Ernstes Gespräch

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Aufgeweckt wurde ich durch unangenehmes antippen. Ich quängelte und drehte mich zur Seite. ,,Noch 10 Minuten...", murmelte ich. ,,Nichts mit 10 Minuten. Es ist halb 8!" Schlagartig schlug ich die Augen auf. Ich wandte mich erschrocken zu Jimi. ,,Was??" ,,Beeil dich!" Jimi war schon angezogen. Ich kletterte schnell aus dem Bett und ging ins Bad. Dort machte ich mich schnell fertig. In Jimis Zimmer suchte ich mir meine Anziehsachen zusammen. Diese lagen hier nämlich überall verstreut rum, da ich noch keine Lust hatte, diese in die Schränke zu verstauen und somit immer im Rucksack wühlen musste, wenn ich was suchte.

Gerade als ich mir meine Schuhe anzog, kam Jimi in den Flur und grinste mich an. Ich richtete mich auf und fragte: ,,Was is?" ,,Hast du nicht was vergessen?" Ich sah an mir runter. Nein, diesmal war ich angezogen. Ich sah ihn wieder an. Da holte er meine Schultasche hinter seinem Rücken hervor. Ich lächelte ihn an und sagte: ,,Na, wenn ich dich nicht hätte..." Jimi unterbrach mich. ,,Dann würdest du zu spät und ohne Schultasche zur Schule kommen." ,,Zu spät komme ich auch so." Er nickte. ,,Ja aber nicht allzu spät, wenn ich dich fahre." Dabei wedelte er mit seinem Autoschlüssel rum." Ich lachte. ,,Du bist mein Held." ,,Na komm." Ich folgte ihm und stieg ins Auto, MIT meiner Schultasche. Ich sah auf die Uhr. 7:55 Uhr. Ich werde auf jeden Fall 10 Minuten Verspätung haben.

Vor meiner Schule hielt Jimi. ,,Danke fürs bringen Schatz..." Hatte ich das gerade gesagt? Jetzt ernsthaft? Ich sah ihn verlegen an. Er lächelte mich an. ,,Mir gefällt mein neuer Kosename." Ich lächelte ihn wieder an. ,,Na komm, ich bring dich noch mit rein. Dann kann ich dich bei deinem Lehrer entschuldigen und ihm auch die Situation erklären." ,,Das würde zwar passen, da ich jetzt meinen Klassenlehrer habe, aber musst du nicht eigentlich los?" ,,Diese paar Minuten nehme ich mir einfach." Damit stieg er aus und ich gleich hinterher. Ich lotste ihm den Weg zu meinem Klassenzimmer. Ich klopfte an der Tür. Herr Siemens, so der Name meines Lehrers, bat mich hinein. Ich ging mit Jimi rein und schon erntete ich wieder sehr verwirrte und erschrockene Blicke. Klar, Jimi war der Sohn eines und einer Prominenten. Er war überall bekannt und er kam nicht alle Tage in eine Schule.

,,Entschuldigung für meine Verspätung Herr Siemens." Er nickte. ,,Ja ist ok, aber ich würde gerne deine Gründe dafür wissen." Da trat Jimi weiter vor. ,,Um Ihnen das zu erklären, bin ich hier. Dürfte ich sie dafür mit raus bitten?" Mein Lehrer kratzte sich am Kopf und überlegte. Dann sagte er: ,,Ja gut. Ronja, setz dich an deinen Platz." Er wandte sich an die Klasse: ,,Ihr beschäftigt euch jetzt bitte für ein paar Minuten still. Ich bin gleich wieder da." Großes Gemurmel machte sich in der Klasse breit, als die beiden Herrschaften vor die Tür verschwanden.

Larissa stand plötzlich auf und packte mich an den Haaren. Ich schrie auf. Sie zog mich hoch. Was war denn jetzt? Ich hatte doch gar nichts gemacht. ,,Hey Ronja, ich dachte die Warnungen von Monika hätten gereicht! Wir haben dich jetzt oft genug gewarnt. Du wirst nicht mehr in die Schule gehen, sondern in die Hölle! Wir werden dich so lange fertig machen, bis du verschwindest. Anders wirst du nicht in Ruhe gelassen werden." Unter Schmerzen sagte ich: ,,Du steckst also auch in Monikas Clique?" ,,Natürlich, was denkst du denn? Die meisten sind auf ihrer Seite!" Sie legte mir beide Arme auf den Rücken und drückte mich auf den Tisch. Wieder stieß ich einen Schrei aus. Er war aber nie laut genug, dass die Anderen von draußen es hörten. Die ganze Klasse stand um uns rum, aber niemand half mir. Es hatten alle wohl sehr großen Respekt vor Monika, dass sie sich nicht trauten mir zu helfen, oder aber sie waren auch alle gegen mich. ,,Ihr seit doch alle nur auf ihrer Seite, weil ihr viel zu viel Schiss habt, irgendwas gegen sie zu sagen!" Larissa packte kräftiger zu und drückte mich noch mehr auf den Tisch. Ich bekam zwar noch genug Luft, aber sie drückte mich mit dem Brustkorb gegen die Tischkante. Meine Wange lag auf dem kalten Tisch und ich konnte mich nicht bewegen. Warum? Warum waren sie so grausam zu mir? Ich hatte ihnen nichts getan, hatte mich nie irgendwo eingemischt. Ich wollte mir nur neue Freunde suchen. Freunde, wie Nicholas es war, aber nicht mal das durfte ich. Das war schon falsch...

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