"Bist du dir sicher. Du musst nicht wenn..." weiter kam er nicht. Ich überbrückte die letzten Zentimeter. Unsere Lippen berührten einander und ich legte meine Hände in seinen Nacken um ihn noch näher an mich heran zu ziehen. Niall erwiderte grinsend den Kuss und lehnte sich leicht über mich. Langsam löste ich mich von ihm und öffnete meine Augen.
"Steht auf ihr Schlafmützen. Wir sind gleich da." schrie Liam aus der Küche. Schmunzelnd senkte ich den Kopf. Hatte ich das gerade wirklich getan? Das konnte nur ein Traum sein. "Komm lass uns aufstehen." Niall setzte sich auf und strich sich durch die Haare. "Geh schon mal vor, ich komme gleich." schmunzelte ich. Er gab mir noch einen Kuss auf die Stirn und grinste mich an. Als er in der Tür stand drehte er sich noch mal um. Als wollte er sicher gehen, dass das gerade wirklich passiert ist. Grinsend schüttelte er den Kopf und drehte sich um.
Bea kam in den Raum gerannt und hüpfte vor mir auf und ab. "Habt ihr. Habt ihr. Habt ihr." kreischte Bea. Wie alt war sie? Zehn. "Es war nur ein Kuss. Nichts besonderes." Bea stoppte in ihrer Bewegung und ließ sich neben mir fallen. "Und ob das etwas besonderes ist. Süße. Vor einem halben Jahr hätte dich ein fremder Mann nicht einmal ansatzweise berühren dürfen. Jetzt hast du Niall geküsst und hast überhaupt keine Selbstzweifel. Dieser Job, die Jungs, die helfen dir. Dank ihnen bist du aus dir selbst rausgekommen. Du lachst mehr als zuvor. Du machst wieder Quatsch und hast seit über 48 Stunden keine Beruhigungstablette gebraucht. Lili merkst du es denn nicht. Du bist auf dem besten Weg es hinter dir zu lassen." Sie hatte recht. Ich bin auf dem besten Weg und das alles dank ihr und den Jungs. Ich umarmte sie so fest ich konnte. "Lili. Lili! Ich bekomm keine Luft mehr." hauchte Bea. Ich ließ sie los und grinste sie dankbar an "Danke für alles."
Wir gingen zu den anderen und setzten uns an den Tisch. "Und, war Niall gut?" fragte Louis mit einem dreckigen Grinsen. Sofort boxte Niall ihm in die Seite und schaute mich entschuldigend an. Mein Gesicht lief dunkelrot an und ich schaute zu Boden. "Themawechsel. Was steht heute eigentlich an?" fragte Bea und ich war ihr unglaublich dankbar. "Wir haben heute ein Interview und morgen ein Fotoshooting und am Abend ein Konzert." erklärte Liam. "Ich habe während eurem Interview eine Therapiestunde." ergänzte ich. Mittlerweile mochte ich die Therapiestunden irgendwie. Nancy war echt nett, man konnte toll Gespräche mit ihr führen. Obwohl wir noch nicht über den "Vorfall" geredet haben. Aber vielleicht will sie mir Zeit geben, worüber ich ziemlich froh bin. Desto länger wir es hinaus zögern können, desto besser.
Nach einer halben Stunde kamen wir auch schon in unserem Hotel an. "Wir sehen uns dann in einer Stunde wieder hier unten." erklärte Paul und wir verschwanden alle auf unsere Zimmer. "Ich geh duschen." informierte mich Bea und verschwand im Bad. Ich selbst ging auf den Balkon und genoss die Sommerhitze. Hier in Italien war es gleich um ein paar Grad heiser. Falls wir heute oder morgen noch Zeit finden will ich unbedingt Eis essen gehen. Ich drehte mich um und ging zurück ins Zimmer. Mittlerweile war Bea fertig mit duschen und saß auf unserem Bett. "Ich geh duschen." Schnell schnappte ich mir frische Kleidung und ging ins Bad.
Frisch geduscht ging zurück zu Bea, die mich wie verrückt angrinste. "Wieso grinste du so? Weißt du schon wieder was, was ich nicht weiß." sie schaute mich empört an. "Wie kommst du auf so was?" fragte sie und stemmte ihre Hände in die Hüfte. Die Augen überdrehend ließ ich mich neben ihr fallen. Es würde sich nichts bringen mit ihr zu argumentieren, sie wird so oder so dicht halten. "Komm wir sollten runter gehen die anderen warten wahrscheinlich schon." Bea sprang auf und hob ein große Sporttasche vom Boden auf. "Was willst du mit der Tasche." fragte ich und zeigte verwirrt auf die Tasche. Die sah extrem schwer aus und Bea hatte echt Mühe sie oben zu behalten. "Lou hatte gefragt ob ich etwas mitnehmen kann." Sollte sie eine Leiche für Lou verstecken oder was.
