Lini II

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Hey, ich war wieder aufm Fasching (für die Saison das letzte Mal :D) aber hier ist der neue Part. Würde mich sehr über Kommis freuen :)

<Wo ist Siri?> Ich schaue mich im Zimmer um, ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass es halb neun ist. Gerade bin ich aufgewacht und wollte sehen ob sie auch schon wach ist, aber ihre Matratze ist leer, die Bettwäsche ordentlich zusammengelegt. <Hä?>

Ich beschließe erst mal ins Bad zu gehen, bis dahin wird hoffentlich Phil wach oder sie zurück sein. Aus den Tiefen meines Trollis fische ich meine Waschtasche und tapse durch den Flur. Ich betrachte mich im Badspiegel: Meine Haare sind ein einziges Durcheinander, aber nachdem ich sie mit der Bürste „attackiert“ habe, hängen sie schlaff über meine Schultern. Klar. Ich habe keine Lust sie zu locken, waschen oder sonst irgendwas, also flechte ich sie zu einem lockeren Seitenzopf.

Während ich mit Mascara und Co. in meinem Gesicht hantiere, singe ich leise vor mich hin: „Das ist der letzte Sommer, ooh ja….“ Als ich fertig bin begutachte ich „mein Werk“ im Spiegel: Nicht perfekt, aber okay. Ich schließe die Badezimmertür auf und bekomme einen Riesenschreck als davor plötzlich Phil steht. Er wirkt auch kurz so als ob er sich erschrocken hat, setzt dann aber ein breites Grinsen auf:„Morgen! Schon wach?“ „Guten Morgen. Du doch auch.“, entgegne ich lächelnd.

Phil reibt sich ein bisschen verschlafen die Augen, er ist noch im Schlafanzug, seine Haare stehen in nahezu alle Richtungen. <Süß.> „Stimmt. Gut geschlafen?“, fährt er fort. „Ja, super. Aber irgendwie ist Siri nicht da.“ „Keine Sorge ich war gerade in der Küche und da hab ich einen Zettel von ihr gesehen. Sie besucht TC und kommt so um elf zurück.“ <Achso.>„Was würdest du jetzt zu einem Frühstück sagen?“, fragt Phil weiter. „Klingt gut.“, antworte ich und wir gehen in die Küche. Er dreht sich zu mir: „Was hättest du denn gerne?“

Seine Stimme ist übertrieben vornehm und ich muss ein Lachen unterdrücken. „Küsli wäre cool.“ „Ein Küsli à la Phil de Cuisine - kommt sofort.“ Okay, das war zu viel, lachend setze ich mich auf einen Stuhl am Küchentisch. Ich sehe mich kurz in der eigentlich ganz geräumigen Küche um, richte meine Aufmerksamkeit dann jedoch komplett auf Phil. Er ist ein ganzes Stück größer als ich, deswegen kommt er mühelos an die oberen Schränke, holt zwei Schüsseln und noch ein paar andere Sachen.

„Kann ich dir helfen?“, biete ich mich an. „Nee, brauchst du nicht“, antwortet Phil. Er stellt alle Sachen auf den Tisch und setzt sich mir gegenüber. „Bon appétit!“, fügt er, auf meine Schale deutend, hinzu. „Merci.“ Ich gieße mir kopfschüttelnd, aber lächelnd Kaffee und Milch ein, dann schütte ich Müsli und etwas Zucker hinterher. „Du musst uns ja echt gut kennen. Also, ich meine wenn du sogar Küsli kennst“, meint Phil. „Naja, ich bin nur Abonnentin von euren Kanälen“, grinse ich. <Und ich sehe mir ausnahmslos jedes eurer Videos an.>

„Achso. Du weißt dann also ganz schön viel über uns oder in diesem Fall über mich, aber ich weiß nicht wirklich viel von dir. Nur deinen Namen und dass du schön singst.“ <Oh, Scheiße wie laut habe ich gesungen, als er vor der Badtür stand?!> „Haha“, lächle ich verlegen. „Doch ehrlich. Und was machst du sonst so?“ „Naja, dann danke. Ich bin im Moment in meinem letzten Schuljahr und mache dieses Jahr im Sommer mein Abi. Danach will ich auf jeden Fall studieren, ich weiß bloß noch nicht genau was.“ Peinliches Schweigen.

Phil antwortet nicht, er sieht mich nur forschend an, als ob er versucht, irgendetwas in meinem Gesicht oder an mir zu finden. Auch ich mustere ihn durchdringend: Heute sieht er viel ruhiger, viel entspannter aus als gestern. Doch in seinen Augen liegt etwas, das ich nicht deuten kann. Seine Augen, in die ich versinken könnte. Was ist bloß mit mir los? Ich versuche irgendwie diese merkwürdige Situation zu verstehen, doch es gelingt mir nicht. Nicht, wenn Phil mich die ganze Zeit so ansieht. Vielleicht bilde ich mir das nur ein, aber ich glaube in seinem Gesichtsausdruck eine Art Faszination erkennen zu können.

