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Es war der Horror.

Nicht mal das schöne Ambiente konnte die Empore für Mich schmackhaft machen. Alles was ich hier oben hatte war ein kleines Podest mit einer Stange. Kein Käfig, kein Schutz.

Der VIP war ein älterer Herr mit schmierigen Haaren und Protz Auftreten. Er tat so, als würde ihm der gesamte Club gehören. Nach und nach strömten seine "Freunde" herbei, unter denen auch ein bekanntes Gesicht war. Der blonde Typ mit den Sommersprossen, dessen Freund mich bedrängt hatte - hier und im Park.

Verdammt.

Natürlich wusste er wer ich war, schwieg aber. Stattdessen setzte er sich so nah ans Podest, das ich fast nicht an ihm vorbei kam. Jedes Mal glitten seine Hände "zufällig" an meinen Beinen entlang, was das ganze nur noch unangenehmer machte als es ohnehin schon war. Ich hatte allmählich auch nicht den Eindruck als würde mein Unbehagen das ich ganz offen nach außen trug jemandem hier etwas ausmachen. Das einzige was mir jetzt noch half, war der Blick hinunter.

Cole.

Umringt von schönen Frauen gab er sein bestes um der Gesellschaft die ihn gebucht hatte eine Show abzuliefern... Dennoch glitt sein Blick immer wieder zu mir hoch.

Ob er wusste was ich hier durch machte?

"Hey Puppe, du wirst nicht fürs gucken bezahlt. Tanz!", schnippte mich der alte Sack an. "Vielleicht brauchst du auch einfach nur Gesellschaft."

Er kam auf mich zu und der Schweiß rann mir den Rücken hinab. Als die Hände des alten meinen Po berührten konnte ich ein leises knurren nicht mehr zurück halten. Ich war kurz davor zu explodieren.

Ich fühlte mich widerlich schmutzig und benutzt und sehnte mich sogar nach dem Käfig, schließlich war ich dort mehr oder weniger vor Übergriffen geschützt. Doch hier oben begrapscht und bedrängt zu werden war eine Nummer, die auch für mich viel zu groß war. Ich war nicht weinerlich oder schwach, aber niemand würde es hier lange aushalten.

Ich konzentrierte mich, tanzte weiter und legte meinen Fokus auf Cole, um mit ihm Blickkontakt halten zu können. Die Hände auf meinem Körper widerten mich an. Es war falsch was diese Männer hier taten.

Der alte kannte keine Grenzen...
Seine Hand glitt um mich herum. Als ich merkte das er versuchte mein Höschen weg zu schieben schrie ich reflexartig auf. Er bedrängte mich weiter als wäre nichts passiert, doch als meine Handfläche krachend auf seiner Wange landete war der Spuk vorbei. Sein zorniger Blick triefte nur so vor Verachtung.

"Du dummes Weib! Geht man so mit seinen Kunden um?", schrie er. Grob zerrte er mich vom Podest und stieß mich auf das Ledersofa, auf dem der blonde Typ schon gierig seine Hände ausstreckte. Es schien ihnen egal das wir in einem Club waren, das man sie jederzeit bei dem was sie taten erwischen oder gar aufhalten könnte.

"Wir wollen doch nur ne coole Zeit, Süße.", säuselte der Blonde.

Bevor einer von ihnen dazu kam mich unsittlich zu berühren flog an ihren Köpfen etwas vorbei. Alle Köpfe gingen in die Richtung aus der der Gegenstand kam, selbst ich hielt den Atem an und sah verwirrt auf.

Cole bahnte sich einen Weg zu mir, ließ während er sich fort bewegte die restlichen Scherben auf den Boden fallen und ballte seine verletzte Hand zur Faust. Die unbeschadete Hand hielt er mir hin und forderte mich stumm auf, aufzustehen.

Ich griff nach ihr.

Sobald ich stand legte er den Arm um mich. Sein Körper bebte, ob vor Wut oder vor Schmerz wusste ich nicht, allerdings schien es nichts gutes zu bedeuten.

Ein Blick genügte und keiner rührte auch nur einen Muskel. Niemand wollte sich mit Cole anlegen. Langsam schob er mich rückwärts bis er sicher genug war das uns niemand von hinten angreifen würde. Er hatte einen Tunnelblick und ein klares Ziel, also ignorierte er alles auf dem Weg dorthin.

Sam Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt