ich bin gleich am Terminal."

„Okay, dann bis später. Arrivederci Adriana."

„Ciao nonna.", ich legte auf und stellte mich hinten an der kleinen Schlange an, die sich schon gebildet hatte."
Während ich wartete, schrieb ich Alexandra, dass ich Nathan heute vom Kindergarten nicht abholen könne und kramte dann meine Kopfhörer raus, um mir die Zeit mit ein wenig Musik zu vertreiben.
Kaum hatte ich mein Spotify auf Shuffle geschaltet, wurde ich an der Schulter angetippt und als ich mich umdrehte sah ich in ein grinsendes Gesicht.


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I'm back!
Neues Kapitel, in dem nicht mehr alles Friede, Freude, Eierkuchen ist.
Schreibt gerne mal, wie euch das Kapitel gefallen hat.
Ich hoff ich hab das Italienisch so benutzt, dass auch nicht-Italienisch-sprechende-Menschen das ganze verstehen.

Labyrinth | Kontra KGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt