17.Kapitel

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»Hey Seth, jetzt wach langsam mal auf.« Jemand stupste mich mehrere Male an, sodass ich wach wurde und meine Augen aufschlug.

»Gott Seth, ich dachte schon du wachst heute gar nicht mehr auf«, meinte Sebastian und für einen kurzen Moment fragte ich mich, wen er mit Seth eigentlich meinte, bis mir einfiel dass es mein Name war. Meine Erinnerungen häuften sich in letzter Zeit zunehmend, was auch meine Gegenwart und Gefühle beeinflusste. Wie lange war es her, dass mich jemand mit Seven angesprochen hatte?

»Alles gut, war nur müde.« Ich saß auf einem der unbequemen Küchenstühlen, welchen ich mir geholt hatte. Es war unmöglich für mich zu sagen wie spätes war, da das Zimmer keine Fenster hatte. Mein Rücken schmerzte und ich streckte meine steifen Glieder.

»Du bist vorhin einfach im Sitzen eingeschlafen. Ich hätte dich auch gerne ins Wohnzimmer getragen, allerdings bist du viel zu schwer für mich und wach kriegen konnte ich dich auch nicht. Also habe ich dir nur eine Decke übergelegt.« Bei dem Gedanken daran, wie Sebastian mit seinem kleinen und recht schmalen Körper versuchte mich hochzuheben musste ich grinsen. Sebastian hingegen musterte mich besorgt und kam mir etwas näher.

»Es ist bereits Abend, wenn du willst kannst du mit mir essen.« Ich nickte und ließ mich von Sebastian auf die Füße ziehen, dann folgte ich ihm ins Wohnzimmer.

»Geht es dir wirklich gut? Du siehst aus, als würdest du kaum genug Schlaf bekommen.« Sebastian holte eine paar Sachen aus dem Kühlschrank, dann begann er ein Stück Fleisch in kleine Stücke zu schneiden.

»Ich weiß nicht, mir geht es eigentlich schon gut.« Sah man einmal von meinen Träumen ab, aber das musste er ja nicht so genau wissen.

»Wenn etwas sein sollte, du weißt dass ich dir helfe.«

»Ist schon gut.« Ich beobachtete ihn still dabei, wie er das Essen zubereitete. Es war erstaunlich, wie geschickt er alles vorbereitete und ich hätte niemals erwartete, dass er sogar kochen konnte. Nachdem Essen drückte er mir einen USB-Stick in die Hand, danach verabschiedete ich mich und machte mich auf dem Weg nach Hause. Im Hausflur roch es nach billigem Parfüm und ich verdrehe genervt die Augen, da ich bereits ahnte weshalb. Vor der Tür blieb ich stehen und atmete kurz durch. Es war nicht das erste Mal, dass ich Will beim Sex hörte, genau genommen kam es sogar recht häufig vor. Dabei war er im Moment eigentlich kaum in der Lage sich zu bewegen.

Als ich die Tür öffnete stand Will gerade am Kühlschrank gelehnt da, in der Hand eine Tasse dampfenden Kaffee und musterte mich bei meinem eintreten. Für einen kurzen Moment huschte ein erleichtertet Ausdruck über sein Gesicht, doch im nächsten Moment hatte er wieder seine starre Maske aufgesetzt. Was hatte ich auch von ihm erwartet? Dass er mir freudestrahlend um den Hals fallen würde? Allein die Vorstellung war lächerlich.

»Wo bist du gewesen?«

»Bei Sebastian, habe ich dir doch gesagt.«

»Du hast gesagt du wärst spätestens Mittags wieder hier... und nicht den ganzen Tag dort«, meinte er und ich hängte meine Jacken an den Haken und zog meine Schuhe aus.

»Ich bin eben eingeschlafen und er hat mich nicht aufgeweckt«, antwortete ich und er schien darüber aus irgendeinem Grund verärgert zu sein,dann stellte er seufzend die Tasse ab.

»Was hat er gefunden?«

»Noch nicht viel. Außerdem solltest du dich noch schonen und dich nicht in meinen Auftrag einmischen.« Ich ließ mich auf meinen Stuhl fallen, dann schaltete ich meinen Laptop ein und holte den USB-Stick aus meiner Hosentasche.

»Es macht mich wahnsinnig den ganzen Tag rumzusitzen und nichts tun zu können. Ich kann mir nicht mal eine Frau herholen, dabei müssen meine Bedürfnisse auch mal wieder erfüllt werden.« Ich warf ihm einen genervten Blick zu, ehe ich die erste Datei auf dem USB-Stick öffnete. Es war eine kurze Erklärung, dass sich die Dokumente nachdem lesen selbst löschen würden und ich mir die Informationen also gut merken sollte. Die Informationen waren vertraulich und ich sollte sie nicht weitergeben, da es für ihn ein gewisses Risiko hatte mir diese anzuvertrauen.

»Es wundert mich jedes Mal, dass du seit ich dich kenne keine einzige Frau im Bett hattest. Wie kannst du nur Jahre lang darauf verzichten?« Wieder warf ich ihm einen genervten Blick zu. Wenn er gerade versuchte mit seinem Gerede darüber vom Arbeiten abzuhalten gelang ihm das sehr gut sogar.

»Will ich versuche zu arbeiten. Ich habe generell nicht das Bedürfnis danach.« Will murmelte leise etwas, was wie „Also doch asexuell" klang, aber ich ignorierte ihn und widmete mich dem Dokument, wo ich versuchte die wichtigsten relevanten Informationen in meinem Kopf zuspeichern. Eine Million war eine Menge Geld und auch wenn ich den Auftraggeber ziemlich unheimlich fand, war ich auf das Geld angewiesen.   

Nameless (Boyslove)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt