Doch dann dreht der Junge mit den schwarzen Haaren seinen Oberkörper ein wenig und Elizabeth erkennt einen gründlichen Schimmer auf dem Umhang, der nur von einem Slytherinwappen stammen kann. Erleichtert, dass es nur der jüngere der beiden Brüder ist, lässt Elizabeth sich mit dem Rücken an einem der Regale herunter.
Nur kurz gönnt sie sich eine Pause, denn sie muss sich irgendwo verstecken, sodass Black sie nicht findet.
Sie rappelt sich wieder auf und läuft hinter Regulus Rücken vorbei zu den Fenstern. Diese sind mit schweren, alten Vorhängen versehen, die sich perfekt dafür eignen würden sich hinter ihnen zu verstecken.
Elizabeth hebt den schweren Stoff an und stellt sich dahinter, da fällt ihr auf, dass das Fensterbrett gerade breit genug sein sollte, damit sie sich drauf setzten kann.
Ohne Mühe klettert Elizabeth auf das Fensterbrett und zieht den Vorhang vor sich.
Zufrieden mit sich selbst faltet sie ihre Hände und wartet.
Da wird plötzlich der Vorhang mit einem Ruck aufgerissen. Elizabeth erschreckt sich und will nach hinten ausweichen, aber da dort ja das Fenster ist, schlägt sie mit dem Hinterkopf dagegen.
Scharf zieht sie die Luft ein und reibt sich die geschundene Stelle.
“Was in Merlins Namen machst du da?”
Die Person, die den Vorhang weggezogen hat, war niemand anderes als Regulus.
“Hoffen, dass mich den Bruder nicht findet.”
“Na, dann.”
Regulus zieht eine Augenbraue skeptisch hoch, nickt aber dann verständnisvoll und schließt den Vorhang wieder.
Verwirrt blinzelt Elizabeth mehrmals.
Die Zeit vergeht und Elizabeth weiß nicht wie lange sie schon hinter dem Vorhang sitzt. Ihrem Zeit Gefühl nach mehrere Stunden.
Sie schiebt den Vorhang zur Seite, kriecht vom Fensterbrett und streckt ihre Glieder.
“Du hast aber schnell mit dem Verstecken aufgegeben.”
“Warum?”
Regulus schaut von seinem Buch auf.
“Du bist gerade mal ne halbe Stunde hinter dem Vorhang gehockt.”
“Oh, hat sich irgendwie länger angefühlt.”
Elizabeth zuckt mit den Schultern.
Regulus grinst sie an.
“Du hast ein miserables Zeitgefühl.”
“Scheint so.”
Elizabeth zieht sich den Stuhl gegenüber dem Jungen heraus und lässt sich darauf fallen.
Regulus widmet sich wieder seinem Buch.
Schweigen sitzen sie mehrere Minuten so da, als es aufeinmal unruhig in der Bibliothek wird. Interessiert steht Elizabeth von ihrem Stuhl auf.
Da ertönt die laute Stimme der Bibliothekarin und Elizabeth gefriert auf der Stelle.
“Mr. Black, unterlassen Sie es eine solche Unruhe anzustiften oder ich werde Sie aus der Bibliothek werfen!”
Man kann Schritte hören, die sich schnell durch die Bücherreihen bewegen und dem Platz, wo Elizabeth und Regulus befinden immer näher kommen.
“Merde!”
Elizabeth erwacht aus ihrer Starre, aber anstatt sich wieder in ihr vorheriges Versteck zu begeben, verkriecht sie sich unter dem Tisch. Sie hofft, dass man sie unter dem massiven Tisch nicht finden wird.
Aufeinmal stößt etwas gegen ihren Arm. Es ist Regulus Schuh. Der Junge verhackt seinen Fuß in ihrem Ellenbogen und zieht sie in seine Richtung, sodass sein Umhang, den er abgelegt hat, sie verdeckt.
Elizabeth klopft ihm dankend gegen das Schienbein, kauert sich zusammen und hofft.
Kurz darauf sind die Schritte in ihrer Reihe angekommen.
Angespannt hält Elizabeth den Atem an.
Sie hört wie die Schritte stoppen und schließlich auf Regulus zulaufen.
“Hast du Elizabeth gesehen?”
“Dir auch einen guten Tag, Sirius.”
Elizabeth hört wie Regulus sein Buch zuklappt.
“Wie kommst du darauf ich hätte sie gesehen?”
“Du isst öfters mit ihr und den anderen Zwei.”
Sirius lehnt sich mit dem Rücken am Tisch an.
“Ist es ein Verbrechen mit den Schülern seines Hauses zu essen?”
Man kann Sirius Augenrollen praktisch hören.
“Sag mir doch einfach ob du weißt wo sie ist.”
“Nein, ich weiß nicht wo sie ist. Tatsächlich habe ich sie heute noch garnicht gesehen.”
Bei der Lüge des Viertklässlers kneift Elizabeth kurz ihre Augen zusammen. Sirius stößt sich vom Tisch ab und geht auf seinen Bruder zu. Direkt vor seinem abgelegten Umhang bleibt er stehen. Elizabeth kann seine Schuspitzen betrachten, welche immer noch ein bisschen dreckig sind, von wo er sie heute über die Wiese gejagt hat. Sie hält die Luft an und hofft, dass er nicht an dem Umhang hängen bleibt und ihn vielleicht hinunter zieht.
“Bist du dir sicher?” Sirius klingt sehr skeptisch.
“Wenn du mir eh nicht glaubst warum frägst du dann?”
“Was lässt dich vermuten, dass ich dir nicht glaube?”
Regulus setzt sich noch gerader hin und dreht seinen Oberkörper komplett zu seinem Bruder.
“Dein Tonfall.”
“Mein Tonfall ist ganz normal!”
“Nein, eben nicht. Das schwingt so ein ganz kleines bisschen ein 'ich glaub dir kein Stück' mit.”
Sirius stampft mit dem Fuß auf. Vor Schreck weicht Elizabeth ein wenig zurück und stößt beinahe an den Stuhl auf der anderen Seite.
“Ich glaube dir doch. Ich wollt nur sicher gehen, dass du sie vielleicht nicht doch irgendwo gesehen hast.”
“Ich sitze schon den ganzen Nachmittag in der Bibliothek und Elizabeth ist nicht vorbeigekommen.”
Sirius geht auf seinen Bruder zu und legt ihm eine Hand auf die Schulter.
“Ist ok, ich glaube dir ja.”
Er täschelt die Schulter kurz und wendet sich dann zum Gehen. Und dann passiert, dass wovor Elizabeth schon die ganze Zeit Angst hatte. Sirius bleibt an Regulus Umhang hängen und beginnt ihn herunter zu ziehen.
Elizabeth reißt die Augen auf und es scheint so als würde alles in Zeitlupe verlaufen. Der Umgang rutscht Stück für Stück von der Tischplatte. Aber gerade noch rechtzeitig schnellt Regulus Hand vor, greift nach seinem Umhnag und legt ihn wieder ordentlich hin.
“Verdammt, Sirius, pass doch ein bisschen auf.”
Noch einmal bleibt Sirius stehen dreht sich um und entschuldigt sich bevor er schließlich geht.
Nachdem Sirius endlich weg ist wartet Elizabeth noch mehrere Minuten. Schließlich kriecht sie erleichtert unter dem Tisch hervor, stößt einen lauten Seufzer aus und lässt sich auf den Stuhl direkt neben Regulus fallen.
“Danke.”
“Kein Problem.”
Schweigend sitzen die beiden eine Zeit lang da, als Elizabeth beschließt anstatt nur nutzlos rumzusitzen könnte sie auch ein Buch lesen.
Sie holt sich das Buch über die Entstehung der Winkelgasse und nimmt wieder Platz.
Als sie es aufschlägt spürt sie ein komisch Kribbeln, aber sie denkt sich nichts dabei und beginnt zu lesen.
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Das Mädchen aus dem Eis
FanfictionElizabeth Cave ist eine junge Frau, die in einem alten Buchladen arbeitet. Eines Tages bittet Dumbledore sie um Hilfe. Aber ihr Äußeres trügt, denn sie ist nicht wirklich 21 Jahre alt. Welches Geheimnis verbirgt sie? (Geschichte spielt in der Rumtre...
