Am Sonntag bauten wir den ganzen Tag die restlichen Möbel auf und ich räumte meine Sachen ein. Am Ende des Tages war mein Zimmer wirklich wohnlich. Es fühlte sich etwas wie früher an. Ich hatte mein eigenes Zimmer und wohnte bei den Jungs, die für mich damals nur Schulkameraden waren. Heute sind sie so viel mehr als nur das. Wie sich das Alles entwickelt hatte war Wahnsinn.
Da wir heute schlecht wegen den Therapeuten rum telefonieren konnten, hatten wir das auf morgen verschoben. Dass heute Sonntag war hatten wir alle drei verpennt. Nach dem Abendessen verzog ich mich mit Cookie in mein Zimmer. Ich wollte etwas Ruhe haben. Irgendwie gefiel mir der Gedanke an morgen nicht. Ich hatte nun zwar Unterstützung, aber ich wollte eigentlich nicht weg von hier. Nicht wo ich doch gerade erst eingezogen war. Ich legte mich mit meinem Hund auf mein Bett und kuschelte etwas mit ihm. ,,Ach Cookie. Was würde ich nur ohne dich machen?" Er fiepste und wedelte leicht mit seiner Rute. Ich lag da und dachte die ganze Zeit an nichts Anderes mehr als an den morgigen Tag. Ich war so fertig von den letzten Tagen, dass ich so einschlief.
Am nächsten Morgen weckte Joachim mich recht früh. Er hatte bereits telefoniert und noch für heute einen Termin für ein Gespräch in einer Klinik bekommen. Mit bedrückter Laune stand ich auf und machte mich fertig. Ich bemerkte selbst, wie langsam ich heute war und dass ich so gar keine Lust auf gar nichts hatte. Cookie verfolgte mich wieder auf Schritt und Tritt. Auch er bemerkte, dass etwas nicht stimmte.
Fertig angezogen und gewaschen ging ich die Treppen runter und zog mir Jacke und Schuhe an. Ich streichelte Cookie noch über den Kopf bevor Joachim und ich fuhren. Leon musste währenddessen Zuhause bleiben und auf die Hunde aufpassen.
Das Wetter entsprach heute meiner Laune. Es war dunkel und sehr frisch. Der Wind schlug mir nur so um die Ohren als ich ins Auto stieg. Wir fuhren eine halbe Stunde. Dann waren wir da.
Wir suchten den Eingang und meldeten uns beim Empfang an. Natürlich mussten wir noch ein paar Minuten warten. Ich hatte heute noch kein einziges Wort von mich gegeben, weshalb Joachim das leere Wartezimmer nutzte um mich darauf anzusprechen: ,,Es wird alles gut werden. Die erste Zeit wird dir sehr schwer fallen, aber du schaffst das. Du wirst dich wieder gesund kämpfen und dann wird es wieder bessere Zeiten geben." Ich konnte ihm nicht über seinen letzten Satz böse sein. Er konnte nicht nachvollziehen, dass es für mich gerade keinen Gedanken an eine Zeit gab, in der es wieder besser lief.
Wir warteten nicht lange als ich aufgerufen wurde. Ich sollte erst alleine ins Zimmer gehen in der die Therapeutin wartete. Er fragte mich natürlich weshalb ich dort war. Weil's mir Spaß macht den Weg zu fahren und zu quatschen...Ich schüttelte den Kopf innerlich und erzählte dann von Anfang an. Wie jeder Arzt schrieb auch sie sich alles Wichtige auf. Dann kamen andere Fragen. So wie wann ich mich das letzte Mal selbst verletzt hatte, warum ich es getan hatte und ob ich schon darüber nachgedacht hatte, wie ich mir das Leben nahm. Ich musste ehrlich sein. Und so erzählte ich ihr, dass ich schon zu meinem Kumpel gesagt hatte, er solle mich umbringen und dass ich schon Gedanken an Selbstmord hatte. Nach fast einer dreiviertel Stunde war sie dann endlich fertig und Joachim kam dazu.
,,Also Herr Masannek. Ich halte es für das Beste, wenn Ronja so schnell wie möglich zu uns in die Klinik kommt. Sie darf erst ab dem zweiten Wochenende jedes Wochenende nach Hause. Die ersten zwei Wochen dienen zur Eingewöhnung. Da es eine Klinik für Erwachsene ist, darf sie ihr Handy behalten. Den Jugendlichen nehmen wir es immer ab, damit sie mal Abstand von dem schlechten Einfluss der Social Media bekommen." Joachim stimmte den Ganzen zu, doch dann wurde auch ich gefragt. Wenn ich jetzt ablehnte, müsste ich mich nicht davor fürchten hierher zu kommen. Da ich Volljährig war durfte ich das selbst entscheiden. Doch mir würde es dann immer noch nicht helfen. Und ich wollte wieder gesund werden! Also stimmte auch ich zu mit einem Nicken.
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Das neue Leben
FanfictionDie Fortsetzung von ,,Beziehungsstress und Familiengeheimnisse" Ronja ist nun bei ihrem Vater. Sie hatte ein neues Leben angefangen. Die ersten Tage in der neuen Schule waren nicht gerade die Besten und sie vermisste ihre Brüder und besonders Raban...
