Lachs oder Döner?

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Emma wachte unüblich gut gelaunt auf, irgendwie freute sie sich auf Ihre neue Aufgaben und den Mann kennenzulernen, der sie nach langer Zeit Mal zum Lachen gebracht hat. Doch wiederum, wie sollte es auch anders sein, hatte sie eine gewisse Angst vor ihrer neuen Aufgabe. Sie wollte ihren Bruder, sowie Lukas nicht enttäuschen, oder was ist wenn sich Lukas und Emma garnicht vertragen würden? Alles Fragen, den Emma aber heute einmal gut gelaunt entgegen starrte. Sie machte das Radio an, schon wieder lief der selbe Song, doch störte sie das diesmal garnicht und sie tänzelte vorm Spiegel Rum. Sie entschied sich Mal wieder für ihren Lieblingspulli und zwirbelte wie gewohnt ihre Haare zum Dutt zusammen.
Mal sehen ob Lukas pünktlich kommt dachte sie sich und schon klingelte es. Sie ging zur Gegensprechanlage und hörte nur "Ich bin's!", er war sogar zu früh da. "Komm hoch, ich bin noch nicht fertig!", Sagte sie, drückte den Summer und öffnete die Tür während sie sich im Bad fertig machte.
Lukas betrat die Wohnung und ging auf den direkten Weg zum Fenster und brüllte in Richtung Bad: "Schöne Aussicht!" Emma kam auch ins Wohnzimmer und sagte voller Euphorie: "Wir können los, hab schon Riesen Hunger!"
Leicht außer Puste sagte Lukas: "Ich Lauf doch nicht sechs Etagen nach oben um direkt wieder runter zu laufen. Dann lass uns doch wenigstens erstmal klären was wir Essen gehen. Bist du eher der Lachs oder Dönertyp?"
Emma erwiederte: "Ihh mit Fisch kannste mich jagen und Döner hatte ich erst."
Lukas blähte fragend seine Wangen auf und warf Pizza in den Raum. Damit war auch Emma einverstanden, sah aber nicht ein dafür los zu gehen: "Lass doch bestellen, dann sparen wir beide uns die Treppe und haben mehr Ruhe zum quatschen!"
Er stimmte zu und machte es sich auf dem Sofa bequem um nun auf die online bestellte Pizza zu warten.
Einige Zeit schwiegen sie sich an bis Emma anfing zu sagen: "Weißt du, ich hab mir das nicht ausgesucht, dass ich jetzt einen Künstler unterstütze und eventuell noch manage. War die Idee meines Bruders, damit ich wieder auf die richte Spur komme."
Lukas: "Mir geht es ähnlich, alle Plattenfirmen haben mich abgelehnt, weil ich nicht das mache, was sie hören wollen und da kam ich bei deinen Bruder an und er meinte, dass er mich nur nehmen kann, wenn er mir seine Schwester als Unterstützung zur Seite stellen kann, da habe ich zugesagt. Ich muss ja auch sehen wie ich mit dem Arsch an die Wand komme."
Emma lachte und meinte: "Hat er uns beide wohl hinters Licht geführt. Tolle Bruder habe ich! Aber wenn du keine Textliche Unterstützung brauchst, kannst du das ruhig sagen, dann tun wir halt so, dass ich dir helfe, dann haben wir ne Win Win Situation."
"Ach Quatsch, wir können ja Mal sehen wie wir zusammen arbeiten können."
Der Pizzabote klingelte und lieferte die Pizzas aus.
"Ih hast du dir ne Gyrospizza bestellt, das ist ja pervers!", Stellte Lukas fest.
Emma schüttelte mit den Kopf, als sie sich noch etwas Zaziki oben drauf kleckerte. "Wieso sagen nur immer alle ich habe einen perversen Geschmack? Einzeln ist es doch lecker, wieso dann nicht zusammen?"
"Naja jedem das seine, aber knutschen tun wir mit dem Knoblauchgestank nicht mehr!", Sagte Lukas und Emma errötete, das sah auch er und fing an zu lachen. "Mach dich locker! War nen Spaß! Dein Freund wäre bestimmt nicht begeistert."
Emma lächelte verschämt: "Welcher Freund? Meine einzigen Freunde riechen nach Fisch und schwimmen da drüben im Becken Rum." Sie deutete auf Ihr Aquarium.
"Wenn wir bald reich und berühmt sind und du meine Managerin wirst, dann brauchst wohl nen Mobiles Aquarium.", sagte Lukas trocken.
