Chapter 16~ Blake

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Chapter 16~ Blake

(27 days)

Ich kann mich nur noch daran erinnern das mich einer von Darrens Drecksäcken plötzlich vor mir aufgetaucht ist.

Der Rest ist weg. Nichts. Mein Kopf ist leer. Dieser Tag ist wie ausgelöscht.

So ein Gefühl ist schrecklich.

Gerne würde ich wissen wie ich hier her gekommen bin.

Tzz...schon klar, ich könnte jemanden Fragen aber dazu müsste ich meine Augen aufmachen.

Ich bin gerade erst zu mir gekommen, ihr könnt mich nicht verklagen weil ich meine Augen nicht öffne.

Mein Schädel brummt wie ein Schwarm Bienen.

Durst hab ich auch noch, super. Jetzt darf ich aufstehen.

Vorsichtig öffne ich mein linkes Auge, da ich befürchte von grellem Licht geblendet zu werden. Jedoch erwartet mich genau das Gegenteil. Bis auf ein kleines Nachttischlicht ist es dunkel.

Nur Ryan sitzt neben mir und starrt mich an.

"Na, ist unsere kleine Prinzessin endlich aufgewacht." schmunzelt er.

"Halt die Fresse." schnauze ich ihn an.

Das Geräusch vorbeifahrender Züge dringt in mein Ohr. Wir sind in der Lagerhalle.

Als ich mich hinsetzen will, durchfährt ein eindringlicher Schmerz meinen Kopf und ich zische leicht auf. Was ist passiert?

"Darren hat dich voll an der Stirn getroffen. Du warst sofort ausgeknockt." sagt Ryan als ob er Gedanken lesen könnte.

"Ahh... Ehm...ich gehe dann mal in mein Zimmer." sage ich im Flüsterton.

"Warte, Blake, oben ist..." versucht Ryan mich aufzuhalten, doch ich habe gerade null Bock auf irgendwas..

"Nimm es mir nicht übel Bro, aber ich will jetzt mal meine Ruhe. Sehen uns morgen früh." sage ich und verhindere damit, dass er weiterredet.

"Wenn du unbedingt willst, dann bye." sagt Ryan mit einem Grinsen im Gesicht.

Oh man... der Junge hat echt Probleme.

Ich gehe langsam die Treppen hoch, da ich immer noch ein leichtes Schwindelgefühl verspüre.

Als ich meine Tür öffne sehe ich nichts als Dunkelheit. Doch als ich ein kleines Licht anschalte sehe ich... Jamie. Sie liegt ruhig schlafend in meinem Bett.

Ja in meinem Bett. Jeder der Jungs, inklusive mir, hat hier sein eigenes Zimmer in der Lagerhalle. Ziemlich praktisch manchmal.

Erst jetzt realisiere ich richtig, dass Jamie in meinem Bett liegt?! Hat Ryan deswegen so gegrinst? Hätte ich ihm doch bloß zugehört...

Ich sehe Jamie eine gefühlte Ewigkeit an und bemerke dann erst, dass ihr Oberteil und ihre Jeans neben dem Bett liegen. Heißt das etwa...? Nein, sowas würde sie nie machen.

Mein Blick gleitet durch den Raum zu meinem kleinen obligatorischen Kleiderschrank... er steht offen. Ich fange sofort an zu grinsen. Sie hat ein Shirt von mir an.

Ich überlege kurz, doch entscheide mich dann dafür mich einfach mit ins Bett zu legen.

Ich ziehe meine Jeans aus, lasse mein Shirt jedoch an.

Langsam, um sie nicht zu wecken, hebe ich die Bettdecke und schlüpfe schnell drunter.

Komisches Gefühl, ich lag schon ewig nicht mehr neben einem Mädchen, das ich mag. Eigentlich noch nie. Aber soo sehr mag ich Jamie ja nun auch wieder nicht...

Sie dreht sich kurz um und schließt ihr Arme schließlich um meinen Körper.

