Es war der 1. Dezember.
An diesem Tag lag eine angenehm erwartungsvolle Stimmung in der Luft. Im Unterricht passte niemand so recht auf, vielmehr waren alle gespannt auf die Ankunft der Schüler und Schülerinnen aus Beauxbaton. Die Professoren versuchten den Unterricht verzweifelt normal weiterzuführen, da der Stoff wichtig für ihre Abschlussprüfungen werden würde. Doch schließlich sah selbst Professor McGonagall ein, dass sie die Schüler nicht mehr für den Unterricht gewinnen konnte. Mit einer weiteren Rolle Pergament als Hausaufgabe entließ sie sie eine halbe Stunde früher aus dem Unterricht als sonst. Gut gelaunt verließen James, Sirius, Remus und Peter das alte Klassenzimmer und eilten in den Gemeinschaftsraum, um dort ihre Taschen und Bücher abzulegen. Dann zogen sie ihre warmen Umhänge an und liefen in die Eingangshalle von Hogwarts.
Die Hauslehrer wiesen ihre Schüler an, sich in Reihen aufzustellen.
"Black, wo ist ihr Hut?", herrschte McGonagall Sirius an.
Widerspenstig verdrehte Sirius seine Augen und setzte sich den Hut auf den Kopf.
"Warum gibt es diese bescheuerten Dinger nochmal?", knurrte er, worauf ihn die Professorin streng ansah. James grinste breit. "Sieht doch super aus."
Sirius seufzte. "Für dich sieht seit gestern alles super aus, Krone." Remus lachte. "Ich hätte wirklich niemals erwartet, dass Lily-"
"Folgen Sie mir, bitte.", sagte Professor McGonagall, nachdem sie ihre Schüler kontrolliert hatte. "Die Erstklässler voran...und kein Gedrängel..."
Sie gingen im Gänsemarsch aus dem Schloss und reihten sich davor auf. Es war ein kühler Abend, die Dämmerung brach an und der Mond war bereits blass über dem Verbotenen Wald aufgegangen.
"Hey, Moony-"
"Klappe, Tatze."
Remus sah auf seine Uhr. "Fast sechs Uhr.", bemerkte er. "Wie denkt ihr, werden sie kommen?"
"Mit dem Zug?", vermutete Peter. Sirius schnaubte. "Als ob."
"Wie dann?", wollte Remus wissen. "Mit Besen?". schlug James vor und blickte in den sternenbedeckten Himmel.
"Glaub ich nicht, wenn die so weit herkommen.", meinte Remus. "Vielleicht nehmen sie ja einen Portschlüssel."
Aufgeregt suchten sie die Ländereien von Hogwarts ab, doch nichts rührte sich. Alles war still und friedlich und James wurde allmählich kalt. Plötzlich rief Dumbledore aus der hinteren Reihe, wo er mit den Lehrern stand. "Aha! Wenn ich mich nicht täusche, nähern sich unsere Gäste."
Und tatsächlich - etwas Großes, viel größer als ein Besen, kam in sanften Wellen über den tiefblauen Himmel auf das Schloss zugeflogen.
"Ein Drache!" staunte Peter. Sirius lachte. "Das hättest du wohl gerne." Allerdings stellte sich die gigantische schwarze Gestalt als eine riesige pastellblaue Kutsche heraus, groß wie ein stattliches Haus, durch die Lüfte gezogen von einem Dutzend geflügelter Pferde. Als die Kutsche mit einem lauten Krachen gelandet war, konnte James ein Wappen auf der Tür erkennen: zwei gekreuzte goldene Zauberstäbe, aus denen jeweils drei Funken stoben.
Die Tür sprang auf und ein Junge in seidener blassblauer Uniform sprang heraus, um eine Treppe aus der Kutsche zu ziehen.
Respektvoll trat er einen Schritt zurück und machte einer riesigen Frau Platz, die elegant aus der Kutsche stieg.
Hinter sich hörte James, wie Dumbledore anfing zu klatschen, sodass auch der Rest von Hogwarts in Applaus ausbrach.
"Meine liebe Madam Maxime!", rief der Schulleiter und ging auf sie zu. "Willkommen in Hogwarts."
*
"Die hätten doch auch locker in ihrer seltsamen Kutsche da schlafen können.", knurrte Sirius genervt, als sich einer der beiden französischen Jungs im Bad des Jungenschlafsaals eingeschlossen hatte.
Fünf Jungs insgesamt waren den Gryffindors zugeteilt worden und sechs Mädchen. James zuckte mit den Schultern.
"Der Austausch geht ja darum, dass man sich besser kennenlernt."
Sirius stöhnte genervt und warf sein Handtuch auf sein Bett. "Das heißt noch lange nicht, dass wir Tag und Nacht aufeinandersitzen müssen." Remus grinste. "Der wird schon gleich wieder rauskommen, keine Sorge."
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Risiko
FanfictionWas wäre das Leben ohne Risiko? James Potter ist Mitglied der Rumtreiber, unregistrierter Animagus, Quidditchstar und jetzt auch noch Schülersprecher. Risiko ist für ihn nichts Neues, es ist eher ein Ansporn, verrückte Dinge zu tun. Wie er das Brec...
