29 - Ich hab dich

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[Louis]

"Wie sollen wir hier rauskommen?" hauchte ich völlig verzweifelt und schluckte.
Sie hatte mich geküsst. Ich fühlte mich widerlich, benutzt und vor allem irgendwie minderwertig.
Der Druck in meiner Brust war beinahe so groß, dass ich dachte, mein Brustkorb würde platzen. Meine Schulter schmerzte höllisch.

"Hör zu, wir müssen uns beeilen. Sie hat mir das Handy nicht abgenommen." flüsterte Niall und ich sah ihn mit großen Augen an.
"Du musst zu mir rüber. Es ist in meiner Hosentasche."
Ich lauschte noch einmal zur Tür, doch sie schien immer noch nach Wasser zu suchen. Es war mir ein Rätsel, wieso sie nicht einfach den Wasserhahn aufdrehte und ein Glas nahm. Ich war mir ziemlich sicher, dass ich keine Wasserflaschen im Haus hatte.

Langsam und möglichst leise robbte ich zu Niall und mein Herz klopfte wie wild, denn wir hatten wirklich kaum Zeit und mussten schnell handeln. Ich hatte keine Ahnung, ob der Plan aufgehen würde, doch ich war fest entschlossen, es wenigstens zu versuchen. Wir mussten einfach hier raus kommen, irgendwie.
Als ich bei ihm war, versuchte ich mit den Händen auf dem Rücken, nach seinem Handy zu angeln.
Irgendwie gelang es mir, es aus seiner Hosentasche zu ziehen, doch es glitt mir aus den Fingern und fiel mit einem lauten Poltern auf den Boden.
"Fuck" murmelte ich und hörte auf die Geräusche.
Es war still geworden.

"Scheiße, Lou, ruf ihn an!" flüsterte Niall panisch und ich nickte, griff nach dem Handy und verdrehte mir beinahe den Hals bei der Aktion, denn natürlich konnte ich nichts sehen.
"Schnellwahl 1, da ist Zayn." murmelte Niall.
Ich sah ihn kurz verwirrt an, sein Blick war auf das Handy gerichtet und mit knappen, geflüsterten Worten versuchte er mich zu dirigieren.
Meine Hände zitterten und ich bekam es einfach nicht auf die Reihe, fluchte wieder leise.

"Was zur Hölle soll das?!" schrie sie, als sie das Ankleidezimmer betrat. Mit schnellen Schritten war sie bei uns, entriss mir das Handy und warf es in das Schlafzimmer, bevor sie sich zu mir umdrehte und mich schockiert anstarrte.
Niall bedachte sie mit keinem einzigen Blick, sie ignorierte ihn vollkommen.
"Ich hab dir vertraut! Ich dachte du vertraust mir auch!" rief sie aus, griff an meine Schulter und zerrte mich von Niall weg.
Schmerzerfüllt verzog ich das Gesicht. Natürlich hatte sie die Schulter gewählt, die sie vorher verletzt hatte.
"Fuck, das tut weh!" rief ich schmerzverzerrt.
"Das hast du davon!" schrie sie mich an und wirkte völlig verloren und chaotisch, sah sich panisch um.
"Wen habt ihr angerufen?"
Sie rannte zu dem Handy, dass sie erst weggeworfen hatte und schaute darauf. Dann atmete sie tief durch.
Mir war klar, was das zu bedeuten hatte. Wir hatten nichts erreicht. Wie auch, wenn man nichts sehen konnte.

Langsam fing ich an, zu resignieren. Niemand würde uns hier rausholen. Vermutlich würden sie erst kommen, wenn es zu spät war, denn Paul ging ja davon aus, dass er mich erst am nächsten Morgen holen würde.
"Wie spät ist es?" fragte ich leise.
Das Mädchen, dessen Namen ich noch immer nicht wusste, sah mich bedauernd an. "Du warst so lange bewusstlos, Louis. Das tut mir so leid. Es ist bereits morgens. Aber das ist etwas Gutes! Wir haben bereits eine ganze Nacht miteinander verbracht!"
Sie hockte sich vor mich und strahlte mich mit manischem Blick an.
Ich sah sie an voller Hass, was sie bemerkte, denn sie runzelte verwirrt die Stirn. "Wieso siehst du mich so an?"

"Ist dir klar, was du hier machst? Die Polizei wird dich einsperren. Und das für immer."
Sie musterte mich, ihre Augen wurden ganz groß und Tränen schossen aus ihren Augen.
"A-Aber dann trennen sie uns doch!" hauchte sie, in ihrer Stimme ein verzweifelter Unterton.
Schnaubend nickte ich. "Hoffentlich!" spuckte ich ihr entgegen.
Schon im nächsten Moment realisierte ich, dass ich definitiv das Falsche gesagt hatte.
Ihre Mimik wurde starr und sie sah hinunter auf das Messer, das in ihrer Hand war. In der anderen hielt sie das Glas Wasser, dass sie für mich geholt hatte.
"Niemand darf uns trennen." hauchte sie und warf das gefüllte Glas gegen die Wand.

Safe With Me | L.S.Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt