Einige Wochen vergingen und nun war es nur noch einen Monat, bis Lilly das Licht der Welt erblicken würde.
Emma hatte nun langsam keine Lust mehr auf das schwanger sein, denn jede zehn Minuten musste sie pinkeln, der Rücken tat immer schlimmer weh und auch im allgemeinen war sie nicht mehr so beweglich. Um ehrlich zu sein, wollte Lukas auch nicht mehr dass Emma schwanger war, denn er wollte unbedingt sein kleines Mädchen endlich in den Armen halten.
Langsam aber sicher wurde sich auch Emma bewusst, was die Geburt bedeutede. Da sie wegen ihrer Risikoschwangerschaft nicht auf normalen Weg gebähren dürfte, musste sie mit einem Kaiserschnitt klar kommen. OP Säle waren nicht ihr Ding, doch sowas mag ja keiner. Lukas schwor ihr, dass er mit in den Saal kommen würde. Emma hoffte, dass er nicht umkippt. Doch noch war es nicht so weit.
Nach einer langen Gassi Runde mit Nana, brachen Lukas und Emma nach Berlin auf um die restlichen Dinge für Lilly zu besorgen. Einen Kinderwagen hatten sie auch noch nicht. Lediglich das Zimmer war fertig und der Kleiderschrank brach aus allen Nähten, weil ihnen immer alle Kleidung schenkten, die ihre Freunde unterwegs für Süß befanden.
In Berlin angekommen klapperten sie einen Laden nach den anderen ab, weil Emma genaue Vorstellungen von dem hatte, was sie wollte. Passend zum Zimmer wollte Emma einen Mintgrünen Kinderwagen. Wobei eigentlich war ihr die Farbe egal, hauptsache nicht Rosa. Auch wenn es ein Mädchen wird, konnte Emma diese Farbe auf den Tod nicht leiden.
"Du bist schon sehr speziell!", meinte Lukas, als er zum gefühlten zwanzigsten Laden fahren musste. "Naja du weißt doch, es muss alles so sein, wie ich es mir vorstelle, sonst werde ich knautschig!", erklärte ihm Emma und sprach nach einer kurzen Pause weiter: "Außerdem musst du damit klar kommen, denn wir werden heiraten. Nun ist zu spät für einen Rückzieher." Lukas lachte und wusste genau, dass Emma Recht hatte. Doch bisher zweifelte er nie an der Beziehung. Er liebte sie in allen Phasen - ob schlecht oder gut gelaunt, krank oder gesund, gestylt oder in Schlabberhosen...
Im nächsten Laden angekommen erblickte Emma sofort, was sie wollte. Da stand ihr Traum in Mint Grün. Obwohl es nur noch dieses eine Austellungsmodell gab, musste sie es haben. Lukas fand es nicht so toll einen Kinderwagen zu kaufen, den schon viele werdende Eltern im Laden Probe gefahren haben, doch das war Emma egal und selbst ihren Geiz konnte sie wieder mit einem satten Rabatt, wegen des Ausstellungsstückes, befriedigen.
Auch alle anderen Sachen fand sie in ihrer bevorzugten Farbe. Flaschen, Bettwäsche, Kindersitz, alles fanden die beiden erst im letzten Laden, den sie ansteuerten.
Überglücklich fuhren sie wieder nach Hause, um den letzten Rest fertig einzurichten.
Aufgedreht hüpfte Emma durch das Haus und Nana fühlte sich dazu animiert mitzumachen. Lukas versuchte seine Verlobte zu beruhigen, doch nur mit mäßigem Erfolg.
Der nächste Tag war kein guter für Emma. Sie dachte immer mehr an die Geburt und hatte schreckliche Angst, was auf sie zukommen würde.
Sie versuchte den ganzen Tag vor Lukas zu überspielen, dass sie Sorgen hat, doch dazu kannte Lukas seine Minze zu gut. "Was los, Süße?", fragte er sie, als sie im Wintergarten saß und ins leere starrte.
"Ich hab schrecklich Angst, vor dem was kommt!", sagte sie ihm und bekam Tränen in die Augen. "Inwiefern?", fragte Lukas, der nicht wusste, in sie sich auf das Mama sein oder die Geburt bezog. Er legte seinen Arm um Emma und tröstete sie, so gut er konnte.
Emma fing an zu reden: "Vor dem Mama sein habe ich keine Angst, da ich den perfekten Papa an meiner Seite habe. Aber die OP, ich hasse sowas!" "Ach Süße, ich bin die ganze Zeit bei dir! Du brauchst dir keinen Kopf machen, ich werde auch nicht umfallen. Ich verspreche dir, ich halte sie ganze Zeit deine Hand und streichel dich!", sagte er ziemlich überzeugend. Emma wusste, dass Lukas bisher alle Versprechen hielt und beruhigte sich tatsächlich.
In der folgenden Nacht ging alles ganz schnell. Emma wachte mitten in der Nacht auf, durch tierische Schmerzen, die ihr durch den Bauch zogen. Sie hatte so mit den Krämpfen zu kämpfen, dass sie Lukas nicht die h Worte wach machen konnte, sondern nur mit einem beherzten Schlag auf seinen Rücken. Schon als Kind schrie Emma nicht rum, wenn sie Schmerzen plagten, sondern hielt alles schweigend aus.
Lukas schaute verschlafen zu Emma und kam schnell zu Sinnen, als er verstand, dass Emma gerade leidet. Er rief den Krankenwagen und versuchte alles um Emma's Krämpfe zu mindern. Nach geschlagenen 30 Minuten erreichte der Krankenwagen das kleine brandenburgische Dorf, in dem die beiden lebten. Sofort bekam Emma ein leichtes Schmerzmittel und musste mit ins Krankenhaus. Lukas packte schnell alle Sachen und fuhr hinterher. Vorgepackt hatten beide nichts, da sie nicht ahnen konnten, dass es jetzt schon soweit sein könnte.
Vielleicht war das auch ein Anfängerfehler.
Als Lukas nur kurz später im Krankenhaus ankam, wurde tatsächlich schon der OP vorbereitet und Emma erhielt beruhigende Medikamente. Lukas eilte auf der Stelle zu ihr und hielt alles ein, was er ihr versprach. Von Minute eins an, war er bei ihr und hielt ihre Hand.
Als sie ihre Betäubung bekam, musste Lukas kurz den Raum verlassen, was ihm die Zeit gab, seinen Kumpels und Janine zu schreiben, dass es jetzt los geht.
Er bekam einen OP Kittel abgezogen, mit hübscher Kopfhaube und traf dann im OP Saal wieder auf Emma, die sichtlich beruhigter wurde, als sie Lukas sah.
Er stand bei ihrem Kopf, hielt ihre Hand und streichelte über ihre Stirn. "Ich hab Angst!", flüsterte sie ihm zu. "Brauchst du nicht, alles wird gut und ich bin ja auch da! Gleich kommt unser Mädchen auf die Welt und Versüßt uns das Leben, zumindest bis zur Pubertät, wo sie uns am liebsten beide umbringen würde.", sagte Lukas und erntete ein lachen von Emma.
"Spüren sie noch etwas?", fragte der Arzt und Emma verneinte es. Es konnte los gehen.
Lukas legte sein Gesicht an Emma's Geischt und beide hofften, dass es Lilly gut gehen würde. Plötzlich ein zarghafter Schrei und Emma schossen die Glückstränen aus den Augen. Auch Lukas konnte nicht mehr an sich halten und verdrückte einige Tränen.
Lilly ging es blendend, doch dadurch, dass sie einige Zeit zu früh kam, war sie noch relativ klein. Die Krankenschwester zeigte den beiden Lilly und Lukas durfte sie kurz auf den Arm nehmen. "Sie sieht aus wie du!", stellte Emma fest.
Nach einiger Zeit lag Emma auf ihren Zimmer, die Betäubung war auch langsam nicht mehr spürbar und dann hatte sie ihren Moment. Lukas legte Lilly auf Emma's Brust und wieder begann sie zu weinen und der kleinen vorsichtig durchs Gesicht zu streicheln. "Sie ist so schön!", sagte Lukas. Beide küssten sich liebevoll und genossen ihre neue dreisamkeit. Plötzlich sprang die Tür auf und wirklich alle ihre Freunde waren mitten in der Nacht ins Krankenhaus gekommen, um Lilly auf der Welt zu begrüßen. Eine Flut von Plüschtieren und Luftballons rollte mit ihnen in das Zimmer.
Alle sahen sich Lilly an und stellten fest, dass mehr Lukas in ihr steckte, als Emma.
Nun hatte eine neue Lebensphase der beiden begonnen und schon bald würde eine weitere anstehen...
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Bitte einfach nicht wecken (Alligatoah FF) #Wattys2019
FanfictionEmma, eine Verkäuferin aus Berlin, lebt schon Bald den Traum ihres Lebens. Immer wieder denkt sie sich: "Bitte einfach nicht wecken!" Eine freierfundene Fan Fiction mit Alligatoah