Beide lachten.
"Mal im Ernst, meinste wir kommen zusammen klar?",fragte Emma.
"Wieso nicht? Erstmal lernen wir uns besser kennen die nächsten Wochen und dann können wir langsam anfangen zu arbeiten.", meinte Lukas, der sein letztes Stück Pizza in den Mund steckte. Gleich schob er eine Frage hinterher: "Welcher ist dein Lieblingsclub in Berlin?"
"Naja lieber Union als Hertha", fing Emma an. Lukas unterbrach mit lautem lachen: "Nein nicht Fußball, Disco!" Peinlich berührt und lachend antwortete sie: "Naja keiner, alles voll Schnapsleichen und die Musik ist zu laut, das ist alles nicht so mein Ding..."
Lukas hob die Hand und deutete ein High Five an. Emma schlug ein und wusste, dass die beiden zumindest in der Hinsicht gleich denken. "Was unternimmst du so mit deinen Freunden in der Freizeit?", Fragte er neugierig. Emma zog sich etwas in Ihr Schneckenhaus zurück und überlegte ob sie Ihm wirklich sagen sollte, dass sie keine Freunde hat... Doch es bringt ja nix, wenn man direkt am Anfang eine Lüge aufbaut oder Sachen verschweigt, sodass sie sich durchrung zu sagen: "Freunde, sowas kenne ich nicht, ich hab höchstes Bekannte und das auch nicht sonderlich gute. Mit Frauen als Freundin kann ich garnix anfangen, zwischen Jungs fühle ich mich sicherer und besser aufgehoben. Ich wollte mich schon immer alleine durchkämpfen und deswegen ist die Zusammenarbeit jetzt auch etwas komisch für mich." Emma starrte verachämt auf ihren Fußboden. Er wurde ernst und sagte ein leises: "Danke für dein Vertrauen. Schön dass du am Anfang schon so ehrlich bist. Ehrlich gesagt habe ich auch nicht viele Freunde, nur drei, die in halb Deutschland verteilt sind. Nächste Woche treffen wir uns alle, vielleicht hast du Lust mitzukommen?"
Nickend und mit einem "Gerne", stimmte Emma zu.
"Freue mich!", sagte Lukas und es kam sehr glaubwürdig für Emma rüber.
Sie fragte ihn: "Kommt deine Freundin auch?"
Er grinste und meine nur: "Ne, das Problem ist, dass meine Freundin und dein Freund eine Affäre haben und daher beide nicht dabei sein werden."
Emma musste lachen, sie mochte die sarkastische Art, die Lukas an den Tag legte. Noch nie hatte sie vorher so eine Art Typ getroffen und wurde ihrem Bruder innerlich immer dankbarer.
Den ganzen Abend unterhielten sich die beiden noch über Ihre Kindheiten, Tiere und einfach alles mögliche. Die Worte gingen beiden nicht aus sie fanden immer wieder ein neues Thema in dem sie sich so ziemlich einig waren.
Gegen 4 Uhr nachts, schaute Lukas auf die Uhr und sagte: "So ich werde dann Mal nach Hause, jetzt mittlerweile müsste ich da auch wieder nen Parkplatz finden, die ersten fahren ja jetzt auf Arbeit... Die armen Schweine!"
Emma nickte und fragte ihn leicht zögerlich: "Wann sehen wir uns denn wieder?"
Er tat so, als wenn er grübelte: "Ich schätze Mal... Mhhh... Ich weiß nicht.... Naja wahrscheinlich fast nahezu jeden Tag, wenn wir jetzt Kollegen sind."
Sie lachten.
Emma begleitete ihn zur Tür und Lukas meinte noch frech zu Ihr: "Tja hättest du nicht so viel Knoblauch gegessen hätte ich dir jetzt den Kuss deines Lebens gegeben."
Emma wurde knallrot.
Er lächelte und sagte: "War nen Witz! Ich finde es lustig wie leicht man dich erröten kann."
"Ha ha, sehr witzig. Ich rufe dich morgen an!", Stammelte Emma und Lukas verschwand mit einem letzten Winken im dunklen Treppenhaus.
Völligst fertig und glücklich, dass sie scheinbar einen neuen und einzigen Kumpel hat, schmiss sich Emma in Ihr Bett.

Bitte einfach nicht wecken (Alligatoah FF) #Wattys2019Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt