Kapitel 16

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Wir liefen bestimmt schon zwei Stunden, seit wir die Schlucht erklommen hatten. "Hier müsste es irgendwo sein." Flüsterte Ricardo plötzlich. Wir blieben stehen und leuchteten die Gegend ab. Es waren deutlich weniger Bäume hier. Das hieß, wir würden bald den Dschungel verlassen.

"Da." Rief Sienna. Sie leuchtete auf ein Baumhaus, welches gut versteckt zwischen den Blättern auf einem Baum stand. "Wow." Entwich es Jordyn. "Na kommt." Ricardo lief mit schnellen Schritten zu dem Baum. Eine Strickleiter baumelte am Stamm im sachten Wind hin und her. Ich war hin und weg, wegen des Baumhauses. Bewundernd betrachtete ich es.

Es war aus Holz, welches schon sehr dunkel war. Eine Art Terrasse war vor dem eigentlichen Haus, welches über zwei Stockwerke verfügte. "Ich geh als erstes." Hörte ich Ricardo sagen. Er kletterte vorsichtig die Leiter hoch. Als er oben ankam, schlich er leise über die Terrasse und öffnete die Türe. Dann war nichts mehr von ihm zu sehen.

Ein paar Minuten später streckte er seinen Kopf über das Geländer." Alles super hier oben, ihr könnt kommen." Dann war er wieder verschwunden. Ich kletterte also die Strickleiter hoch und auf die Terrasse. Ricardo stand grinsend vor mir. "Es ist mega cool hier." Lacht er und zog mich hinter sich her ins Baumhaus rein. Und tatsächlich.

Im unteren Stockwerk war am Anfang eine kleine Küche. Dann folgten ein Sofa und eine Wand, wo eine Türe eingebaut war. Hinter dieser verbarg sich ein Schlafzimmer mit vier Stockbetten. Alleine in diesem Raum konnten schon acht von uns schlafen. Ricardo zog mich die geschwungene Treppe, die mitten im Raum war, hoch. Dort gingen drei Türen ab. Es war eine Etage, die nur halb sie groß war, wie die untere. Die Treppe war gegenüber der drei Türen und neben der Treppe war nur ein Geländer, wo man nach unten blicken konnte.

Ricardo öffnete die erste Türe, wo ein großes Bett stand, im zweiten Raum war ebenfalls ein Bett. Im letzten Raum war eine Art Badezimmer. Ich war geflasht. Das war purer Luxus hier und auch Ricardo sah das scheinbar so. Dieser schaute gerade lächelnd zu mir herunter. Ich hörte die anderen, wie sie unten durch die Eingangstüre kamen. Aber es interessierte mich nicht.

"Wenn wir nicht gerade auf der Flucht wären, würde ich hier wohnen bleiben wollen." Schmunzelnd schaute er sich in dem Raum um. "Besser als die Hütten in den Lagern." Fügte er hinzu. Ich lachte. "Das stimmt." "River, Ricardo? Wo seid ihr?" rief uns Joanna. "Hier oben" rief ich zurück. "Komm, gehen wir runter." Wir verließen das Bad und huschten die Treppe runter.

Die anderen saßen an dem großen Tisch, welcher neben dem Sofa stand. Die Rucksäcke hatten sie in der Küche stehen gelassen. "Da seid ihr ja." Grinste Sienna und wackelte mit ihren Augenbrauen. Ich ignorierte sie und setzte mich neben Joanna auf einen Stuhl. "Gut, ich würde vorschlagen, dass wir uns alle ein wenig frisch machen und dann essen. Danach würde ich relativ schnell schlafen gehen. Morgen geht es nämlich früh weiter." Keiner Widersprach Ricardo.

"Wir haben allerdings nur ein Bad." Merkte ich an. "Dann gehen eben als erstes die Mädchen zusammen und dann die Jungs. Wir duschen ja nicht, sondern machen eine kurze Reinigung." Nickend standen wir Mädchen auf. Bis nachher. Wir verschwanden nach oben.

"Schön, und wo kriegen wir das Wasser her?" fragte Jordyn, als wir im Bad standen und die Eimer inspizierten, die leer auf einem Schrank standen. "Ich habe ehrlich gesagt keine Lust nach unten zu gehen und alleine im Dunklen nach Wasser zu suchen." Zickte Valeria mal wieder rum. "Das müssen wir doch auch gar nicht." Joanna zeigte auf ein Fenster. Sie lief hin, öffnete es und trat zur Seite. Durch das Fenster konnte man einfach auf einen Vorsprung gelangen, wo eine große Holzwanne stand, in welcher bis zum Rand Wasser war.

"Siehst, du musst nicht nach unten." Grinste ich Valeria spöttisch an, nahm einen Eimer und lief zum Fenster. Ich kletterte raus und tauchte den Eimer in die Wanne. Das Wasser war eisig kalt. "Das wird lustig." Murmelte ich und kletterte wieder in das Haus. Die anderen taten es mir gleich, dann schloss Joanna wieder das Fenster. Wir wuschen uns, wobei dies ziemlich schnell ging, da das Wasser einfach viel zu kalt war. Meine Haut war rot vor kälte und ich zitterte. "Hoffentlich werden wir nicht krank." Zustimmend brummten die anderen.

Wir leerten die Eimer aus und gingen dann runter in die Küche, wo die Jungs schon die Dosen auf den Tisch gestellt hatten. "Fertig?" Wir nickten und die Jungs verschwanden nach oben. "Am liebsten würde ich erstmal ein paar Tage hierbleiben." Verträumt blickte Sienna durch den Raum. "Ja, ich auch. Aber leider können wir das nicht, sonst sind wir so gut wie tot." Ich öffnete eine Dose nach der anderen und leerte sie in Schüsseln, die ich in einem Schrank gefunden hatte.

"Was würde ich nur für ein anderes Leben geben. Ohne diese ganze Wer überlebt jetzt? Geschichte." Sienna hatte sich in Rage geredet. Mittlerweile waren auch die Jungs wieder da und Ricardo half mir, die Schüsseln auf den Tisch zu stellen. Landon suchte derweil nach Tellern und Jordyn holte Trinken aus unseren Rucksäcken.

Als endlich alle saßen, aßen wir stillschweigend unser Essen. Schon nach ein paar Bissen hatte ich genug davon. Es schmeckte einfach nur scheußlich nach nichts und ich vermisste Charlies Essen. Seufzend zwang ich mich dazu, den Rest auf meinem Teller aufzuessen und spülte dann mit dem Wasser nach.

"Denkt ihr, die Jäger waren schon in unserem Lager?" fragte Joanna und blickte traurig in unsere Gesichter. Ich zuckte mit den Schultern. "Kann gut möglich sein." Brummte Wesley und schob sich seine volle Gabel in den Mund. Angewidert drehte ich mich weg und schaute stattdessen lieber Ricardo an. Dieser lächelte mich an.

"Gut, Schlafenszeit." Rief er einmal laut durch den Raum und alle standen murrend auf. Wir wuschen noch schnell das Geschirr und räumten alles auf. Dann war die Frage, wer wo schlief. "Ich würde gerne das Einzelzimmer haben." Valeria verschränkte ihre Arme vor der Brust. "Es gibt kein Einzelzimmer." Sagte ich bloß genervt und hob meinen Rucksack hoch. Den würde ich nämlich mit in das Zimmer nehmen.

"Ich würde sagen, dass wir einfach losen." Erwiderte Jordyn und zustimmend nickten alle. Alle außer eben Valeria. Jordyn zog sich ihre Spangen aus ihrem Haar und legte sie in ihre Hand. "Also, wer eine Spange zieht, der geht in eines der oberen Zimmer. Es sind genau drei Stück." Wir nickten alle. Jordyn holte elf Becher, legte die Spangen drunter und vermischte sie. Derweil schauten wir in die andere Richtung.

Jonah war der erste, der zog. Er bekam einen leeren Becher und ging sofort in das Zimmer mit den vier Stockbetten. Wesley, Hunter, Joanna, Landon, Valeria, Adam und Jordyn folgten ihm. Sienna, Ricardo und ich blieben in der Küche stehen. "Dann haben wir also das Glück."Grinste Ricardo. Sienna und ich lachten nickend und gemeinsam gingen wir die große Treppe hoch.

"Gut, wie wollen wir das jetzt hier aufteilen?"" Ich würde sagen, Sienna und ich und du alleine." Brummte ich müde." Okay, dann gute Nacht." Ricardo verschwand hinter seiner Türe und auch Sienna und ich gingen ins Bett.

Was haltet ihr eigentlich so von Valeria?

The Last HumansGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt