Kapitel 14

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Als der Pfad endlich wieder gerade verlief war ich nass geschwitzt. Mein Top klebte an meinem Rücken wie eine zweite Haut und der Schweiß lief in Strömen meinen Körper runter. Ich blieb stehen und stütze mich auf meinen Knien ab. Auch die anderen blieben stehen und gönnten sich eine kurze Pause. Nur Ricardo schien dies nicht zu merken, denn er lief einfach weiter. Nach ein paar Metern allerdings, bemerkte er, dass ihm keiner mehr folgte.

"He! Was ist denn mit euch los? Könnt ihr etwa nicht mehr?" Er joggte zu uns zurück. Ich verdrehte genervt meine Augen. Musste er so angeben? "Klar, können wir noch, aber es ist einfach verdammt ekelhaft, diese tropische Hitze. Lass uns kurz durchatmen." Motzte ich ihn an. Er funkelte mich belustigt an. "Fahr deine Krallen ein, kleiner Tiger." "Ich gebe dir gleich kleiner Tiger" , zischte ich und stellte mich gerade hin.

"Jetzt können wir weiter, Mister Anführer." Angriffslustig blickte ich in seine schönen Augen. Er schnaubte nur, drehte sich um und stiefelte los. Kopfschüttelnd folgte ich ihm. Die anderen taten es mir nach.

Der Pfad schlängelte sich nun immer mal wieder durch das Wasser. Unsere Füße wurden zwar ein bisschen nass, aber es war eine Abkühlung. Ab und zu drang die Sonne durch das dichte Blätterdach der Bäume. Vögel zwitscherten ununterbrochen und begleiteten uns den ganzen Weg lang. In den Gebüschen neben dem Weg raschelte es manchmal. Wahrscheinlich irgendein Tier.

Während dem laufen band ich meine Haare zu einem Dutt. So hingen mir die nassen Strähnen nicht mehr im Nacken und er konnte ein wenig lüften. Meine Orientierung hatte ich mittlerweile auch verloren. Selbst die Karte konnte ich nicht mehr lesen, ich hatte keine Ahnung, wo wir gerade waren und wie weit es noch war, bis zu unserem ersten Standort. Ich hoffte, Ricardo wusste es sicher. Ich hatte keine Lust mich zu verlaufen. Aber so selbstsicher, wie er hier durch den Dschungel stolzierte brauchte ich mir keine Sorgen machen.

Er schien überhaupt nicht außer Atem zu sein. Zudem er ziemlich beschwingt den Pfad entlang lief. Hatte er keine Bedenken? Keine Ängste? Wie gerne ich auch so wäre aber ich machte mir wegen jedem Scheiß Gedanken. Ich war wohl ein typischer Overthinker. Ein Seufzer verließ meinen Mund. Ich dachte schon wieder zu viel nach. Ich könnte mich einfach mal auf die Natur konzentrieren, die ich noch nie in meinem Leben gesehen hatte.

Die großen Bäume und die bunten Blumen waren doch ganz interessant. Bei uns im Lager gab es nur normale Blumen, wie Gänseblümchen oder Veilchen. Und auch die Bäume waren im Gegensatz zu diesen hier sehr mickrig. Aber sie hatten ihren Job erfüllt. Sie hatten genügend Schatten gespendet und für frische Luft gesorgt.

Der Pfad wurde dicker. Man konnte nun zu zweit nebeneinander laufen. Tatsächlich drängte sich Joanna neben mich und verwickelte mich in ein Gespräch. "Wie schön es hier ist." Selig lächelte sie vor sich hin. Ihr trauriger Gesichtsausdruck von vorhin war verschwunden, stattdessen hatte sie einen glücklichen Ausdruck. Ihre Augen strahlten und leuchteten mit der Sonne, die immer mal wiederauftauchte, um die Wette.

" Ich habe solche Blumen noch nie gesehen, du?" "Nein. Aber sie sind wirklich sehr schön." Erwiderte ich grinsend. "Naja. Ich bin auf jeden Fall froh, wenn wir endlich ankommen. Ich kann nämlich nicht mehr. Meine Beine schmerzen, genauso wie mein Rücken." Ächzend rieb sie über ihren Rücken. Ich konnte sie verstehen. Durch den schweren Rucksack tat meiner ebenso weh und auch meine Beine fingen langsam an zu schmerzen.

" Da bist du nicht alleine. Ich bin zudem auch noch total müde." Murmelte ich und hob mein linkes Bein, um über eine Wurzel zu steigen. Joan nickte zustimmend. Ich sah wieder nach vorne, direkt auf die breiten Rücken von Ricardo und Adam. Seit wann war der bitteschön bei Ricardo? Ich hatte nicht gesehen, wie er nach vorne ging. Aber vielleicht war ich auch einfach nur wieder in meinen Gedanken versunken gewesen.

Plötzlich blieben die beiden ruckartig stehen, sodass Joanna und ich fast in sie reinliefen. "He, was soll das?" zischte ich. Kommentarlos trat Ricardo zur Seite und gab die Sicht frei auf eine tiefe Schlucht. Mir stockte der Atem. Sie war breit und tief. Sehr tief. Efeu schlängelte sich die Steinige Wand hinunter und wurde irgendwann von der Dunkelheit verschluckt.

Mein Herz raste. Diese Situation war definitiv nicht geplant gewesen, aber was hatte ich erwartet? Niemand konnte sagen, wie es hier draußen war, außer der Bote. Also konnte uns auch keiner vorwarnen. Denn der Bote war schon ewig nicht mehr unterwegs gewesen.

"Und was machen wir jetzt?" fragte Jonah. "Wenn ich das wüsste." Seufzte ich. "Was sagt denn die Karte?" fragte Hunter und Joan zog sie sofort aus ihrem Rucksack. Ricardo, Adam, Joan, Hunter und Jonah blickten auf diese und studierten sie. "Also, laut ihr müssen wir über die Schlucht. Dort geht der Pfad weiter." murmelte Ricardo gedankenverloren. Ich zog meine Augenbrauen zusammen. Irgendwie mussten wir es doch schaffen, über die Schlucht zu kommen. Ich sah mich um. Überall nur Pflanzen und der Pfad, auf dem wir standen.

Neben mir ließ sich Valeria auf den Boden plumpsen. "Tja, ich wusste das die Reise zum Scheitern verdammt ist." Zickig schaute sie alle an. "Und dein Vater ist schuld." Ihr Blick richtete sich auf mich. Ich wurde wütend. Diese eingebildete Zicke. Sie hatte hier nichts zu melden. "Lass meinen Vater daraus. Du hättest auch einfach im Lager bleiben können. Dann hätten wir jetzt wenigstens ein Problem weniger." Joan, Sienna und Jordyn lachten los. Sie konnten Valeria genauso wenig leiden, wie ich.

Sie schnaubte. "Das hätte ich tatsächlich machen sollen." "Ach, wie schön, dass wir einer Meinung sind." Murmelte ich und drehte mich von ihr weg. Mein Blick schweifte wieder über unsere Umgebung. Es musste doch irgendwas geben, womit wir über diese Schlucht kamen. Mir sprang etwas Braunes in mein Blickfeld. Schnell stellte ich meinen Rucksack ab und lief dahin. "River, was machst du? Komm zurück." Rief Joanna besorgt. "Lass sie doch. Dann stirbt sie halt." Hörte ich Valeria murmeln.

Doch das interessierte mich gerade wenig. Denn ich war mittlerweile an dem Gegenstand angekommen. Mein Gesicht hellte sich auf, als ich den langen Baumstamm sah. Ich hatte eine Idee. "He. Ich weiß wie wir über die Schlucht können." Sofort kamen alle zu mir. "Und wie sollen wir den über die Schlucht kriegen?" Eine berechtigte Frage.

Ich zuckte bloß mit meinen Schultern. "Erstmal sollten wir ihn aus dem Gebüsch kriegen." Sofort packten alle an und gemeinsam zogen wir ihn aus dem Gestrüpp. Er war schwer und ließ sich kaum bewegen. Doch langsam zogen wir ihn immer weiter raus, bis er endlich neben der Schlucht lag.

"Vielleicht sollten wir ihn einfach über die Schlucht schieben." Meldete sich Jordyn zu Wort. "Das könnte klappen." Stimmte Ricardo ihr zu. Also schoben wir ihn über die Kante und immer weiter. Dabei achteten wir darauf, dass an unserem Ende viel Gewicht war, sodass er nicht nach vorne kippen konnte. Es klappte. Als der Baumstamm auf der anderen Seite lag, jubelten wir. "Na dann. Auf gehts." rief Ricardo enthusiastisch.

Hey, tut mir leid, dass ich letzte Woche nichts geupdatet habe...

Wie geht es euch?

Mich macht die Situation gerade völlig fertig... Gerade erst sind wir mit Corona wirklich fertig geworden und nun auch noch ein Krieg.

#PrayforUkraine

The Last HumansGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt