Behutsam beobachtete Nathalie nun ihre Hand, welche sie vor ihr Gesicht hielt. Ihr Körper fühlte sich so anders an, leichter und doch stärker. Es war vollkommen anders, als, wenn sie sich in Mayura verwandelte. Ihre Kraft dieses Mal kam nicht von einem Miraculous, sondern von ihr selbst, von den Gefühlen, welche sie so plagten. Jetzt dienten sie ihr als ihre größte Antriebskraft.
Ganz anders als, wenn sie sich Duusus Kräfte borgte.
„Wie gefällt es dir, meine Liebe?" erklangt Hawk Moths Stimme, während eine lila schimmernde Maske erneut vor ihrem Gesicht erschien.
Nathalie antwortete nicht. Viel mehr neigte sie ihren Kopf zur Stelle, vor welcher bis eben noch Duusu war. Der kleine Kwami hatte wohl Reiß ausgenommen und war verschwunden. Nathalie konnte sie nirgendwo erblicken.
„Wenn ich einen Vorschlag äußern dürfte" begann Hawk Moth eine weiteren Versucht eine Antwort von seiner neusten Kreation zu bekommen „Du könntest dich an dem Rächen, der dir dein Herz bricht. Vielleicht findest du ja sogar ein Miraculous auf dem Weg."
Langsam erhob Nathalie wieder den Blick und schaute nun direkt in die Maske vor ihrem Gesicht „Du interessierst dich ja brennend für mein Liebesleben. Hat das einen bestimmten Grund?" sprach sie mit einem leichten Grinsen auf ihren Lippen. Woher kam diese plötzliche Selbstsicherheit? Sonst würde sie alles dafür tun, niemanden an ihren Gefühlen teilhaben zu lassen. War es, weil genau vor Hawk Moth dies unmöglich war? Oder lag es einfach nur an ihrer neuen Gestalt?
„Ich gebe dir lediglich einen Startpunkt. Es steht dir offen, was du nun tun möchtest, solange du mir den Miraculous bringst, solltest du ihn finden." Für einen kurzen Moment konnte Nathalie das Geräusch von knirschenden Zähnen wahrnehmen, bevor Hawk Moth weiter sprach „Von dieser lästigen Frau" fügte er hinzu, was Nathalie wiederum jetzt noch mehr zum Grinsen brachte.
„Was, wenn sie nicht auftaucht?"
„Sie taucht immer auf.. und immer kommt sie mir in die quere."
„Du scheinst sie wirklich nicht leiden zu können."
„Genug über sie!", verkündete Hawk Moth mit einem scharfen genervten Ton, bevor er die Maske verschwinden ließ und damit auch die Kommunikation fürs Erste.
Die Vorstellung, wie er wohl gerade einen genervten angestrengten Blick haben müsste, gefiel Nathalie. Von allen Dingen auf der Welt wollte sie von Hawk Moth ganz bestimmt nicht gemocht werden. Weder als Mayura noch als Nathalie.
Langsam wendete sie sich nun vom Grabstein ihres Vaters ab, hinüber auf eines der Häuserreihen von Paris, auf wessen Dach sie nun sprang und sich in die Ferne begab. Sie hatte sich noch nicht entschieden, mit welchem ihrer Gefühle und der entsprechenden Person sie sich zuerst auseinandersetzten würde. Doch war sie sich sicher, auf dem Friedhof würde Sie sich erst recht nicht entscheiden können.
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Hechelnd und mit einem Affenzahn sauste Duusu ebenfalls über die Dächer hinfort von dem Friedhof, an dem sie mit ansehen musste, wie ihre eigene Besitzerin akumatisiert worden.
Kleine silberne Tränchen schimmerten dabei in ihren Augen, welche über ihre kleinen Wangen in den Wind geweht wurden. Ihren Miraculous, die Brosche des Pfaus hatte sie dabei ganz fest in ihren Armen geklammert.
Was sollte sie jetzt tun? Wem sollte sie diesen Miraculous anvertrauen?
Auf beide diese Fragen gab es für sie logischerweise nur eine einzige Antwort, doch war sie sich auch bei dieser unsicher.
Celine wusste zwar von ihr, hatte die Kräfte, welche Mayura hatte bereits selbst erlebt, doch war sie geeignet dafür, diese Mission bestehen zu können?
Aber was für eine andere Wahl hatte Duusu in dieser Situation schon. Jemand vollkommen Fremden könnte sie ja nicht einfach diese große Verantwortung anvertrauen.
Hastig schaute sich Duusu nach hinten um. Goldeneye schien sie nicht zu verfolgen, also konnte sie der Situation entkommen. Doch tat es ihr trotzdem weh, so etwas mit ansehen zu müssen.
Das Gefühl von Hilflosigkeit machte sich in dem kleinen Wesen breit.
Natürlich hatte sie bemerkt, wie in den vergangenen Tagen etwas Nathalie wohl Sorgen bereitet haben müsste. Doch dass es direkt so viele Sachen gewesen waren, davon wusste sie nichts. Jedoch hatte sie versucht, das Gespräch zu ihr zu suchen, ihr zu helfen, ein offenes Ohr für sie zu haben. Doch fehlten ihr wohl für genau diese die passenden Kompetenzen, wo sie doch leider nur ein Kwami und kein Mensch war.
„Miss Nathalie..." seufze sie leise, bevor sie noch einen Zahn zu legte und schneller flog.
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Hedgehogs Dilemma
Fanfictionein Hedgehogs-Dilemma beschreibt die Situation in welcher eine Gruppe von Igeln die gegenseitige Nähe suchen, um sich in kalten Nächten warm halten zu können. Jedoch müssen sie immer einen gewissen Abstand zueinander halten, da sie nicht vermeiden...