Das alles geht eine ganze Weile so, bis Phil eine Schnute zieht und wir schließlich beide lachen müssen. Als wir fertig sind (mit Essen und mit Lachen), räumen wir gemeinsam den Tisch ab und da Phil keinen Geschirrspüler hat, helfe ich ihm beim Abwasch. Phil spült, ich trockne ab. Während wir das tun, reden wir über allerhand: Unsere sonstigen Hobbys und vieles mehr, was zeitweise zu kleinen Lach-Flashs und Wasserschlachten führt.

Danach beschließt Phil, sich auch fertig zu machen. „Und weil du Y-Titty ja anscheinend ganz gerne magst, kannst du, wenn du möchtest TC bei „OG vs. TC“ vertreten. Ich kann dich nachher zu OG fahren, er weiß schon Bescheid und er hätte nichts dagegen. Ich muss nämlich noch ein Skript fertig schreiben und da würdest du dich nur langweilen. Keine Sorge, OG hilft dir und falls es überhaupt nicht geht, kann ich auch einspringen, aber ich dachte es könnte dir vielleicht gefallen“, fügt er hinzu.

„Wow“, antworte ich, denn mehr bringe ich vor lauter Überraschung nicht heraus. „Also probierst du es?“, drängt Phil neugierig. „Ja, ich mach’s!“, entgegne ich freudig und umarme ihn stürmisch, nun in der Lage diese tolle Neuigkeit zu begreifen. Jetzt scheint Phil sehr überrascht zu sein und ich merke auch erst, was ich da gerade tue. „Oh, tut mir leid!“, sage ich peinlich berührt. „Kein Thema“, beruhigt mich Phil wieder mit seiner dauerhaft guten Laune, „ich bin froh, dass es dir gefällt.“ Und er fügt hinzu: „Gut, dann gehe ich mich mal fertig machen, du kannst dich in der Zeit ein bisschen hier umsehen. Aber vielleicht besser nicht in meinem Zimmer, das ist durch den ganzen Stress momentan ein einziges Chaos.“

„Okay, bis gleich.“, sage ich. Als ich alleine im Flur bin, beschließe ich direkt in das nächste Zimmer zu meiner Rechten zu gehen: Es ist nicht sehr groß, aber durch die Fenster fällt viel Licht. Jetzt bemerke ich, dass ich mich in dem Zimmer befinde, in dem wir gestern die KomKomShow geschnitten haben, doch das Keyboard in der einen Ecke des Raumes, habe ich gestern Abend noch nicht bemerkt. Ich gehe hin, schalte es an und setze mich auf den Stuhl, der davor steht.

Als ich sieben Jahre alt war, habe ich Klavierunterricht bekommen, bis ich dann mit ungefähr dreizehn genug hatte und seitdem auch nicht mehr viel gespielt habe. Dennoch habe ich jetzt irgendwie Lust darauf, es zu versuchen.

Ich strecke meine Arme und lasse die Fingerknöchel knacken. Vorsichtig lege ich meine Finger auf die Tasten, langsam fange ich an die ersten Noten eines Liedes zu spielen, das ich gerade im Kopf habe, keine davon ist schief. Es ist als ob meine Finger automatisch, ohne dass ich darüber nachdenke, die richtigen Töne finden. Ich spiele das Lied ein paarmal durch, bis meine Handgelenke ein bisschen wehtun. Lächelnd schalte ich das Keyboard wieder aus, doch als ich mich umdrehe, bemerke ich, dass Phil – nun klatschend - in der Tür steht.

„Gut, wirklich gut!“, lobt er mich. „Danke! Spielst du auch oder sieht es nur cooler aus, wenn das Teil manchmal in Videos wie „Ständertime“ zu sehen ist?“, frage ich herausfordernd. „Leider nicht sonderlich gut, vielleicht eher die andere Möglichkeit“, entgegnet Phil leicht verlegen grinsend, „aber das können wir ja probieren, wenn wir wieder zuhause sind, wir sollten uns jetzt echt auf den Weg machen, sonst ist keiner da, wenn Siri zurückkommt.“

Also schnappt er sich seine Autoschlüssel und schließt die Tür hinter uns ab, als wir draußen sind. Es ist zwar schon Anfang April und die Sonne scheint, aber ein leichter Windstoß der kühlen Morgenluft lässt mich frösteln. Phil öffnet die Garage und wir steigen ins Auto, ich nehme auf der Beifahrerseite neben ihm Platz und dann fahren wir los.

Hoffe ihr fandet es gut^^

Y-Titty Fanfiction (Fortsetzung)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt