Verfolgungsjagd

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Auch nicht als der Unterricht schon längst begonnen hat. Elizabeth starrt weiter auf die Tür, bis die zwei Stunden zu Ende sind.
-Warum ist Black nicht gekommen? -
Elizabeth ist zu sehr in ihren Gedanken verschwunden und so muss Severus sie zu Pflege magischer Geschöpfe ziehen.
“Was meinst du wo Black ist?”
Elizabeth hat sich leicht zu Severus rübergelehnt, damit sie in sein Ohr sprechen kann ohne, dass Professor Kesselbrand sie hört.
“Keine Ahnung, aber er war weder in Zaubertränke noch hier.”
Elizabeth nickt.
“Das macht zwar das ihm Ausweichen leichter, aber beruhigen tut es mich nicht wirklich.”
Severus hört seiner Freundin nur mit einem Ohr zu, denn vor allem ist er auf den Professor fixiert und versucht an dessen Unterrichtsstoff interressiert zu wirken. Aber Elizabeth scheint dies nicht wirklich zu bemerken und redet weiter.
“Meinst du bei meinem Zauber ist was schief gegangen und jetzt liegt er auf der Krankenstation?”
Severus zieht seine Augenbrauen nach oben und dreht seinen Kopf gänzlich zu ihr.
“Dafür dass du ihn nicht ausstehen kannst, machst du dir zu viele Sorgen um ihn.”
Empört reißt Elizabeth die Augen auf, wird aber gleichzeitig ein wenig rot. Elizabeth zögert kurz bevor ihr eine geeignete Ausrede einfällt.
“Natürlich mach ich mir Sorgen. Weißt du was für Konsequenzen das haben wird, wenn der Zauber schief gegangen ist?!”
“Darüber hättest du dir Gedanken machen sollen bevor du ihn angewendet hast.”
Elizabeth seufzt und verdreht die Augen.
“Du könntest dich mal ein bisschen mehr in meine Lage einfühlen, Severus.”
Der Junge zuckt nur mit den Schultern, grinst Elizabeth dann aber an.
“Ich kenn dich zwar noch nicht lange, aber in dieser Zeit ist keiner deiner Zauber je fehlgeschlagen. Auch keiner der Neuen. Du bist praktisch ein Naturtalent.”
Elizabeth grinst ihn schief an.
Natürlich ist keiner der Neuen fehlgeschlagen. Sie kann diese ja schon alle.
Und im selben Moment, wie sie diesen Gedanken hat, fragt Elizabeth sich, wie sie überhaupt auf die Idee gekommen ist, dass ihr Zauber nicht geklappt haben könnte.
Entschlossen blickt sie Severus an.
“Du hast recht!”
Severus nickt zustimmen und wendet seine Aufmerksamkeit wieder dem Unterricht zu.
Auch Elizabeth entspannt sich jetzt ein wenig und genießt den Rest der Stunde.
Die Beiden laufen über das Gelände zum Schloss zurück. Und Elizabeth ist wieder einmal so glücklich nach Pflege magischer Geschöpfe, dass sie die Sache mit Black komplett vergisst.
Bis ein lauter Schrei vom rechts erschallt.
“Elizabeth Cave!”
“Oh Scheiße!”
Augenblicklich dreht Elizabeth Severus in die Richtung aus der der Ruf kam und versteckt sich hinter ihm. Vorsichtig schielt sie über seine Schulter.
Black kommt wütend über die Wiese auf sie zugestapft. Er hat ein paar Pflaster im Gesicht, um die Pickel wenigstens ein bisschen zu verdecken, aber Elizabeths Zauberspruch hat ganze Arbeit geleistet. Sein Gesicht ist über und über mit Pickeln übersät.
“Komm her!”
“Nein!” schreit Elizabeth zurück und macht sich noch kleiner hinter Severus. Dieser sieht nur abwartend zwischen den beiden anderen Schülern hin und her.
Black läuft in einem kleinen Bogen um sie herum. Passend dazu dreht Elizabeth ihr menschliches Schutzschild.
“Dein Ernst?! Du willst ihn da mit rein ziehen?”
Elizabeth schaut kurz unsicher über Severus Schulter.
“Er hört sich so an, als würde der dritte Weltkrieg ausbrechen.” meint Severus gelassen.
“Na hoffentlich nicht. Zwei waren schon genug für eine Lebenszeit.”
Severus runzelt die Stirn und blickt Elizabeth über seine Schulter an.
Ihm bleibt jedoch nicht viel Zeit auf das gesagte einzugehen, denn in diesem Moment sprintet Black los, genau wie Elizabeth.
Die beide jagen sich über die Grünfläche, aber Black ist eindeutig der sportlichere der Beiden und holt immer mehr auf.
Elizabeth bemerkt das und überlegt fieberhaft, wie sie den Gryffindor los wird.
Sie schlittert über den Boden und in diesem Moment tritt Professor McGonagall aus dem Schulportal.
Elizabeth wittert ihre Change das ganzen ins Schloss zu verlegen und ihn vielleicht auf den Treppen abzuhängen.
“Professor!” ruft Elizabeth laut und winkt der Verwandlunglehrerin zu.
Professor McGonagall bleibt verwirrt stehen und hält die Tür offen.
Elizabeth flizt vorbei, ruft noch ein lautes “Danke!” und verschwindet im Schloss.
Kurz nach ihr rennt Black an der Lehrerin vorbei, welche den beiden Schülern verwundert hinterher schaut. Sie schüttelt den Kopf und tritt gänzlich aus dem Schloss.
Elizabeth rennt währenddessen auf direkten Weg zu den Treppen, dabei läuft sie fast ein paar Fünftklässler aus Ravenclaw über den Haufen.
Sie dreht den Kopf nach hinten, um zu schauen, wie weit Black hinter ihr ist und beachtet daher nicht den Weg vor ihr.
Sie knallt in einen Bücherturm. Der Hufflepuff vor ihr schaut genau so verdattert wie sie, aber Elizabeth sprintet sofort weiter und ruft dem Jungen noch eine Entschuldigung hinterher.
Elizabeth dreht sich aber nochmal um und sieht wie Black über eines der am Boden liegenden Bücher stolpert. Sie erkennt ihre Chance den Vorsprung zu vergrößern und legt noch einen Zahn zu. Endlich erreicht sie die Treppen. Kurz bleibt sie stehen und überlegt welche der Treppen sich in nächster Zeit bewegt. Schließlich schlägt sie den Weg in den fünften Stock ein und tatsächlich sobald sie die Treppe wieder verlassen hat, dreht sie sich in eine andere Richtung.
Black kommt am Fuß der Treppen an und sieht gerade noch Elizabeth um eine Ecke in einem der höheren Stockwerke huschen.
Elizabeth wird immer langsamer bis sie schließlich komplett stehen bleibt. Sie lehnt ihren Rücken an die Wand und stützt sich auf ihren Knien auf. Langsam beruhigt sich ihr Atem, aber eine lange Pause gönnt sie sich nicht. Sobald sie einigermaßen wieder zu Kräften gekommen ist, setzt sie sich erneut in Bewegung. Dieses Mal aber nicht so schnell wie vorher.
Gedanklich sucht sie nach einem geeigneten Versteck. Zuerst kommt ihr der Gemeinschaftsraum in den Sinn. Niemand würde Black reinlassen, aber irgendwie hat sie das Gefühl, dass er davor Stellung beziehen wird. Also fällt diese Möglichkeit schon einmal weg. Auch Astronomieturm oder Eulerei sind nicht geeignet, da sie meistens nur einen Fluchtweg haben. Draußen ist das Gelände weitläufig. Sobald Black sie aber entdeckt hat, ist er ihr sportlich überlegen und wird sie schnell einfangen. Elizabeth muss also im Schloss bleiben und hoffen, dass ihre vor gut 70 Jahren gesammelt Erfahrungen über Abkürzungen und die Koordination der Treppen ausreichen um dem Jungen lange genug aus dem Weg zu gehen.
So ganz frei auf dem Gang will sie aber trotzdem nicht umher laufen.
An welchem Ort würde Black sie also am wenigsten Suchen oder würde Probleme haben sie zu suchen?
Der Bibliothek.
Denn dort ist rennen und jede andere Art von Lärm strengstens verboten.
Ein Grinsen huscht über ihr Gesicht.
Elizabeth flüchtet sich also in die Bibliothek.
Als sie in den Räumen ankommt und durch die Regalreihen schreitet, fällt ihr Blick auf einen schwarzen Haarschopf, wie gelähmt bleibt sie an Ort und Stelle sehen.
War sie ihm gerade zu in die Arme gelaufen?

Das Mädchen aus dem EisGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt