Die Reise nach London stand an und ich war schon am Samstag vor der Abreise am Rande der Verzweiflung. Ich stand bestimmt eine halbe Stunde lang vor dem Kleiderschrank und überlegte was ich einpacken sollte. Unterwäsche und Pyjama befanden sich schon im Koffer, sowie Socken. Ich suchte mir ein paar meiner neuen und Lieblingssachen raus und legte einfach alle in den Koffer. Dann nahm ich noch ein Kleid, falls es irgendeine Feier oder einen besonderen Anlass geben sollte. Ich packte noch ein Paar Pumps, Vans und Ballerinas und natürlich meine Kosmetiktasche rein. Ein bisschen Schmuck und men Lieblingsparfüm und da war ich schon fertig. Die Parallelklasse fliegt nach Irland, also würde Andrew nicht dabei sein, was mir eigentlich auch gerecht war. Er musste ja nicht unbedingt wissen, dass ich mit Jack unter einem Dach wohnen würde. Ich packte in meine große Handtasche ein Buch, meine Kopfhörer und andere wichtige Dinge. Nachdem ich alles nochmal durchgegangen war, um sicherzugehen, dass ich nichts vergessen hatte, ging ich runter um mit meiner Familie zu Abend zu essen.
Am Sonntag um sechs Uhr Morgens saß ich im Auto und Mark fuhr mich zum Flughafen, wo sich die ganze Klasse treffen würde. "Lucy?", sagte mein Bruder laut. Ich hatte wohl meine Musik wieder zu laut aufgedreht und meine Augen waren geschlossen. "Ja?", sagte ich, ohne meine Augen zu öffnen. "Wir sind da." Ich öffnete sie sofort und strahlte meinen Bruder an. "Komm, ich geh noch mit dir rein", meine Mark und stieg mit mir zusammen aus. Drinnen waren die meisten schon versammelt und als Angela Mark entdeckte, sah sie mich grinsend an. Sie wusste ja garnicht, dass Mark mein Bruder war. "Viel Spaß, Schwesterchen. Und bau keinen Scheiß", verabschiedete sich Mark von mir, übergab mir meinen schweren Koffer und umarmte mich. Dann ging ich zu Angela und Dean. "Wer war denn der heiße Typ?", fragte Angela. "Das war mein Bruder", antwortete ich und lache. "Ich kann ihn dir ja mal vorstellen", meinte ich grinsend und zwinkerte. Angela wurde rot und unsere Lehrer begannen zu sprechen. Unser Klassenvorstand und eine Englischprofessorin würden uns begleiten.
Im Flugzeug musste ich mich neben Jim setzen, wobei ich mit ihm keine guten Erinnerungen teilte. Er war total der Grapscher. Während des Flugs grinste er mich die ganze Zeit dämlich an, ich war aber zu müde um daran zu denken. Irgendwann schlief ich ein und ein wohlige Wärme umgab mich.
Ich wachte auf, als ich etwas auf meinem Oberschenkel spürte. Ich öffnete meine Augen und bemerkte, dass ich auf Jims Schulter geschlafen hatte und sah seine Hand auf meinem Oberschenkel liegen. Ich hob die Hand vom schlafenden Jim auf und legte sie auf seinen eigenen. Ich las ein wenig in meinem Lieblingsbuch und nach einer Stunde landeten wir. Am Flughafen, als alle ihre Koffer wieder hatten, erklärte der Lehrer uns ein paar Dinge und wir wurden alle mit dem Taxi zu unseren Gastfamilien gebracht. "Ignorierst du mich etwa schon wieder?", raunte Jack mir mit seiner tiefen Stimme ins Ohr und sein betörender Geruch stieg in meine Nase. Ich sah ihm in seine dunkelblauen Augen und antwortete nichts darauf. Das Taxi hielt an und wir stiegen aus. Wir nahmen unsere Koffer und gingen auf ein großes Haus zu. Bei den Treppen fragte Jack, ob er