~ Kapitel 21 ~

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Ich schlug mein Buch samt Heft zu und steckte den Stift zurück in meine kleine Federmappe

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Ich schlug mein Buch samt Heft zu und steckte den Stift zurück in meine kleine Federmappe.

»Danke für deine Hilfe. Ohne dich hätte ich das sicher nicht halb so gut geschafft.«

Sanft lächelte er mich an. »Kein Problem. Wir wollen ja, dass du deinen Abschluss mit guten Noten schaffst.«

Nickend packte ich die Sachen in meine Tasche zurück. Irgendwie hatte ich das Bedürfnis weiter mit ihm zu reden.

»Trägst du immer einen Anzug ?« »Nein, aber er gehört zu meiner Arbeit. In meiner Freizeit kleide ich mich anders.«

Verständlich nickte ich. »Aber Raúl trägt auch Alltags Sachen, wie Hose und Oberteil.«

Wieder lächelte er mich an. Sein Lächeln war wunderschön. »Ja, aber er ist auch der Boss. Ich bin nur ein Arbeiter.«

Alejandro war viel gesprächiger, als sein Boss. Viel sozialer.

»Dir würde der Chef Titel besser stehen. Du bist kräftiger und siehst gefährlicher aus.«, lachte ich.

Belustigt zog er eine Augenbraue hoch. »Ist das so ?« Nickend bestätigte ich mein gesagtes.

»Versuchst du grade mich gegen meinen Boss zu hetzten ?«

Ganz plötzlich verließ das kleine Lächeln meine Lippen und Schock breitete sich in mir aus. »Nein, auf keinen Fall! Das war garnicht so gemeint.«

Lachend stoppte er meinen verzweifelten Versuch, mich aus dieser unangenehmen Situation heraus zu reden. »Keine sorge. Selbst wenn es so gewesen wäre, lass ich mich nicht so leicht aus der Fassung bringen.«

Erleichtert nickte ich.

Nun war mir die Lust zum Reden aber vergangen. Ich schulterte die Tasche und machte mich still auf den Weg, in mein Zimmer.

Ich würde morgen wieder mit den selben Sachen in die Schule müssen. Es war zwar nichts schlimmes, aber ich mochte es nicht.

Außerdem hatte ich gar keine Pflegeprodukte hier, wie zum Beispiel Zahnbürste und Zahnpasta, oder einen Kamm.

Ich hatte lediglich einen kleinen Spiegel, Creme, Puder und bodyspray in meiner Tasche. Naja, wenigstens etwas.

Mein Blick huschte über die digitale Uhr, welche auf dem Nacht Tisch stand. Es war grade einmal 15 Uhr. Wo war Raúl hingegangen, wenn das Auto erst gegen 20 Uhr bereit sein sollte?

Unwissend, was ich dort überhaupt wollte, lief ich ins Bad und sah mich um. Eine Dusche, eine Badewanne, ein großes Waschbecken, mit einer großen Kommode und eine saubere Toilette.

Ein Blick in die Kommoden werfend, erkannte man frische hellblaue Handtücher, mit dem Siegel des Hotels. Im Wandschrank sah man frisch eingepackte Zahnbürsten und auch eine neu verpackte Zahnpasta.

Na wenigstens hatte sich das Problem gelöst. Selbst Zahnseide war aufzufinden.

Ahnungslos ging ich wieder zurück und lief planlos durch die Suite.

Gott, es war so langweilig.

Alejandro sah mir dabei zu, wie ich von links, nach rechts und von rechts, zurück nach links lief. »Mädchen, halt endlich still. Das kann man sich ja nicht mit ansehen !«

Lachend setzte ich mich auf einen der Sessel und sah zu, wie er den Fernseher anschaltete.

»Nein, bitte nicht. Lass uns einen anderen Film anschauen !«, lächelte ich ihn an.

Er sah sich doch nicht ernsthaft Kriegsfilme an ?!

Streng schüttelte er den Kopf. »Nein. Und jetzt halt den Rand.« Penner. Doch nicht so nett, wie ich zu Anfang gedacht hatte.

Genervt prustete ich aus und versuchte mich auf alles zu konzentrieren, außer auf den laufenden Film. Der Schrei der Frau, als man ihrem Mann den Kopf abschlug, ging mir bis unter die Haut.

Als man seinen Kopf dann auch noch als Fußball benutze, brannten mir allmählich die Sicherungen durch und ich fing an zu schreien.

Genau in diesem Moment trat auch Raúl ein, der direkt auf mich zu kam und den Mund zu hielt. »Was zum Teufel ist hier los ?«

Als ich mich langsam wieder beruhigt hatte, riss ich mich aus dem Griff von meinem Entführer und strich mir einmal über die verschwitze Stirn, an welcher ein paar Härchen klebten. Wütend funkelte ich Alejandro an, der mittlerweile neben seinem Vorgesetzten stand und mich belustigt ansah.

Am lieben würde ich ihm diese Belustigung aus dem Gesicht klatschen !

»Sie verträgt wohl keine Kriegsfilme.«

»Doch. Aber keine, in denen man mit Köpfen Fußball spielt !«, schrie ich schon halb.

Wie konnte man sich sowas auch nur anschauen, ohne mit der Wimper zu Zucken ?

Raúl sah mich streng an. »Du beruhigst dich jetzt und hörst auf hier herum zu schreien. Mach dich lieber für die Schule morgen fertig.«

»Wir haben es erst 16 Uhr, was soll ich da fertig machen ?!«

Er zog seine Augenbrauen zusammen. »Geh in dein Zimmer.«

Ist das sein Ernst ? Er tut so, als wäre er meine Mutter. Genervt verdrehte ich die Augen und lief in das Zimmer.

Gäbe es hier eine Tür, dann hätte ich sie wie ein kleines Kind zugeschlagen. Aber das Privileg blieb mir ja verwehrt.

Bockig verschränkte ich meine Arme und saß angespannt auf meinem Bett. Wäre ich nicht hier eingesperrt, wie ein Tier, würde ich wahrscheinlich zusammen mit meiner Freundin draußen abhängen.

Vor der Tür mit ein paar Sonnenblumen Körnern und ein Redbull. So wie jeden Abend. Es war zur Routine geworden, weil wir uns jeden Tag etwas zu erzählen hatten. Oder einfach nur lästern wollten.

Ich hatte zwar mehrere Freundinnen, aber diese eine, war etwas besonderes... und dass sie ganz bald in die Sache verwickelt werden würde, war mir hier noch unklar.

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The last Game Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt