Blakes P.o.V
„Verdammt Blake!“ werde ich von allen beteiligten angeschrien. „Wir haben doch gleich gesagt das, dass eine extrem dämliche Idee ist.“
„Regt euch ab.“ Meine ich nur gelangweilt. „Ist doch nichts passiert.
„Nicht schlimm?“ fragt Jason in einem sichtlichen angespannten dennoch ruhigen Ton. „Nicht schlimm?“ wiederholt er sich, dieses Mal jedoch laut und durch zusammengebissenen Zähne.
Wenn man es so nimmt ist echt nichts Schlimmes passiert. Was genau man auch unter etwas schlimmen versteht. Jeder hat eine eigene Definition davon. Schlimm ist wenn jemand sein Bein verliert oder einen Arm. Schlimm ist nicht wenn man…
„Wir sitzen im Knast du Idiot!“ mischt sich nun auch Ryan ein. „Ich hab mir meinen Freitagabend echt anders vorgestellt.“
„Ihr hättet ja nicht mit machen müssen.“ Versuche ich es erneut, jedoch sichtlich vorsichtiger.
Hätten sie nein gesagt, hätte ich mir jemand anderen Gesucht. Die hätten sicherlich gerne ihre Zeit mit mir im Gefängnis verbracht.
„Ihr habt einen Anruf.“ Ertönt Plötzlich die Stimme eines Wärters. „Wer kommt zuerst mit?“
Wie von der Tarantel gebissen springen alle auf und zwängen sich als erster an die Tür. Ich bleibe lieber sitzen. Keine Ahnung wie ich das meinen Eltern beibringen soll, vor allem meiner Mom. Ihr Enttäuschtes Gesicht sehe ich jetzt schon vor meinem inneren Auge. Lieber bleibe ich hier noch eine Weile hocken. Sollen die anderen verschwinden.
Und tatsächlich einer nach den anderen wird geholt damit er seinen Anruf tätigen kann. Kurz darauf tauchen ihre entsetzten Eltern vor der Zelle auf, sie nehmen ihren Sohn in den Arm. Dann schauen sie mich, schimpfen, brüllen und meinen das ich nie wieder Kontakt mit ihren Söhnen aufnehmen da.
Alle sind bereits weg. Ich sitze alleine mit ein paar anderen stinkenden Kerlen rum und warte das etwas passiert. Hoffentlich stinke ich nicht genauso wie die seltsamen Typen.
„Wird’s heute noch was?“ werde ich unsanft angeschnauzt.
Sie wollen das ich Telefonieren gehe. Meinen Eltern die Wahrheit zu sagen wäre das schlimmste. Ich bin nicht so der ehrliche Typ, dass passt nicht zu mir. Ich bin der, welcher ohne rot zu werden Lügen kann, der so oft gelogen hat das er sich an das meiste gar nicht mehr erinnern kann. Es ist echt Peinlich wenn man sich an eine Lüge nicht erinnern kann. „Dieser Marc hat doch einmal die Fensterscheibe unserer Nachbarn eingeschlagen, weißt du noch?“ wurde ich mal von meiner Mom gefragt. Ich zuckte nur mit den Schultern. „Das hast du uns doch einmal erzählt?“ meinte sie dann ziemlich erstaunt. „Achso…Jaa, der war das.“ Rettete ich mich schnell. Ich war es nämlich gewesen der die Scheibe einschlug, es auf einen anderen Jungen schob. Er wurde darauf von seinen Eltern zum Militärcamp geschickt. Hoffentlich sehe ich diesen Kerl nie wieder.
Das lange klingeln macht mich nervös. Was ist wenn niemand dran geht? Werde ich dann die ganze Nacht hier verbringen müssen?
„Hallo?“ meldet sich die zarte Stimme meiner kleinen Schwester.
Hüstelnd schalte ich schnell um. „Hey Kels!“ meine ich fröhlich. „Gebe mir mal Mom oder so.“
Eine kurze Zeit ist es still auf der anderen Leitung. Der Wächter sieht mich ebenfalls schon abwartend an. Meine Zeit läuft ab.
„Warum rufst du mit der Nummer der Polizei an?“ quiekt mir meine Mutter ins Ohr. „Kelsey ist total verstört.“
„Hol mich bitte einfach ab, ich erzähle es dir später.“
Aufgelegt. Die Leitung ist tot.
Keine Freunde. Keine Familie. Nichts.
(6 Stunden zuvor)
Habe es dann doch endlich noch zu meinen Jungs geschafft. Sitzen in unserer Lagerhalle gemütlich rum und chillen ein wenig. Ein wenig nerv tötend ist jedoch das sie die ganze Zeit über Jamie, Blair oder wer sie auch immer ist reden wollen. Das Thema ist bei mir unten durch. Sie ist bei mir unten durch.
Ich gebe es ja zu. Damals als ich mich mit Olivia verabredet habe wollte ich Jamie nur ein wenig Ärgern, wollte sehen wir sie reagieren wird.
Aber egal, wie gesagt. Mich interessiert es nicht und wird es auch in Zukunft nicht mehr interessieren.
„Könnt ihr mal aufhören mit eurem langweiligem Geschwafel?“ mische ich mich ein. „Da hätt ich gleich mit meinen Großeltern Kaffee trinken gehen können.“ Wäre bestimmt spannender geworden.
„Dann schlag du doch was vor.“ Werde ich direkt angemotzt. Sorry Leute aber dieses Tratschen ist echt nicht mein Ding. Ernsthaft wen interessiert es was ich gestern zum Mittag gegessen habe? Niemanden. So gut wie alles wäre besser als hier zu sitzen. Ich will etwas tun was ich nur mit ihnen unternehmen kann, mit niemand anderen.
„Wie wäre es mit einem Autorennen?“ schlage ich deshalb vor und nehme einen riesigen Schluck Cola. Wenn man bedenkt wie viel Zucker in so einer Flasche ist würde man dieses Zeug nie wieder anrühren, ich würde mich höchstwahrscheinlich übergeben oder den Hersteller verklagen weil ich wegen ihm Zucker bekommen habe.
Niemand hat mir geantwortet. Schnief. (das klare Nein aus der rechten Ecke ignoriere ich einfach) Schisser.
„Kommt schon!“ muntere ich sie auf. „Wozu sind wir denn sonst eine Clique wenn wir keine gefährlichen Sachen mehr unternehmen?“ Können ja gleich einen Buchclub eröffnen. Als mein erstes Buch würde ich „Sherlock Holmes“ nehmen. Das sollten wir ml in der Grundschule lesen, alle schwärmten für dieses Buch, ich aber habe es bis heute nicht einmal geschafft den ersten Satz zu lesen.
„Na gut. Bin dabei.“ Meldet sich jetzt Ryan zu Wort. „Wenn ich jedoch sterbe erklärst du das Lola.“ fügt er mahnend hinzu. „Kommt schon, Blake hat recht, wir sind zu echten tratsch Tanten geworden.“
´Freudig´ springe ich von dem Sofa auf. „Wer mit Macht kommt in einer Stunde zur 76.“
(2 Stunden zuvor)
Mittlerweile sind endlich alle an unserem Treffpunkt angekommen. (alle die mitmachen, meine ich) Es ist schon ewig her seit dem wir das das letzte Mal gemacht haben. Ich kann mich noch genau erinnern wie das Adrenalin durch meinen Körper Schoss. Ich war schon lange nicht mehr so aufgeregt.
Das Lenkrad umfassend warte ich auf den erlösenden Startschuss von Lola. Ich glaub wir fahren mit sieben Autos, manche haben jedoch noch Beifahrer. Wir passen natürlich nicht alle in eine Reihe, wir haben ausgelost wer wo steht.
Das schlechte Gefühl in meinem Bauch wird von der Glückseligkeit unterbunden. Ich fühle mich frei.
Drei, Zwei, Eins. Peng. Die Autos rasen los. Ich drücke das Gaspedal durch und rase los. Johnson, John, Sebastian, sie alle habe ich in kürzester Zeit überholt. Ryan steht meiner Erstplatzierung noch im Weg. Mit mehr als 200 km/h rasen wir über den Highway Richtung Los Angeles. Die anderen Autofahrer welche nicht an unserem Rennen beteiligt sind, blende ich aus.
Nur das nervende Klingeln meines Handys kann mich auch meiner Trance befreien. „Was?“ frage ich entnervt. (Habe so eine Handy-Lautsprech-Halterung)
„Die Bullen sind hinter uns her!“ keucht John. „Was sollen wir tun?“
„Schneller fahren.“ Antworte ich grinsend. „Außer natürlich du willst die Nacht im Knast verbringen.“ Füge ich höhnisch hinzu.
Ich weiß doch wie streng seine Eltern sind wenn es um solche Sachen geht. Entspannt trete ich die Gaspedale noch ein wenig durch.
Im Rückspiegel jedoch sehe ich die Autos meiner Jungs dicht gefolgt von Blaulicht.
Shit!
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Devil is a Bad Boy
Teen Fiction„Was ist nur aus dem wunderschönen Mädchen geworden das ich einmal kannte?" „Sie ist erwachsen geworden." „Wo ist die Person hin, für die ich getötet hätte?" „Sie existiert nicht mehr." „Was ist aus der geworden, die bis zum letzten Atemzug gekämpft...