Gemeinsam fuhren wir mit dem Aufzug nach unten, wo die Jungs bereits auf uns warteten. "Bin gleich wieder da." meinte Bea und verschwand mit Niall und dem Leichensack um die Ecke. "Wisst ihr was die beiden aushecken?" fragte ich skeptisch und schaute in die Richtung in die die beiden verschwunden waren. "Ja, aber die bringen uns um wenn wir es dir sagen." grinste Louis und bekam einen Klaps auf den Hinterkopf von Liam. "Wir wissen auch nicht viel. Aber du wirst dich noch etwas gedulden müssen." ergänzte Harry und legte einen Arm um meine Schulter. "Mach dir keine Sorgen. Es ist nicht schlimmes." flüsterte er mir zusätzlich ins Ohr und nickte zuversichtlich.
Fünf Minuten später kamen die beiden wieder zurück und gleich darauf kam Paul und schob uns raus zu den Autos, die uns zum Fernsehsender kutschierten. Die Fahrt dauerte keine Viertelstunde schon standen wir vor einem riesigen Hochhaus, dessen Fassaden alle aus Glas waren. Viel Spaß an all die Leute die das putzen müssen. Doch das was uns vor dem Hochhaus auf uns wartete würde bestimmt kein Spaß werden. "Können wir nicht durch einen Seiteneingang?" fragte ich nach vorne. Scott schüttelte seinen Kopf "Es gibt keinen. Es ist alles abgesperrt und wir sind ja auch noch da. Du und Bea lauft einfach schnurstracks rein und die Jungs machen Fotos und geben Autogramme." Den letzten Part sagte er extra laut, dass die Jungs es auch mitbekamen. Etwas besorgt drehte ich mich wieder um. Ich wollte da nicht raus. Die würden mich und Bea doch mit ihren Blicken löchern. "Du brauchst keine Angst haben. Wir versuchen sie so gut wie möglich abzulenken." Niall streichelte mein Knie und schaute mir tief in die Augen. Die Nervosität sank, doch als die Türen aufgingen verdoppelte sie sich noch mal und ich klammerte mich an meinem Sitz fest.
Alle waren schon draußen nur noch Niall saß bei mir und versuchte mich aus dem Auto zu bekommen. "Lilian komm schon. Du machst das schon und wenn du nicht gleich raus kommst trage ich dich. Ich bin mir sicher, dass würde ein paar schöne Fotos geben." Meine Augen weiteten sich und ich schüttelte energisch den Kopf. "Dann komm." Niall stieg aus den Wagen und hielt mir seine Hand hin. Wie heißt es so schön? Augen zu und durch. Ich nahm seine Hand und stieg aus dem Wagen. Vielleicht kam es mir nur so vor, aber ich bildete mir ein dass das Gekreische lauter geworden ist. Wie Scott gesagt hatte ging ich so schnell ich konnte zum Eingang. Immer wieder hörte ich wie mir Schimpfwörter zu gerufen wurden. Ich versuchte es so gut wie möglich auszublenden, doch tief im inneren verletzte es mich schon. Am liebsten hätte ich ihnen erzählt was ich alles durchstehen musste. Drinnen angekommen umarmte mich Bea "Nimm dir das nicht zu Herzen." nuschelte sie und ließ mich wieder los.
Plötzlich wurde ich von hinten umarmt "Geht's dir gut?" nuschelte Niall in meine Haare. "Es geht wieder." antwortete ich leise und drehte meinen Kopf seitlich, so dass ich ihn ansehen konnte. "Gut." Er gab mir einen Kuss auf die Stirn. Ein kleines Grinsen schlich sich auf meine Lippen. Er war einfach zu süß. "So gefällst du mir gleich viel besser." schmunzelte er und gab mir einen kurzen Kuss auf die Lippen, ehe er mich an der Hand nahm und wir den anderen nach liefen.
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Voten nicht vergessen ;) Hab euch lieb<3
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Save my Soul
أدب الهواةLili ist ein ganz normales Mädchen, doch in ihrer Vergangenheit sind Dinge geschehen, die sie auch noch nach drei Jahren verfolgen. Durch Zufall bekommt ihre beste Freundin einen Job bei Lou Teasdale und Lili bekommt die große Chance ihren Traum zu...