mir meinen Koffer abnehmen solle. Ich berneinte und bedankte mich, schleppte den Koffer die Treppe hinauf. Als mir die Kraft ausging, fiel er mir tatsächlich aus der Hand. "Verdammte Scheiße", fluchte ich vor mich hin und ging die paar Stufen zurück, bis ich den Koffer erreichte. Da stand Jack vor mir und nahm ihn mir einfach ab. "Was machst du denn?", fragte ich ihn genervt. Bei ihm sah das Tragen so leicht aus. "Wir wollen doch nicht, dass du nochmal so schlimme Worte in den Mund nimmst." "Sehr witzig. Danke." "Gerngeschehen." Wir klingelten an der Tür und eine freundlich aussehende Frau machte uns auf. "Good Morning! You are the two kids from Germany, am I right? I'm Sarah." "Yes, I am Lucy. Nice to meet you." "Hello, I am Jack." "Come in, I'll show you your rooms", sagte die Frau und lächelte.Wir folgten ihr hinein und als sie die Treppen hinaufging, nahm Jack wieder meinen Koffer. Er ließ mich vorgehen und ich folgte Sarah. Ein schönes Zimmer kam zum Vorschein und sie sagte:"That's your room, Lucy." Ich lächelte sie an und meinte:"It's cool." "Jack is in the room next to yours, when he leaves his room, he has to go through yours. Excuse me, I thought there'll be two girls." "It's okay", antwortete ich. Jack kam herein und grinste mich dreckig an. Idiot. Wir folgten der Dame und unten trafen wir auf den Rest der Familie. Sarahs Mann, Will und ihre Tochter, Hannah. Sie sah aus wie Katherine, die werden bestimmt noch beste Freundinnen. Aber ich hätte nie gedacht, dass ich einmal mit so einer unter einem Dach wohnen muss. Sie musterte mich von oben bis unten und zog eine Augenbraue hoch, dann glitt ihr Blick zu Jack. Da begann sie zu grinsen und zwinkerte ihm zu. Er lächelte sie an. Aus irgendeinem Grund machte mich das wütend. Ich sagte, dass ich meinen Koffer auspacken würde und ging in mein Zimmer.
Ich sah auf die Uhr. Um zwei Uhr würden wir uns beim Buckingham Palace treffen und eine Sightseeing-Tour machen. Also hatte ich noch Zeit, um mich frisch zu machen. Ich nahm meine Kosmetiktasche, ein Handtuch und frische Kleidung und ging in das Bad, dass Jack, Katherine und ich uns die nächsten paar Tage teilen würden. Ich zog mich aus und stellte mich in die Badewanne. Ich hatte ein kleines Duschgel mit Kokosgeruch gekauft, was echt gut roch. Nachdem ich fertig mit dem Duschen war, wickelte ich mir das Handtuch um den Körper und stieg aus der Badewanne heraus. Plötzlich wurde die Tür aufgerissen und Jack stand im Bad. Als er mich sah, grinste ernund kam auf mich zu. "Geh raus", sagte ich zu ihm. "Nein", antwortete er. Er strich mir über die Wange und ich bekam echt Angst, dass er mir etwas tun würde. Ich konnte nicht sprechen, sah ihm angsterfüllt in seine Augen. "Du hast Angst vor mir", stellte er fest. Ich bemerkte, dass ich zitterte und er ging einen Schritt nach dem anderen zurück, bis er nicht mehr im Badezimmer war. Erleichtert atmete ich aus und zog mich an.
Jacks Sicht:
Sie hat Angst vor dir. Du hast ihr Angst gemacht. Meine innere Stimme hörte nicht auf diese beiden Sätze zu wiederholen und ich fühlte mich scheiße. Ich wollte doch nicht, dass sie Angst vor mir bekommt. Ich wollte aus irgendeinem Grund, dass sie sich bei mir sicher fühlt. Ich wollte nur ihre weiche Haut berühren und sie roch so verdammt gut.
"If that girl is too boring for you, you can come in my room at night", sagte Hannah, die plötzlich hinter mir stand. Ich sah sie an und dachte mir nur "Bitch." Und ging in mein Zimmer. Ich wartete darauf, dass Lucy wieder aus dem Bad herauskam und ging dann selbst duschen. Als ich fertig war, zog ich mich an und ging dann schweigend mit Lucy ins Esszimmer. Sie sah mich nicht an und verschränkte ihre Arme. Unten angekommen, sollten wir zu zweit den Tisch decken. Wir holten fünf Teller und Besteck. Es machte mich echt fertig, dass sie mich ignorierte und Angst vor mir hatte, obwohl es mir eigentlich egal sein sollte. Und dann tat ich etwas, was ich wahrscheinlich lange nicht mehr getan hatte. Ich entschuldigte mich bei einem Mädchen. "Hör zu, Lucy. Es tut mir Leid wegen vorhin. Aber bitte sei nicht sauer, oder doch du kannst auch sauer sein, aber schweig mich bitte nicht an." "Okay." "Okay? Das war's? Keine Standpauke?" Sie schüttelte ihren Kopf und sah mich leicht verwirrt an. Ich lächelte sie an und sie lächelte zurück. Hannah kam seufzend herein und trug einen echt knappen Rock. Lucy bemerkte wohl meinen Blick und wandte sich ab. War sie etwa eifersüchtig?
Nach dem Essen fuhren wir mit dem Taxi zum Buckingham Palace, wo auch schon die anderen warteten. Ich ging zu Jim und Chris, der Lucy unaufhörlich anstarrte. "Äh, Chris, anstarren kommt nicht so gut", meinte Jim. "Wenn du sie im Bett haben willst, musst du anders beginnen." Ich verspannte mich sofort. Er dachte wirklich darüber nach, obwohl ich mich schon fast mit ihm geprügelt habe. "Erstens, will ich sie nicht im Bett und zweitens, steht sie glaube sowieso auf jemand anderen." "Auf wen denn?", fragte ich sofort. "Ich weiß nicht, ich glaube einfach das es so ist." Ich nickte, dachte über seine Worte nach. Wir fuhren im Bus durch die Stadt, die Lehrerin erzählte etwas, wobei ihre Informationen zu den Sehenswürdigkeiten und über die Geschichte niemanden interessierten. Lucy saß vor mir, hatte unauffällig ihre Kopfhörer in den Ohren und hörte Musik. Als sie leise zu singen begann, galt meine volle Aufmerksamkeit ihrer Stimme. Als wir ausstiegen, um zum naturhistorischen Museum zu gehen, stolperte Lucy über die letzte Treppe und ich fing sie gerade noch schnell genug auf. Sie richtete sich auf und bedankte sich. Ich sagte nichts darauf und sie ging dann. Sie stellte sich mit Dean in die Zweierreihe und ich fragte mich wie so oft, was sie eigentlich so toll an ihm fand.
Nachdem wir uns einen Großteil des Museums angesehen hatten und ich fast eingeschlafen war, gingen wir zum Hyde Park. Wir konnten uns hinsetzen und ein bisschen entspannen und als der Lehrer diese Worte sagte, ließ Lucy sich sofort ins Gras fallen. Wir blieben noch eine Weile dort und dann fuhren wir endlich zu unserem derzeitigen Zuhause. Ich zog mich aus und legte mich einfach in mein Bett. Ich hatte garkeine Lust darauf, morgen in die Schule zu gehen.
Mitten in der Nacht, wurde ich von einem Schei geweckt, der aus Lucys Zimmer kam. Ich stürzte in ihr Zimmer und sah sie, wie sie sich im Schein des Vollmondes in ihrem Bett herumwälzte und dann Schrie sie wieder. "Lucy, wach auf, es ist nur ein Traum!", sagte ich laut und rüttelte sie. Sie wachte auf und begann zu weinen. Ich umarmte sie zögerlich und versuchte sie mit Wiegebewegungen zu beruhigen. Als sie aufhörte zu weinen, wollte ich wieder in mein Zimmer zurück, aber sie hielt meinen Arm und bat mich leise, zu bleiben. Ich legte mich zu ihr, sie bettete ihren Kopf auf meiner Brust und ich legte den Arm um sie. Sie war kalt. Also zog ich sie fester an mich und schlief auch bald ein.
Hey ♥ Wie gefällt euch die Geschichte bis jetzt? Falls ihr Ideen, Verbesserungen, Kritik oder Lob habt, schreibt mir einfach :) Achja, entschuldigt bitte mein Englisch ♥
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Bad boy
Novela JuvenilLucy und ihre Brüder ziehen mit ihrer Mutter in eine neue Stadt und lassen ihre Vergangenheit hinter sich. Ihre Brüder möchten Lucy um jeden Preis beschützen, auch vor Jungs. Doch Lucy hat ihren eigenen Kopf, was das betrifft.