"Clayyy. Clayyyy werd' endlich wach, ich hab Durst." quengelte George vor sich hin. Ich drehte mich um, öffnete vorsichtig ein Auge und sah George auf der Bettkante sitzen. "Warum holst du dir nicht einfach selbst was?" fragte ich leicht genervt, weil ich eigentlich noch weiterschlafen wollte. "Ich kann nicht laufen, Idiot." Ich konnte mir das Lachen nicht verkneifen. George schaute mich bloß genervt an. Er nahm sich das nächste Kissen und warf es mir ins Gesicht. Faszinierend wie fest er werfen kann.. würde man ihm so nicht zutrauen. Man merkte wirklich, wie es ihn nervte, dass ich über die Schmerzen lachte, die ich ihm gestern Abend zugefügt hatte. Nachdem ich mich wieder einbekommen hatte, zog ich George von der Bettkante zurück in die Mitte des Bettes und kuschelte ihn in die Decke ein. Als ich aufstand merkte ich, dass ich eine ziemliche Morgenlatte hatte. George starrte mich an und versuchte sich nur auf mein Gesicht zu konzentrieren, was ihm aber so gar nicht gelang. Ich musste schmunzeln, wandt mich dann aber ab. Auf dem Weg zur Tür schnappte ich mir noch schnell eine Jogginghose und zog sie mir über. Ich musste es ja nicht für jeden soo offensichtlich machen. Bei George störte mich das nicht. Immerhin hatten wir schon miteinander geschlafen und er ist mein Freund.
Aber bei den anderen? Nein danke, das muss nicht sein.
Ich ging runter in die Küche und zog die Blicke von Karl und Will auf mich. Sie saßen wohl schon länger zusammen im Wohnzimmer. "Morning Guys!" kam es von mir. "Morgen Clay." kam es fast gleichzeitig von den Beiden. "Wenn du Frühstück möchtest, es sind noch ein paar Brötchen im Ofen. Sie werden nicht für alle reichen, aber für George und dich sollte es passen." sagte Wilbur mit einem freundlichen Lächeln. Ich nickte ihm dankbar zu. Mein Magen knurrte wie verrückt und George wird sicherlich auch hungrig sein. Immerhin verbrauchte er gestern Abend viel Energie. Ich fing also an die Brötchen mit Käse zu belegen und nahm eine Flasche Wasser für George mit. Ich blickte nocheinmal zu den Jungs, ehe ich die Treppe hochging und wieder in das Zimmer eintrete, indem George schon sehnsüchtig auf mich wartet.-Timeskip 13:00-
Wir saßen alle verteilt im Haus rum. Tommy und Tubbo saßen mit George und mir im Wohnzimmer. Wilbur saß mit Karl in der Küche, Techno war immernoch am schlafen und Nick kam gerade die Treppe herunter. "George, hast du was dagegen, wenn ich mir heute Mal deinen Boyfriend ausleihe, um ein bisschen was mit ihm zu unternehmen?" kam es von Nick, der gerade bei uns am Sofa angekommen ist. Er schaute erst ihn und dann mich an und nickte schweigend. Man sah ihm an, dass er nicht sehr begeistert davon war, aber er ließ es über sich ergehen. "Ihr seit aber heute Abend wieder zurück, oder?" fragte er schmollend. Nick zeigte einen Daumen hoch und fing an, über das ganze Gesicht zu strahlen. Ich stand also auf, klopfte Nick auf die Schulter und lief dann schnell nach oben, um mich fertig zu machen. Es dauerte keine 20 Minuten, da standen wir vor der Haustür und waren dabei, loszulaufen. Er schien so, als hätte er schon einen ganz genauen Plan für heute. Als hätte er schon Ewigkeiten darauf gewartet, wieder etwas mit mir zusammen zu machen. Das letzte Mal als wir wirklich einen ganzen Tag was zusammen gemacht haben, war wahrscheinlich als wir ungefähr 14 waren. Wir haben immer in einer alten Hütte von Nicks Großvater rumgehangen. Sie war nicht sehr groß und es war auch nicht viel drin, aber es war genug für uns beide. Hin und wieder war ich auch dort, wenn ich traurig war, oder alleine sein wollte. George kannte diese Hütte auch. Er hatte sie zwar noch nie gesehen, aber ich habe immer von Nicks und meinen Abenteuern darin erzählt.
"Alsoooo... Ich hatte mir überlegt, dass wir vielleicht erst zum Strand gehen. Da könnten wir erstmal etwas entspannen und Musik hören. Ich hab auch eine Musikbox dabei. Danach könnten wir eventuell bowlen gehen. Gegen Abend würde ich dich dann zum Essen einladen, wo auch immer du essen willst. Und wenn wir dann noch Lust hätten, könnten wir schauen, ob ein Club in der Nähe ist. Wie wäre das?"
Ich war begeistert von dem Plan. "Klingt gut! Lass uns nur gucken, dass wenn wir in den Club gehen sollten, dass wir nicht lange bleiben. Ich will nicht, dass ich ewig weg bleibe und George dann sauer wird, oder er sich Sorgen machen muss." sagte ich, noch unahnend davon, was am Abend passieren würde.
"Einverstanden."
Wir machten uns also auf den Weg zum Strand. Nick breitete eine Decke aus, die er in seinem Rucksack hatte. Ich zog mein Shirt aus und legte mich auf den Rücken. Nick zog auch sein Shirt aus, legte sich aber auf den Bauch. "Erzähl mir was von dir, was hab ich alles verpasst?" unterbrach Nick die Stille. "Naja eigentlich nicht viel. Ich habe für mich rausgefunden das ich Bisexuell bin und mich geoutet. Ich hab mich in George verliebt und ihn für mich erobert, was du ja schon weißt. Ich bin vor ca. 2 Jahren von meinen Eltern und Drista weggezogen und lebe jetzt in einem wirklich viel zu großem Haus für mich alleine. Was du sicherlich auch weißt. Was du definitiv nicht wissen wirst, weil das keiner weiß, ist, dass ich vorhabe George zu fragen, ob er zu mir ziehen möchte. Erst hatte ich vor, dass ich ja zu ihm ziehen könnte, aber dann wiederum habe ich überlegt, dass wir zu dritt zusammenziehen könnten… Und wenn das was mit Karl und dir wird, wäre auch noch Platz für ihn." Bevor ich weiterreden konnte, schloss mich Nick in eine lange Umarmung. Ich wusste, dass er sich in seiner momentanen Wohnung nicht sonderlich wohl gefühlt hat, aber das er sich so über die Idee freut, hätte ich nicht gedacht. Wir umarmten uns immernoch, doch langsam lockerte sich sein Griff. Er schaute mich mit glasigen Augen an. Nick war wirklich kurz davor zu weinen… dabei weinte er nie.
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