"Du hast Fieber bekommen und ich hab mich um dich gekümmert.", erklärte ich kurz angebunden, wobei ich skeptisch von dem Schwarzhaarigen gemustert wurde. "Was ist gestern genau passiert?" Unsicher sah ich auf meine Hände und erzählte ihm alles... Fast alles. "Meine Schwester war vor zwei Tagen hier und hat mit uns zu Abend gegessen und dabei haben wir auch ein bisschen getrunken und ich hab mich als sie ausgegeben und hab vielleicht ein bisschen übertrieben.", gestand ich kleinlaut. "Ein bisschen? Ich habe einen kompletten Filmriss." Er schrie mich zwar nicht an, dennoch war seine Stimme in unterdrückter Wut getränkt. "Danach hatten wir die Idee, etwas Schwimmen zu gehen und du bist mit. Irgendwann sind wir aber doch schlafen gegangen. Am nächsten Morgen ist Ella gegangen und ich hab nach dir gesehen. Du lagst mit der nassen Badehose da und hattest hohes Fieber.", schilderte ich weiter, ließ bewusst meine Fragen aus, er war bereits wütend genug, das spürte ich." Wieso habe ich sie nicht mehr an? ", mit hochgezogenen Augenbrauen und verschränkten Armen, lehnte er an der Wand und sah mich durchdringend an. "Ich habe dich aufgeweckt und du hast dich umgezogen.", antwortete ich wahrheitsgemäß und sah ihm dabei in seine blauen Augen. "Es tut mir so unglaublich Leid! Nur wegen mir warst du krank.", entschuldigte ich mich schuldbewusst. "Lass mich jetzt bitte allein. Du hast ja anscheinend genug angerichtet.", meinte er nur kalt. Ich verließ niedergeschlagen den Raum und das schlimmste war, dass er Recht hatte. An seiner Stelle wäre ich bestimmt auch sauer. Ich zog mir einen anderen BH und eines meiner T-Shirts an und setzte mich auf mein Bett, die Beine angewinkelt und mit meinen Armen umschlungen. Wieso um alles in der Welt hatte ich diese dämliche Idee gehabt?! Ich war wirklich dumm und jetzt hatte ich die Wut eines Gottes auf mich gezogen, dabei wusste er nur die Hälfte. Es schmerzte mich, darüber nachzudenken, was er jetzt von mir halten musste, mich zu fragen, ob er mir vergeben würde und selbst wenn, würde er das ab jetzt immer im Hinterkopf behalten, solange wir hier zusammen waren. Schon als kleines Kind konnte ich nicht damit umgehen, wenn jemand länger sauer auf mich war. Lieber mochte ich es, wenn mich jemand anschrie, mir danach aber verzieh. Immer mehr negative Gefühle sammelten sich in mir und sorgten dafür, dass ich mich immer schlechter fühlte, mich die Schuldgefühle nahezu auffraßen. Je mehr ich darüber nachdachte, wie sehr mich Loki deswegen hassen musste, desto schlechter fühlte ich mich, bis ich irgendwann Schnappatmung bekam. Ich lief ins Badezimmer und spritzte mir kaltes Wasser ins Gesicht, um mich zu beruhigen, doch erst nach einigen Minuten bekam ich meine Atmung wieder in den Griff und lehnte mich gegen das Waschbecken. Ich hatte im Moment keine Kraft und auch keine Lust aufzustehen, weshalb ich einfach sitzen blieb und ins Leere starrte. Sicherlich reagierte ich über, doch es schmerzte mich sehr, dass der Schwarzhaarige wegen mir leiden musste und nun wütend war. Den ganzen restlichen Tag redete er nicht mehr mit mir, selbst in der Küche ignorierte er mich und machte sich selbst etwas zu essen, was meinem Herzen einen Stich versetzte, weshalb ich es erst gar nicht versuchte, mit ihm zu reden, sondern es einfach akzeptierte und wieder in mein Zimmer ging, nachdem Loki etwas gegessen hatte, ich selbst hatte keinen Hunger. In der Nacht blieb ich wach und saß vor der Balkontür. Eigentlich hätte ich es verdient auch krank zu werden, doch egal was ich tun würde, es würde dem Gott deutlich mehr schaden als mir und genau das ließ mich verzweifeln. Wie sollte ich mich dafür bestrafen und dasselbe erleben wie er? Es ging einfach nicht. Bereits seit einiger Zeit hatten die Tränen ihren Weg über meine Wangen gefunden und hatten einen relativ großen dunklen Fleck auf dem Teppich gebildet. Es war einfach zum Verzweifeln. Irgendwann war ich so ausgelaugt, dass ich im Sitzen einschlief, meine Stirn an der Glasscheibe lehnend. Diese Nacht hatte ich einen Albtraum.
Ich saß in meinem Zimmer im Stark Tower, als auf einmal die Tür aufgerissen wurde und Loki gemeinsam mit den restlichen Avengers hereinkam. Alle sahen mich hasserfüllt und auch enttäuscht an. "Ich hätte nicht gedacht, dass du so hinterhältig sein kannst.", begann Natascha und Tony fuhr fort:"Wir waren alle nett zu dir und so zeigst du deine Dankbarkeit?" Das ging immer so weiter und langsam drängten sie mich auf den Balkon. "Die Verbindung zwischen uns wird bestimmt getrennt, wenn du stirbst." Waren seine Worte, als er auf mich zukam. "Es wird niemand um dich trauern, keine Sorge.” Rücklings stürzte ich über das Geländer und fiel unzählige Stockwerke herunter, schrie und flehte sie an, mir zu helfen, jedoch kam niemand und ich würde gleich auf dem Asphalt auftreffen.
Geschockt und mit rasendem Herzen saß ich da und schluchzte leise. Dieser Traum hatte es in sich gehabt und ich verkraftete es einfach nicht. Auf einmal spürte ich eine Hand auf meiner Schulter und sah Loki aus verweinten Augen an. "Es tut mir Leid, war ich zu laut oder war es der Traum? Es wird nicht mehr vorkommen.", versprach ich ihm schnell und kauerte mich ein wenig mehr zusammen. Gleich würde er wieder gehen und ich wäre allein mit meinen Gefühlen. "Sieh mich an.", seine Stimme war bestimmend aber sanft und zaghaft tat ich wie befohlen. "Ich hatte einen Albtraum, aber es war nicht meiner." Er verwendete absichtlich meine Worte, was mich ein wenig schmunzeln ließ. Der Schwarzhaarige kniete sich zu mir herunter und nahm mich in den Arm, es fühlte sich so gut an und erneut weinte ich . "Es tut mir so Leid, bitte hass mich nicht!", schluchzte ich in sein Shirt. "Ich hasse dich nicht und wenn ich gewusst hätte, dass dir das so zusetzt, hätte ich dich nicht so lange zappeln lassen." Überrascht sah ich ihm in die Augen. Er meinte das ernst! "Zudem machen mich diese Gefühle absolut fertig.", gestand er schief grinsend und drückte mich wieder an sich. "Da ist mir deine schreckliche Fröhlichkeit wirklich lieber als diese Schuldgefühle, also sei gefälligst wieder glücklich.", murmelte er in mein Haar.
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Ein Unfall mit Folgen
FanficWeil ihre Zwillingsschwester krank ist, übernimmt Christy außnahmsweise ihre Arbeit als Hausfrau im Stark Tower. Es gehört nicht viel dazu ein Haus zu putzen, doch unerwartete Komplikationen treten auf und das unbedeutende Mädchen befindet sich aufe...
