Die Wut, die sich sowieso schon in James angestaut hatte, begann nun zu brodeln.
"Nenn Lily noch einmal ein...Du-weißt-schon-was und die werden dich im Krankenflügel nicht mehr heilen können.", zornig griff er nach seinem Zauberstab und umschloss ihn fest, sodass seine Knöchel weiß hervorstachen.
"Ein Du-weißt-schon-was?", höhnte Mulciber.
"Lily?", wollte Snape gleichzeitig bestürzt wissen. Wenn es überhaupt möglich war wurde der Ausdruck von seinen schwarzen Augen noch eisiger. James konnte nicht anders als ein selbstgefälliges Grinsen um seine Lippen spielen zu lassen.
"Ach, du hast das noch nicht mitbekommen? Lily und ich sind jetzt...wie soll ich sagen - uns näher gekommen."
Snapes Hand schnellte zu seinem Zauberstab und richtete ihn auf James' Gesicht. Doch James hatte ebenfalls in einer geübten Bewegung seinen eigenen Zauberstab auf sein Gegenüber gerichtet. "Schniefelus-"
"Expelliarmus!", rief Snape mit wutverzerrtem Gesicht. Fluchend wich James dem Zauber aus. "Das war aber nicht sehr fair, Schniefelus.", tadelte er.
"Das Leben ist nicht fair, Potter!", schnarrte der Slytherin.
James schnaubte. "Das hast du schön erfasst, aber-"
"Stupor!"
Gerade noch so konnte James den Fluch von Mulciber abwehren.
"Das meinte ich, ihr seid zu dritt gegen einen. Sehr mutig, Schnief-." "Expelliarmus!"
Erneut versuchte Snape ihn zu entwaffnen und James wurde total überrascht der Zauberstab aus der Hand gerissen. Snape lachte höhnisch. "Du bist wirklich dumm, Potter. Hier unten kannst du dir deine Tugend sonst wohin stecken. Jetzt wirst du einmal richtig spüren, was es heißt, erniedrigt zu werden."
"Tu jetzt ja nichts Dummes, Snape." "Ach, jetzt ist es plötzlich wieder Snape? Wo ist dein nerviges Grinsen jetzt, Potter? Ich wette, gleich heulst du nach deiner Mutter."
Wütend ballte James seine Hände zu Fäusten, doch Snape sah ihn nur verächtlich an. "Sectumsempra!"
"Protego!"
James, der sich schon auf die Wirkung des Fluches (was auch immer diese gewesen wäre, denn er hatte keine Ahnung, was Snape da gesagt hatte) gefasst gemacht hatte, blickte überrascht über seine Schulter. Dort stand mit hoch erhobenen Zauberstab Lily mit feuerrotem Haar und mit fast ebenso glühenden Augen, die sie zornig auf Snape gerichtet hatte. Auch Snape schien erschrocken über ihr Erscheinen, denn er senkte sofort seinen Zauberstab. "Lily?"
"Accio James' Zauberstab!", ignorierte sie ihren ehemals besten Freund. Stattdessen wandte sie sich an James. "Bist du in Ordnung?"
In James' Brust breitete sich ein unglaublich glückliches Gefühl aus, als er ihr kleines Lächeln erwiderte und nickte. Die Enttäuschung, die er vorhin ihr gegenüber verspürt hatte, war wie weggeblasen. Als er ihr in die Augen blickte, konnte James ihre tiefe Reue sehen und wusste, dass er ihr verzeihen konnte, denn schließlich hatte Snape ihr diese Flusen in den Kopf gesetzt und James verstand auch, dass diese Situation neu für sie war - ebenso wie für ihn - dass sie sich gut verstanden und dass daher die Zweifel in ihr aufgekeimt waren.
Nach ihrem intensiven Blickkontakt drehte sich Lily schließlich doch zu den drei Slytherins um. "Zauberei ist in den Korridoren von Hogwarts strengstens untersagt, das solltet ihr als Siebtklässler mittlerweile wissen.", zischte sie. "10 Punkte Abzug für jeden von euch!" James sah deutlich den flehenden Ausdruck in Snapes Augen, den Lily allerdings völlig übersah.
Sie griff nach James' Arm und zog ihn in Richtung der Treppen. "Und 20 Punkte Abzug für Slytherin wegen Beschimpfung einer Schülersprecherin!", rief James ihnen über seine Schulter zu. Dann wandte er sich wieder Lily zu und legte ihr einen Arm um die Schulter, was sie augenrollend hinnahm und ihm seinen Zauberstab zurückgab.
Sie liefen in Richtung des Gemeinschaftsraumes, da beide in Kürze wieder Unterricht hatten und ihre Taschen dort noch lagen. James fühlte sich großartig, denn Lily hatte noch nichts gegen seinen Arm unternommen, der noch immer um sie geschlungen war.
"Danke.", meinte er plötzlich wie aus dem Nichts. "Dass du mich da sicher wieder rausgeholt hast. Die Superheldin steht dir, Lily."
Er zwinkerte ihr zu, sodass sich ihre Wangen rot färbten. "Kein Problem. Und ich will mich bei dir entschuldigen, James. Das, was ich vorhin zu dir gesagt habe, war unmöglich von mir. Es tut mir so Leid, wirklich." Ihre großen grünen Augen sahen ihn unsicher an, sodass James gar keine andere Wahl hatte, als ihr zu vergeben.
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Risiko
Fiksi PenggemarWas wäre das Leben ohne Risiko? James Potter ist Mitglied der Rumtreiber, unregistrierter Animagus, Quidditchstar und jetzt auch noch Schülersprecher. Risiko ist für ihn nichts Neues, es ist eher ein Ansporn, verrückte Dinge zu tun. Wie er das Brec...
