Das warten hat sich gelohnt

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Ich war so erleichtert das ich es ihm erzählt hatte. Wir redeten noch eine ganze Weile über das Leben das ich einmal gehabt hatte, und ich zeigte ihm sogar ein paar unserer Hochzeitsfotos. Ich hatte früher viele davon in meiner Wohnung, aber mit der Zeit hatte ich sie fast alle abgenommen, weil es einfach zu sehr weh tat sie immer zu sehen. Er war sehr verständnisvoll, auch wenn ich mir vorstellen konnte wie sehr ihn die Geschichte zuerst verwirrt hatte. Er hörte mir zu und ab und zu stellte er mal eine Frage, bis ich schließlich sagte: „So jetzt haben wir genug über traurige Dinge geredet. Was machen wir jetzt noch mit dem restlichen Abend?"
„Ich weiß nicht.", sagte er. „Ich glaube mir ist einfach danach dich in den Arm zu nehmen und einen Film zu gucken.", sagte er. Ich konnte an seinem Blick erkennen das er Mitleid mit mir hatte. „Hör mal, ich will nicht das du Mitleid mit mir hast. Natürlich bin ich traurig weil er einfach ein großer Teil meines Lebens war, aber es ist jetzt schon so lange her und eigentlich komme ich mittlerweile ganz gut damit zurecht.", sagte ich etwas streng. „Allerdings finde ich deinen Vorschlag sehr gut.", fügte ich lächelnd hinzu. „Dann los.", sagte er, stand auf und streckte beide Hände nach mir aus. Ich nahm sie und stand auf. Während er sich umdrehte vertauschte er meine Hände, so das sie jetzt von hinten über seinen Schultern lagen. Es war ziemlich schwer so zu laufen und nachdem ich das erste mal über seine Füße gestolpert war, ging ich näher an ihn heran und sprang auf seinen Rücken. Er war etwas überrascht, aber er hielt sein Gleichgewicht und ich vergrub mein Gesicht an seinem Hals. Er roch so gut. Ich war so froh das er das alles so gut aufnahm und ich fühlte das die Geschichte nichts zwischen uns verändert hatte. Ich wollte einfach nur noch bei ihm sein jetzt wo ich die letzte Mauer zwischen uns eingerissen hatte.

Als wir unten angekommen waren ließ er mich runter und ich ging nochmal ins Bad. Ich sah sicher furchtbar aus so verheult wie ich war. Ich spritzte mir etwas kaltes Wasser ins Gesicht und kämmte mir durch die Haare. Dann zog ich mir noch eine bequeme Hot Pants aus Stoff an und ein einfaches Top, betrachtete das Ergebnis im Spiegel und war zufrieden. Ich ging ins Wohnzimmer, wo Tom es sich schon auf seiner Seite der Couch bequem gemacht hatte und durch einige Filme zappte die wir uns ansehen konnten. Als er mich sah hob er gleich die Decke hoch unter der er lag und ich kletterte darunter und legte mich in seinen Arm. Er startete einen Film aber mir war es eigentlich egal was wir uns ansahen. Ich schloss die Augen und genoß für eine Weile einfach dieses vertraute Gefühl von Geborgenheit in seinen Armen und hörte seinem Herz zu, wie es langsam und regelmäßig in seiner Brust schlug. Er hatte seine Hand auf meine Hüfte gelegt, drückte mich fester an sich und küsste mich auf die Stirn. Ich lächelte mit geschlossenen Augen und spürte wie er mir eine Strähne aus dem Gesicht strich.

Das nächste was ich mitbekam war, das ich langsam wach wurde. Ich spürte wie eine Hand sanft durch mein Gesicht strich und ich hörte im Halbschlaf eine Stimme. „Hey süße, wach auf.", flüsterte Tom sanft an meinem Ohr. „Der Film ist vorbei und ich dachte du willst sicher lieber ins Bett gehen." Immer noch ein bisschen benommen schlug ich die Augen auf und hob meinen Kopf ein Stück an damit ich ihm in die Augen sehen konnte. Seine Augen waren ruhig und sein Lächeln warm. „Ich will nicht gehen. Ich will bei dir bleiben.", sagte ich ohne groß darüber nachzudenken. Sein Lächeln wurde etwas breiter. „Die Couch ist vielleicht ein bisschen zu klein für zwei Leute, findest du nicht?", antwortete er. „Dann musst du mit mir kommen.", sagte ich und löste mich ein bisschen aus seinem Arm. Ich war jetzt näher an seinem Gesicht und wartete auf seine Reaktion. „Das würde ich wirklich gern, wenn du schon bereit dafür bist.", flüsterte er.
„Ich glaube das bin ich.", flüsterte ich zurück und beugte mich ein Stück vor. Ich hob eine Hand an seine Schulter und als sich unsere Lippen berührten, fühlte es sich an als würde eine ganze Armee Schmetterlinge in meinem Bauch explodieren. Er legte eine Hand an mein Ohr und drückte mich so, sanft ein bisschen fester an seine.
Ich löste mich langsam von seinen Lippen, blieb aber ganz nah an seinem Gesicht. „Wow, das warten hat sich gelohnt.", flüsterte er wieder und küsste mich noch einmal sanft aber kurz. Ich lächelte ihn an und fing langsam an aufzustehen. „Wo willst du hin?", fragte er plötzlich und griff nach meinen Armen. Ich fiel sofort wieder zurück auf seine Brust und musste lachen. „Hey!", sagte ich. „Ich wollte doch nur deine Sachen zu mir nach oben bringen."
„Na gut, also wenn das so ist dann darfst du aufstehen.", lachte er. Gemeinsam trugen wir seine Decke und Kopfkissen nach oben, und dann schlief ich, das zweite mal an diesem Abend, in seinen Armen ein. Natürlich nicht ohne noch einen gute Nacht Kuss bekommen zu haben.

Die zweite ChanceGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt