Es ist eine lange Zeit vergangen. Eine Zeit, in der ich nur für mich war, tagtäglich nur alleine in meinem Zimmer gesessen habe. Dabei habe ich die ständige Angst verspüren müssen, diese Unruhe, die meinen Körper befallen hat wie eine lästige Krankheit.
Aber am meisten habe ich Angst vor mir selber. Es ist schlimmer geworden...diese Suizidgedanken. Der Gedanke daran, einfach nicht mehr zu existieren. Frieden zu finden. Stille, vor dem Sturm und den Stimmen in mir. Ja klar, Hoseok ist für mich da. Aber auch er kann mich nicht reparieren und aus dieser dunklen Welt rausholen, in der ich so gerne bin. Er, der Sonnenschein persönlich, soll sich nicht mit einer Gewitterwolke wie mir herum schlagen.
Ich lehne meinen Kopf gegen das kalte Fenster meines Zimmers und lasse die Tränen laufen. Ich sitze hier fast jede Nacht. Laut atme ich aus und lasse einen verzweifelten Ton heraus. Ich raufe mir die Haare.
"Ich kann nicht mehr", weine ich. Seid still...hört auf... Zitternd laufe ich im Zimmer umher. Immer noch weinend. Immer noch schreien die Stimmen.
Und dann wird es ruhig. Ich bleibe stehen, die Tränen hören auf zu fließen. Langsam gehe ich an meinen Tisch, setze mich. Nehme mir Blätter und einen Stift und beginne zu schreiben. Ich schreibe und schreibe, am Ende stecke ich die Blätter in einen Umschlag und schreibe einen Namen darauf. Den Brief stecke ich in meine hintere Hosentasche. Dann gehe ich ins Bad und mache ein kleines Licht an. Das Wandschränkchen wird geöffnet und ich hole eine Dose raus. Diese stelle ich an den Badewannenbeckenrand, daneben eine andere, metallische Dose.
Jetzt stehe ich wieder in meinem Zimmer. Emotionslos sehe ich mich um, Tränen beginnen wieder zu fließen. Bis auf einmal mein Handy vibriert.
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Meine Augen füllen sich mit noch mehr Tränen und ich beginne zu tippen. Sein Internet ist aus, er wird die Nachrichten erst in vielen Stunden sehen... Und bis dahin, wird es schon zu spät sein.
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Ich schluchze weiter, und mache dann mein Handy aus.
Ich bin wieder im Bad und schließe die Tür hinter mir. Dann stelle ich mich vor den Spiegel und sehe mich an. Braune Augen, die mal gestrahlt haben wie die Sonne. Jetzt sind sie nur noch stumpf und glanzlos. Was bin ich überhaupt noch? Ich bin eine Schande für jeden. Ich drehe mich weg und setze mich auf den Boden. Ich hole den Brief heraus und streiche vorsichtig darüber. Sachte lege ich ihn neben mich und greife dann zu der ersten Dose. Ich schütte die Schlaftabletten in meine Hand und nach und nach schlucke ich jede einzelne herunter.