"Alter Lili, steh endlich auf. Ich will frühstücken." schrie Bea zum fünftausendsten mal und rüttelte mich unsanft am Arm. "Ich will aber nicht." murrte ich und rutschte auf die andere Seite des Bettes. Sie versuchte mich schon seit einer gefühlten Ewigkeit aus dem Bett zu bekommen. Doch ich wollte einfach nicht aufstehen. Die letzten zwei Wochen waren echt hart. Wir hatten kaum Zeit zum schlafen.
Heute haben die Jungs den ganzen Vormittag irgendein Shooting und da genug Leute da sind um die Jungs zu stylen und auf Lux aufzupassen, hat Lou uns frei gegeben. Wenn es nach mir ginge würde ich ja den ganzen Tag im Bett gammeln und einfach den verpassten Schlaf der letzten Tage nachholen. Aber nein...
"Okay du wolltest es nicht anders." grinste Bea. Man konnte hören wie sie ums Bett lief. Gerade als ich glaubte in Ruhe weiter schlafen zu können, wurde mir etwas mitten ins Gesicht geschüttet. Schnell richtete ich mich auf und wischte mein Gesicht mit der Bettdecke ab. Entsetzt schaute ich zu Bea, die lachend mit einem Glas in der Hand am anderen Ende des Bettes saß.
"Ich bring dich um!" schrie ich und hüpfte mit einem Satz unter Bettdecke hervor und lief Bea nach, die kreischend durch das ganze Zimmer lief. Zum Glück war Bea mindestens so tollpatschig wie ich und stolperte über ihren Koffer den sie gestern Abend mitten im Raum stehen gelassen hat. Schnell nutzte ich die Chance und setzte mich auf ihren Po.
"Okay ich gebe mich geschlagen, aber bitte geh von mir runter. Du bist schwer." hechelte sie unter mir. "Nur wenn du mir einen Kaffee spendierst." lachte ich. "Ja." presste sie hervor. "Was hast du gesagt? Ich konnte dich nicht hören."
"Mit Essen inklusive, aber jetzt geh runter." schrie sie und ich rollte von ihr runter. Beleidigt richtete sie sich auf. "Ich hasse dich." murrte sie und putzte sich den imaginären Dreck von den Knien. "Ich hab dich auch lieb." heuchelte ich und half ihr auf.
"Wenn du Frühstück willst, solltest du dich aber endlich umziehen gehen. Dein Outfit liegt im Bad." meinte Bea und zeigte Richtung Badezimmer. "Geht doch." lachte ich und ging ins Bad, wo ich auf dem Badewannenrand einen schwarzen Rock und blasrosafarbenes T-Shirt vorfand. Schnell zog ich mich um und putzte mir die Zähne, ehe ich mir meine Haare kämmte und sie mir in sanften Locken über meine Schultern fielen.
Ich ging zurück ins Zimmer wo Bea bereit am Bett saß und auf mich wartete. "Los lass uns gehen. Ich habe auf Google ein tolles Café in der Nähe gefunden." sagte sie mehr zu ihrem Handy als zu mir. "Na dann mal los." Ich schnappte mir noch meine Jeansjacke und meine Handtasche in die ich das wichtigste packte.
Fertig gepackt gingen wir nach unten. Draußen empfing uns die morgendliche Spätsommerwärme. Zielstrebig gingen wir durch die Straßen LAs. Selbst jetzt im September hatte es hier 40 Grad im Schatten.
"Weißt du eigentlich wo wir hinlaufen?" fragte ich nach fünfzehn Minuten des Herumirrens. "Klar. Es ist gleich um die Ecke. Ich kann es schon sehen." sie rannte voraus und blieb vor einem kleinem unscheinbaren Gebäude stehen.
"Das soll es also sein?" fragte ich skeptisch. Das Haus sah ziemlich baufällig aus. "Ja. Im Internet schwören die Leute auf Granny's Café." schwärmte sie und öffnete die Tür. Ein kleines Glöckchen über der Tür klingelte und ein Duft von frischem Gebäck umhüllte uns. Die Einrichtung war sehr altmodisch und an manchen Stellen leicht beschädigt. Auf den Tischen lagen weinrote Tischdecken und darauf stand jeweils eine Vase mit frischen Blumen.
"Wollt ihr nur gucken oder auch was bestellen?" Wir schrecken herum. Hinter der Theke stand eine alte Frau. Die weißen Haare hatte sie zu einem Dutt hochgesteckt. Man sah ihr an das sie schon ein paar Jahre auf dem Buckel hatte.
"Natürlich wollen wir etwas bestellen." antwortete Bea freundlich. "Gut dann setzt euch hin." verlangte die alte Dame und zeigte auf einen Tisch.
"Aber wir haben noch gar nicht bestellt." verwirrt schaute ich sie an. "Hab ihr irgendwelche Allergien?" fragte und schaute abwechselnd zu Bea und zu mir.
"Nein." kam es zweistimmig, aber es klang mehr eine Frage, als wie eine Antwort. "Gut. Dann lasst euch überraschen." bevor wir antworten konnten drehte sie sich um und ging zurück in die Küche.
"Bist du sicher das wir hier richtig sind?" fragte ich skeptisch und setzte mich an den Tisch. "Jetzt nicht mehr." murmelte Bea und ließ den Blick durch das Café streifen.
"Hier einer für dich und einer für dich." trällerte die alte Frau und stellte uns jeweils eine Tasse und jeweils einen Teller mit Kuchen hin. "Lasst es euch schmecken." Sie schenkte uns noch ein Lächeln ehe sie wieder in die Küche verschwand.
"Glaubst du die hat da was rein gegeben?" fragte ich und zeigte auf den Kuchen. "Keine Ahnung, aber ich esse das bestimmt nicht." Ich nickte und schob den Teller von mir weg.
"Wieso probiert ihr nicht?" schnell schreckte ich herum. Ich hatte die Alte gar nicht kommen gehört. "Äh." machte ich und schaute hilfesuchend zu Bea. "Doch wir wollten gerade probieren." Perplex schaute ich zu ihr rüber. Entschuldigend blickte sie mich an und nahm die Gabel in die Hand. Ich tat es ihr nach und nahm mir den wohl kleinsten Happen der Welt auf die Gabel und führte sie zu meinem Mund. Schnell schluckte ich und streckte lächelnd den Daumen in die Höhe.
Der Kuchen war wirklich lecker. Augenblicklich verlor ich jede Angst das im Kuchen wo möglich Drogen drinnen waren und stopfte den Kuchen nur so in mich rein. Auch Bea hatte gekostet und schob sich eine Gabel nach der anderen in den Mund.
"Seht ihr, ich habe euch nicht vergiftet. Ich weiß nicht wieso die Jugendliche von heute niemanden mehr vertrauen." lachte den alte Frau. Jetzt kam ich mir selbst dumm vor, geglaubt zu haben von einer netten alten Dame Drogen vorgesetzt zu bekommen.
Wir diskutierten noch eine Weile mit der Frau, das Jugendliche sehr wohl noch Vertrauen haben. Irgendwann merkten wir aber das es schon zwei Uhr Nachmittags war und die Jungs bald mit ihrem Shooting fertig waren und verabschiedeten uns von Granny.
"Die Alte hat echt eine Schraube locker." lachte Bea nachdem wir das Café verlassen haben. "Nicht nur eine, aber sie ist total nett." sie nickte zustimmend.
Plötzlich wurde ich von einem großen Mann angerempelt "Hey!" schrie ich. Doch der Mann lief weiter als wäre nichts gewesen. "Arschloch!" schrie ich ihm noch nach."Hier sind die Menschen echt unhöflich." murrte Bea und drehte sich kopfschüttelnd zu mir. "Oder wie Granny sagen würde. Die Jungend von heute ist einfach unmöglich. Die haben alle keinen Respekt mehr." lachte ich und Bea stimmte mit ein.
"Komm lass und einen Zahn zulegen, sonst sind die Jungs vor uns da." Ich stimmte ihr zu und wir gingen mit schnellen Schritten Richtung Hotel.
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Save my Soul
Hayran KurguLili ist ein ganz normales Mädchen, doch in ihrer Vergangenheit sind Dinge geschehen, die sie auch noch nach drei Jahren verfolgen. Durch Zufall bekommt ihre beste Freundin einen Job bei Lou Teasdale und Lili bekommt die große Chance ihren Traum zu...