Wenn sie nur wüsste was sie hier gerade tut... ich glaube, wenn ich ein guter Freund wäre, sollte ich mich aus ihren Armen lösen und vielleicht doch unten auf der Couch schlafen?

Allerdings gefällt es mir, wenn ich ehrlich bin und außerdem besteht die Gefahr, dass sie bei meiner guten-Freund-Aktion aufwacht, also... bleibe ich jetzt einfach hier.

Ich nehme vorsichtig mein Handy um meiner Mum noch schnell zu schreiben, dass ich heute bei Ryan schlafe, da ich ihr ja nur sehr unwahrscheinlich erzählen kann, dass ich mit Jamie in einem Bett in einer aufgemotzten Lagerhalle schlafe.

Nachdem ich die Nachricht versendet habe, lege ich mich wieder bequem hin und schlafe auf Grund der heutigen Ereignisse sofort ein.

(26 days)

Am nächsten Morgen wache ich nichtsahnend auf und drehe mich auf die andere Seite, da ich auf dieser nicht mehr liegen kann.

Scheiße! Jamie?! Was macht Jamie denn hier?

Achsooo... jetzt fällt mir alles wieder ein. Jedoch weiß ich nicht wirklich, wieso sie eigentlich wirklich hier ist. Ich sollte sie nachher einfach mal fragen.

Jetzt liege ich hier einfach neben ihr und beobachte sie beim schlafen. Woa... das klingt ja so, als wäre ich ihr Stalker oder so...

Jedoch kann ich das nicht wirklich lange machen, denn sie wacht langsam auf.

Ich entscheide mich den ersten Schritt zu wagen.

"Morgen." sage ich leise.

Als erstes lächelt Jamie, doch dann reißt sie auf einmal ihre Augen auf, schaut mich an, als stünde hinter mir ein Monster, doch was dann passiert hätte ich nie im Leben erwartet. Okay... vielleicht doch. Ich meine, wieso sollte sie auch auf einmal strahlen, wenn am morgen auf einmal ein Typ neben ihr liegt, der am Abend als sie schlafen gegangen ist noch nicht neben ihr lag?

Mit einem ruck zuckt sie zurück und ist plötzlich...verschwunden?

Verwundert beuge ich mich über die Bettkante der anderen Seite da ein vernehmliches Stöhnen zu hören ist.

"Jamie?" frage ich leise kichernd. "Was machst du denn dort auf dem Boden?"

"Lach nicht so du Arsch!" zickt sie und wirft mir unerwartet ein Kissen ins Gesicht.

"Ich habe dich erschreckt? Wer liegt denn in meinem Bett? Du." kontere ich.

Mit einem letzten bösen Blick streift sie mein Gesicht, steht auf und packt ihre Sachen zusammen.

Höflich wie ich nun einmal bin halte ich sie an der Hand zurück. "Ich fahr dich wenn du willst."

"Nicht nötig."

Wenn Blicke töten könnten.

"Komm mal wieder runter." rufe ich ihr hinterher.

Deutlich vernehmbar sind ihre extra lauten Treppengeräusche zu hören. Wie kindisch.Langsam stemme ich mich mit meinen Händen vom Bett ab und schlürfe Langsam richtung Treppe.

Lautes Motorenhäulen und rufe der Jungs sind wahr zunehmen.

Ein wenig panisch (seltsam nicht?) nehme ich immer zwei Stufen auf einmal.

Noch durch die Tür und schon stehe ich vor der Lagerhalle wo sich ein Kreis von Menschen befindet.

"Die kleine hats echt drauf." meint Johnson.

"Was hat sie drauf?" frage ich verblüfft und schiebe mich vorsichtig in die Mitte.

"Blake? Ähm...also." fängt er an zu stottern. "Sie ähm...hatdeinauto" nuschelt er so schnell als hätte er gehofft ich würde es nicht verstehen.

"Sie hat was?" frage ich nachdrücklich.

"Sie ist mit deinem Auto abgehauen."

Devil is a Bad BoyWo Geschichten leben. Entdecke jetzt