[~11.Kapitel~]

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Er kam mir immer näher und sein Aftershave kroch mir in die Nase. Ich lief komplett rot an und biss mir auf die Lippen. Tat er das was ich dachte das er tat?

Aber nein. Er ging ganz nah an mein Ohr ran und flüsterte "Du siehst wunderschön aus Lilian." Verlegen schaute ich auf meine Schuhe und murmelte ein "Danke." obwohl er es bei dieser Lautstärke mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gehört hatte.

Niall nahm meine Hand und zog mich auf die Tanzfläche. Eigentlich tanzte ich nicht gerne, aber mit Niall machte es echt Spaß. Hauptsächlich weil es nicht auffiel wie schlecht ich war wenn ich mit ihm tanze.

Nach einigen Minuten gesellten sich auch die anderen zu uns und tanzten ausgelassen. Lou konnte richtig gut tanzen und auch die Jungs hatten einige Dance-Moves drauf. Auch wenn der Großteil ihrer "Moves" aussah als wären sie auf Drogen.

Nach einer guten Stunden nahm sich einer der Barkeeper das Mikrofon "Ich bitte alle Pärchen auf die Tanzfläche."

~ab hier empfehle ich euch das Lied "I will" von Music Travel Love einzuschalten~

Niall grinste mich an und reichte mir seine Hand "Dürfte ich um diesen Tanz bitten?" fragte er und verneigte sich leicht. Ich machte ebenfalls einen Knicks und nahm seine Hand "Liebend gern."

Er führte mich auf die Mitte der Tanzfläche. Er legte seine Hände auf meinen unteren Rücken, scharf zog ich die Luft ein und biss auf meine Lippe. Ich legte meine Hände auf seinem Hals und schaute ihm in seine ozeanblauen Augen.

Meine Haut kribbelte unter seiner Berührung, in meinem Bauch flatterten Schmetterlinge und sein Lächeln versetzte mir Stromschläge. Meine Gedanken spielten verrückt und ich fragte mich was wäre wenn.

Was wäre wenn ich es zulassen würde und ich mich in ihn verlieben würde? Was wäre wenn er das selbe empfand? Was wäre wenn?

Ich schluckte und schloss meine Augen. Ich zog Niall näher an mich und legte meinen Kopf auf seine Brust.

Ich konnte seinen Herzschlag hören und spürte wie sein Brustkorb sich mit jedem Atemzug hob und senkte.

Er platzierte einen Kuss auf meinem Scheitel. Ich sah zu ihm auf und er schaute mir direkt in die Augen und schenkte mir ein Lächeln.

In diesem Moment wusste ich, dass es um mich geschehen war. Dass ich schon seit dem Moment in dem ich mit einer blutenden Nase vor ihm stand in ihn verliebt war. Doch es macht mir Angst. Ich hatte schon mal geglaubt mich verliebt zu haben, jemanden zu lieben und ich wusste nur zu gut wie das endete. Immerhin werde ich jeden Abend daran erinnert.

Niall neigte sich leicht vor, doch kurz bevor unsere Lippen sich berühren konnte, tat ich das was ich immer tat, ich rannte. Ich rannte weg von ihm und weg von meinem Gefühlen.

Ich hörte noch wie Niall mir nach schrie, ehe ich in den Fahrstuhl eilte und wie verrückt auf den Knopf für die Türen hämmerte. Gerade als die Türen nur noch einen Spalt geöffnet waren, konnte ich Niall's niedergeschlagenen Gesichtsausdruck sehen. Er stand noch immer perplex auf der Tanzfläche und schaute in meine Richtung und wenn mich nicht alles täuschte rollte gerade eine Träne über seine Wange.

Als sich die Türen schlossen und der Fahrstuhl sich in Bewegung setzte, brachen bei mir alle Dämme. Heiße Tränen rannen mir übers Gesicht und tropften mir vom Kinn. Mein Hals zog sich mit jedem Atemzug schmerzhaft zusammen und mir wurde ganz schwer ums Herz.

Als sich die Türen öffneten rannte ich aus dem Hotel. Hinter mir konnte ich Bea's Stimme hören, sie musste mir gefolgt. Doch mit einem Blick nach hinten merkte ich, dass sie ihre Verfolgung schon aufgegeben hatte.

Meine Beine trugen mich weiter und weiter. Ich blendete jeglichen Schmerz aus, ich spürte überhaupt nichts mehr, mein gesamter Körper war taub. Mein Kopf war komplett leergefegt und mein Herz pochte mir bis zum Hals.

Ich wusste schon lange nicht mehr wo ich war oder wie spät es war. Ich hatte jeglichen Orientierungssinn verloren. Ich ging schon seit Stunden, die Tränen waren versiegt, doch mein Körper war noch immer taub.

Zurück konnte ich nicht, zumindest noch nicht. Ich wusste nicht was ich ihnen sagen sollte. Vor Allem Bea musste sich Sorgen machen. Sie wusste zu was ich fähig war, was passieren konnte wenn ich mit meinen Gefühlen alleine war.

Die Sonne ging langsam auf und die Stadt erwachte. Die Läden öffneten und Menschen gingen zur Arbeit. Ich ging gerade an einem Café vorbei und der Geruch von frischen Kaffee stieg mir in die Nase. Wie von selbst bewegten sich meine Füße in das kleine Café.

Wärme umspülte meinen Körper und Duft von frischem Gebäck lag in der Luft. Das Café wurde liebevoll dekoriert, obwohl die Möbel ihre Glanzjahre schon längst hinter sich gebracht hatten. An der Wand hangen Gemälde von Landschaften und auf den Tischen standen frische Blumen.

"Guten Morgen, kann..." ich schreckte herum und schaute in die besorgten Augen einer älteren Dame. Sie war schlank und hatte ihre vergrauten Haare in einen Dutt hochgesteckt. "Ach du liebes bisschen. Kindchen was ist den passiert. Komm setzt dich ich mache uns einen schönen warmen Tee."

Ich schaute sie perplex an und wollte schon umdrehen, als sie um die Theke gesputet kam und mich auf einen der Barhocker platzierte. Sie ging wieder um die Theke und setzte einen Tee auf.

"Hier Kindchen, du hast bestimmt Hunger." sie stellte mir einen kleinen Teller mit Keksen hin. Sie lehnte sich gegen die Theke und schaute mich mit einem sanften Lächeln. "Willst du mir nun erzählen was dich bedrückt Kindchen."

Anfangs zögerte ich und sie musste mir alles aus der Nase ziehen. Doch nach und nach fiel es mir erstaunlich leicht mit ihr zu reden und ihr zu erzählen wieso ich hier gelandet war. Ich wusste nicht wieso, aber es füllte sich gut an. Ich kannte nicht einmal ihren Namen und hatte ihr bereits meine halbe Lebensgeschichte erzählt.

"Ach Kindchen, man kann sich nicht aussuchen in wen oder wann man sich verliebt, es passiert einfach und es ist eines der schönsten Dinge des Lebens." sie drückte meine Hände und lächelte mich an. Ihr Lächeln zauberte mir ebenfalls eines auf die Lippen und ihre Worte brachten mich zum Nachdenken.

"Ich weis das es dir Angst macht, dass hat es uns allen, glaub mir. Aber du bist nicht allein, du hast deine beste Freundin, den Rest von dieser Band und Niall." Ich musste schmunzeln, sie hatte seinen Namen total falsch ausgesprochen.

Aber sie hatte recht. Bea würde mir immer helfen, immer an meiner Seite stehen und mich aufheben wenn es doch mal schief ging.

Die Jungs kannte ich noch nicht lange. Sie würden mir zwar helfen, aber im Endeffekt würden sie sich immer auf Niall's Seite stellen. Würde ich an ihrer Stelle auch.

Und Niall, keine Ahnung.

"Und Kindchen. Erzähl es ihnen, von dem was du mir gerade erzählte, sind sie alle liebe Menschen. Sie werden es verstehen und wenn nicht, sind sie deine Aufmerksamkeit gar nicht wert." Ich nickte sie hatte recht, ich sollte es ihnen sagen. Sie werden es akzeptieren und wenn nicht gehe ich zurück nach London und suche mir dort einen Job.

"Du hast recht, ich werde es ihnen sagen. Danke eh..." sie lächelt "Maria" Ich ging um die Theke und umarmte sie fest. Sie erwiderte diese sofort und hielt mich dann eine Armlänge von ihr weg. "Wenn du mal wieder einen Rat brauchst, weist du ja wo du mich findest." Ich drückte sie noch einmal fest und bedankte mich für den Tee und die Kekse und vor allem für den Rat.

"Ich muss jetzt gehen, danke für alles." sie winkte ab und ich machte die Tür auf "Eh, weist du wo das The Westin Hamburg ist" sie lachte "Um die Ecke ist eine Bushaltestelle, in eh drei Minuten geht ein Bus. Gib besser Gas." ich schenkte ihr noch ein letztes Lächeln, ehe ich aus dem Café lief und zur besagter Bushaltestelle sprintete.

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Gefällt euch die Idee mit dem Lied und sollte ich es öfter machen?

Voten nicht vergessen ;) Hab euch lieb <3

Save my SoulWo Geschichten leben. Entdecke jetzt