So, diesmal bin ich trotz Faschingsball wieder pünktlich :) Hoffe euch gefällts :*
Als ich das nächste Mal aufwache, ist es draußen nicht mehr oder noch nicht richtig hell. Mein Kopf tut weh und irgendwie ist mir schlecht. <Wo ist mein Handy?!> Ich sehe mich suchend im Zimmer um, doch es ist noch zu dunkel um etwas auf der Uhr an der gegenüberliegenden Wand ablesen zu können. Also lasse ich den Kopfbereich des Bettes zu einer Lehne hochfahren, sodass ich sitzen kann und öffne vorsichtig die Schublade meines Nachttischs.
Schon nach kurzem Herumtasten habe ich mein iPhone gefunden. <Ob Siri schon wach ist?> Ich schalte es an: Super, sieben Uhr morgens. So früh ist doch keiner in Facebook oder sonst wo on. Doch als ich mich gerade entschließe ein bisschen zu zocken, bekomme ich eine SMS. Um die Zeit? Ich schaue nach: Sie ist von Siri. <<Ich denke du liest das erst später, aber ich kann nicht mehr schlafen und ich habe dir echt einige Sachen zu sagen…>> Ob ich antworten soll?
Ich beschließe zurückzuschreiben: <<Hey, bin auch schon wach.>> Kurz darauf kommt ihre Nachricht:<<Hi, ich hoffe, ich habe dich jetzt nicht aufgeweckt oder so.>> Schnell schreibe ich zurück:<<Nee, hast du nicht, aber was gibt’s denn zu besprechen?>> Ihre Antwort lässt nicht lange auf sich warten:<<Das ist wirklich viel, da reicht Simsen nicht und ich will dir das alles persönlich sagen.>> <<Okay, komm‘ doch vorbei. Ich denke, es wird jetzt bald Frühstück geben und danach fangen die Besuchszeiten an.>> <<Aber die Anderen zwei schlafen noch und ich kann ja nicht einfach Phils Auto nehmen.>> <<Dann schreib‘ ihnen halt einen Zettel, dann nimmst du die S-Bahn und so um halb neun bist du da.>> <<Wenn du meinst. Dann also bis später.>> <<Bis später.>>
Kurz darauf gibt es auch schon Frühstück und ich erfahre, dass ich noch bis Dienstag im Krankenhaus bleiben muss. <Na toll.> Die restliche Zeit vertreibe ich mir mit Zocken, dann klopft es an der Tür und Siri tritt ein. „Hi“, begrüßt sie mich. <Wow.> Sie ist echt das hübscheste Mädchen, das ich kenne: Ihre langen braunen Haare, die sie heute offen trägt, fallen ihr in lockeren Wellen über die Schultern. Ihre vollen Lippen, die Stupsnase und ihre grünen Augen: Ein Traum!
Mein Herz beginnt zu hüpfen und mir wird ganz warm und kribbelig. „Ist was? Seh‘ ich irgendwie komisch aus?“, fragt Siri leicht irritiert, weil ich sie vermutlich ganz schön dämlich anstarre und sieht an sich herunter. „Nein, nein“, schüttele ich schnell den Kopf, „du siehst klasse aus.“
Ein Grinsen breitet sich auf ihrem Gesicht aus: „Danke, du hast seit gestern auch wieder ein bisschen Farbe und so bekommen.“ Ich lächle zurück: „Mir geht’s auch ein ganzes Stück besser. Die haben gesagt, dass ich nur eine leichte Gehirnerschütterung habe, die in ca. zwei Tagen weg ist und dass ich dann auch kurze Strecken mit Krücken laufen darf. Außerdem ist mir nicht mehr so übel und schwindelig. Also insgesamt soll ich einfach Stress und Anstrengung erst mal vermeiden.“
„Okay“, antwortet Siri, doch mehr würde mir an ihrer Stelle auch nicht einfallen, „tut mir übrigens leid, dass es etwas länger gedauert hat, aber ich hab noch eine Kleinigkeit für dich besorgt, weil wir gestern auch nichts mitgebracht haben. Es ist nicht viel, aber ich dachte, damit kannst du mehr anfangen als mit Blumen oder sowas.“ Sie setzt sich auf die Bettkante, holt zwei große Packungen Oreo-Kekse aus ihrer Tasche und reicht sie mir.
„Danke, ist doch genau das Richtige für mich. Machen wir eine auf?“ Siri grinst: „Klar, wie du willst.“ Ich öffne die Packung, jeder von uns nimmt einen Keks und als ich mit meinem fertig bin, frage ich: Also, was wolltest du jetzt alles mit mir besprechen?“ Das Lächeln verschwindet, sie bekommt einen zögerlichen, etwas ernsten Gesichtsausdruck und räuspert sich: „Also, ich will mich entschuldigen für die Nummer im Café und dass ich dich damals so verletzt habe. Das wollte ich wirklich nicht. Außerdem wollte ich dir sagen, dass Nico gestern per SMS Schluss gemacht hat.“
