Ich sah ihn mit großen Augen an. Mein Mund stand leicht offen. Die Überraschung über seine Worte war mir mehr als nur ins Gesicht geschrieben. Ein elektrisierendes Gefühl breitete sich meinem gesamten Körper aus. Ich hob Harrys Kopf an und zwang ihn so mir in die Augen zu sehen. Seine Mimik spiegelte Unsicherheit.
„Das... das tue ich" flüsterte ich. Schlagartig hellte sich seine Mine auf. Seine Augen wurden groß und huschten über mein Gesicht, um eine mögliche Lüge zu erkennen.
„Das tust du?"
Langsam begann ich zu nicken. „Ja Harry" wisperte ich.
Seine Hand wanderte zu meinem Nacken und zog mich so näher an ihn. Ich fühlte seine Lippen an meinen. Sanft bewegten sie sich. Ich schloss meine Augen und armte seine Bewegungen nach.
Als er sich von mir löste, sah er mich an. Sein Lächeln strahlte mehr als je zuvor. „Damit machst du mich zum glücklichsten Wesen der Welt."
Ich wollte etwas antworten, doch seine Lippen, welche sich wieder auf meine legte, hinderten mich daran. Schnell wurde der zu Beginn unschuldige Kuss leidenschaftlicher. Ich vergrub meine Hände in Harrys Haaren und seine wanderten zu meinem Po, wo sie Druck ausübten um mich auf seine Hüften zu heben. Ein kurzer Schauer rüttelte mich, als ich auf Harrys kalte Haut traf. Es schien ihm nicht entgangen zu sein, doch statt mich wieder auf meine Füße zu stellen, setzte er sich in Bewegung. Ich schloss meine Augen, da die kalte Luft die dabei an uns vorbei schnitt, schmerzte. Als ich sie wieder öffnete sah ich, dass wir uns vor der Tür zum Badezimmer befanden. Ich legte meine Stirn in Falten.
„Warte kurz" hauchte Harry mir entgegen, er öffnete die Tür und war verschwunden.
Etwas verdattert blieb ich zurück. Ich tippte mit meinem Fuß auf dem Boden herum. Ich versucht gar nicht irgendwelche Geräusche zu erhaschen, die mir eventuell verraten würden, was er vor hat. Es war zwecklos. Dennoch kreisten meine Gedanken wild umher. Jedoch nicht lange. Denn nach wenigen Minuten wurde die Türe wieder geöffnet. Harry sah unverändert aus. Er streckte mir seine flache Hand hin. Vorsichtig legte ich meine in seine. Harry umfasste sie und hob sie an seine Lippen. Ohne seinen intensiven Blick aus meinem zu befreien, gab er mir einen Handkuss.
„Was hast du vor?" fragte ich ihn lächelnd.
„Ich will dich in meiner Gegenwart nicht ständig frieren sehen" hauchte er. Harry zog mich an meiner Hand in das Innere des Raumes.
Langsam befreite ich meinen Blick aus seinem und ließ ihn durch den Raum gleiten. Die Badewanne war mit Wasser befüllt, welches rosig schimmerte. Pinke und orangene Blütenblätter waren darin verteil. Kerzen unterschiedlichster Größe schmückten den Rand der Badewanne. Ihr Licht tanzte über die Wasseroberfläche und brachte die Blüten zum Leuchten.
Ich hörte wie die Tür geschlossen wurde, gleich drauf fühlte ich Harrys kalte Hände an meinen Schultern. Er stand hinter mir und küsste zaghaft meinen Hals. Ich legte meinen Kopf nach hinten, sodass er nun auf Harrys Schulter ruhte. Ohne von mir abzulassen entledigte er mich meiner Kleidung. Auch seine gesellte sich schnell zu meiner auf den Boden. Harry hielt mich am Arm fest als ich in das Wasser stieg. Er folgte. Als seine kalte Haut auf das warme Wasser traf, bildete sich Dampf, welcher alle spiegelnden Oberflächen beschlagen ließ. Ich saß zwischen seinen Beinen und lehnte mich mit meinem Rücken gegen seine Brust. Die Kälte die von ihm ausging wurde gemindert. Seine Haut war nun fast so warm wie die meine. Seine Hände strichen über meinen Körper. Ich schloss meine Augen und gab mich ihm voll hin. Seine Berührungen ließen mich alles um uns herum vergessen. Ich könnte glücklicher kaum sein.
°°°
Wenn man glücklich war, verging die Zeit oft viel zu schnell. Und der nächste Vollmond ließ sich nicht aufhalten.
Ich saß bei Coroline in der Küche. Harry hatte ich heute noch nicht gesehen.
„Heute ist wieder Vollmond" sagte ich gedankenverloren mehr zu mir selbst, als zu Coroline, welche am Herd stand und unser Abendessen zubereitete.
„Ja und ich denke zum ersten Mal freue ich mich darauf", erwiderte sie mit einem Lächeln, als sie sich mit dem Kochlöffel in der Hand zu mir umdrehte.
„Du freust dich?"
„Weißt du... als ich Eleazer verletzt und somit verloren hatte, dachte ich, ich muss mich ab sofort auch vor den Menschen verstecken. Genau wie Harry. Ich fühlte mich gefangen in einem schrecklichen Märchen ohne HappyEnd...Einst meinte ich zu Harry: Hat nicht jede Geschichte ein Recht auf ein HappyEnd?" Ein verträumtes Lächeln trat auf ihre Lippen, doch die Tränen die in ihren Augen glitzerten, ließen dieses Lächeln zu einem der traurigsten Lächeln werden, die ich je gesehen hatte. „Harry sah mich nur an und meinte: Manchmal braucht es eben ein trauriges Ende, dass wir die glücklichen wieder zu schätzen wissen."
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Der Graf || Larry Stylinson
Fiksi PenggemarSeine langen Finger umschlossen meine Handgelenke. Er drückte mich gegen den Baum. Er kam meinem Nacken immer näher. Ich fühlte seine kalten Lippen, wie sie, auf der Suche nach meiner Halsschlagader, über meine erhitzte Haut glitten.
