Observation 1

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Es ist mittlerweile Wochenende und Elizabeth hat sich unter dem Vorwand noch einen Aufsatz für Verwandlung schreiben zu müssen von der Pflicht entsagt mit ihren Zimmergenossinnen einen Spaziergang auf dem Gelände zu unternehmen.
Doch in Wahrheit liegt das Pergamentstück vor ihr seit einer dreiviertel Stunde unberührt. Sie hat sich in einen etwas abseits stehenden Sessel im Gemeinschaftsraum gesetzt und beobachtet die anwesenden Schüler.
Immermal wieder verlassen kleinere Gruppen den Saal, um sich auch nach draußen an die frische Luft zu begeben.
Elizabeth seufzt sie hat bis jetzt weder den Drittklässler, zumindest hätte sie ihn auf das geschätzt, noch einen der beiden Siebtklässler gesehen, die sich vor ein paar Tagen mit Severus über schwarze Magie unterhalten haben.
Da geht die Tür zum Gemeinschaftsraum auf und herein tritt Regulus mit zusammen gezogenen Augenbrauen und verkniffenen Mundwinkeln. Er sieht überhaupt nicht glücklich aus. Seine Kopf dreht sich im Raum umher, wie als würde er etwas suchen.
Als er sich in Elizabeths Richtung dreht winkt sie ihm zu, daraufhin heben sich seine Mundwinkel kurz.
Im selben Moment, wie sie ihre Hand hebt könnte Elizabeth sich verfluchen. Sie hat eine Mission! Und schon wieder hat sie sich von etwas ablenken lassen.
Doch es ist zu spät. Regulus ist bereits auf dem Weg zu ihr.
“Hi.” sagt er leise als er zu der Älteren gelangt.
“Hey, was ziehst du denn so ein mürrisches Gesicht, lächle mal ein bisschen.” fordert sie ihn lachend auf, doch der Black lässt seine Augenbrauen nur noch näher zusammen wandern.
“Komm schon! ” sagt Elizabeth, legt dabei ihren Kopf schief und deutet mit ihren Zeigefingern einen smiley Mund an.
Als Regulus das sieht kann er sich ein Grinsen nicht mehr verkneifen.
“Ja, genau so! So lächelt man!”
Regulus setzt sich in einen Sessel neben Elizabeth.
“Was machst du hier so alleine?” fragt er da.
“Ich schreibe einen Aufsatz für Verwandlung.” meint sie und hält das leere Blatt hoch.
“Klappt sehr gut wie man sieht.”
“Und was machst du hier so alleine?” dreht sie die Frage um.
“Ich bin doch nicht alleine, du bist doch bei mir.” erwidert er grinsend.
Elizabeth lacht über den Kommentar des Jüngeren.
“Da hast du wohl recht.”
Sie respektiert, dass er scheinbar nicht darüber reden will und hakt nicht weiter nach.
“Sag mal hast du Geschwister?” verwirrt über den abrupten Themenwechsel schaut Elizabeth ihn an. Kurz ist sie dazu versucht 'ja' zu sagen besinnt sich dann aber eines besseren und antwortet.
“Nein.”
“Manchmal wünsch ich mir auch, dass ich keine hätte.” meint Regulus und starrt in die Ferne.
“Sagt so etwas nicht. Ich mein ja ihr kriegt euch vermutlich oft in die Haare und dadurch, dass ihr in rivalisierenden Häusern seid noch mehr, aber ein Geschwisterkind zu haben ist immer noch besser als keins.”
“Es sind ja nicht unbedingt die Zankereien, die mich stören, aber ich habe mich von Anfang an darauf vorbereitet immer die Nummer zwei zu sein, der Zweitgeborene, aber seitdem Sirius in Gryffindor gelandet ist, liegt all die Last des Erstgeborenen auf mir.”
Der schwarzhaarige hat seinen Blick gesenkt.
“Du schaffst das schon und wenn nicht die Möglichkeit abzuhauen besteht immer noch.” Elizabeth versucht ihn aufzumuntern ist sich jedoch nicht so sicher ob sie dazu die richtigen Worte gefunden hat.
Aber scheinbar hat sie die Richtigen gefunden denn der Junge sitzt leise lachen im Sessel neben ihr.
“Regulus!” ertönt plötzlich eine Stimme.
Benannter hört auf zu lachen und schaut sich um, ebenso wie Elizabeth. Da erblicken beide einen Jungen auf sie zulaufen, Elizabeth erkennt ihn sofort als den Drittklässler mit dem Severus sich unterhalten hat.
Ohne nachzudenken reagiert sie,
“Wer ist das?” fragt sie.
“Bartemius Crouch Jr.” antwortet Regulus und erhebt sich vom Sessel.
“Ich muss dann los, Elizabeth, man sieht sich.” sagt er, winkt noch kurz und geht dann dem anderen Jungen entgegen.
“Tschüß.” sagt Elizabeth leise.
Als die beiden Jungen nicht mehr in Sichtweite sind, kann sich Elizabeth das Grinsen fast nicht mehr verkneifen. Sie hat den ersten Namen! Doch im selben Moment huscht die nächste Frage durch ihren Kopf.
-Ist Regulus auch ein Teil der Gruppe?-
Geschockt von ihren eigenen Gedanken starrt sie in die Leere.
Nach einiger Zeit rafft Elizabeth sich wieder zusammen und steht auf. Sie bringt ihre Sachen in den Schlafsaal und verlässt den Gemeinschaftsraum.
Ziellos wandert sie durch die Gänge Hogwarts. Sie starrt aus den Fenstern beim vorbei laufen. Viele Schüler sitzen draußen auf der Wiese, die letzten Sonnenstrahlen des Herbst genießend. In der Ferne sieht man die Quidditch Mannschaft von Hufflepuff trainieren. Elizabeth konnte sich nie wirklich für die Sportart begeistern. Sie schaute lieber zu. Aus sicherer Entfernung versteht sich.
Sie betritt das Treppenhaus und lässt die sich bewegenden Treppen sie dahin tragen, wo sie wollen.
Sie richtet den Blick auf ihre Füße und beobachtet, wie sich einer vor den anderen setzt. Es ist ein Wunder, dass sie in niemanden hineinkracht.
Schließlich kommen ihre Beine zu einem Halt, vor ihr ist der Eingang zur Bibliothek.
Sie betritt den Raum und nickt einmal der Bibliothekarin zu. Diese zieht nur skeptisch die Augenbrauen zusammen, denn was hatte eine Schülerin am ersten Wochenende nach Schuljahresbeginn schon in der Bibliothek zu suchen.
Elizabeth schlendert durch die Gänge und versucht sich einzuprägen, wo die verschiedenen Abteilungen sind, da sich seitdem sie das letzte Mal hier war so einiges geändert hat.
Sie nimmt sich gerade ein Buch über die Entstehung der Winkelgasse, als sie die Stimmen mehrerer Schüler hört.
Elizabeth schleicht sich näher an die Quelle heran, dabei stellt sie fest, dass es sich eindeutig um Jungs handeln muss. Die Stimmen kommen aus einer der hinteren Buchreihen.
Sie versteckt sich hinter einem der Bücherregale und zieht vorsichtig eines der Bücher heraus, stellt es zu Seite, um durch den Spalt die Schüler zu beobachten.
Was sie sieht, lässt sie verwirrt die Augenbrauen zusammenziehen.

Das Mädchen aus dem EisGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt