Ich atmete tief durch, dann lief ich erhobenen Hauptes in sein Büro.
„Die Post. Kaffee mit zwei Stücken Zucker und die heutige Ausgabe vom Tagespropheten", ich positionierte alles auf seinem Schreibtisch.
„Evelyn, können wir-" „Ich hab echt eine Menge zu tun Malfoy. Es ist viel liegen geblieben und ich bin beschäftigt." Ich presste ein freundliches Lächeln hervor, ehe ich schnellen Schrittes die Tür hinter mir verschloss.
Erst auf meinem Stuhl fiel mir auf, dass ich zitterte.
Ich wollte weg - weit, weit weg. Dabei hatte ich mich noch nicht einmal bei ihm Bedankt für die letzten Tage. Ohne Malfoys Hilfe wäre ich aufgeschmissen gewesen.
Natürlich hatte mich schon immer dieser Gedanke heimgesucht, dass er Cecilias Vater sein könnte, doch die letzten Tage machten ihn nur noch stärker und präsenter in meinem Kopf. Noch als sie ein Baby war, schimmerte ihr Haar so hellblond, es gab nur einen Menschen, den ich jemals mit solch hellen Haaren gesehen hatte.
Auch ihre Augen hatten dieses Grau. Ein richtiges Malfoy Grau.
Und seit dem ich für ihn arbeitete, fielen mir immer mehr Parallele zwischen den Beiden auf.
Doch jetzt kannte er sie und ich konnte der Stimme in mir nicht nachkommen und einfach wegrennen. Ich konnte einfach nicht. Aus einem merkwürdigen Gefühl heraus, konnte ich ihm das nicht antun, mir nicht antun und vor allem konnte ich es Cecie nicht antun. Sie vergötterte ihn.
Auch wenn wir nicht über das Thema sprachen, wusste ich, sie wünschte sie nichts mehr als einen Vater zu haben. Jemand, zu dem sie Aufschauen konnte, der sie Beschützte, dessen kleine Prinzessin sie sein konnte.
Und Malfoy hatte komplett ins Schwarze getroffen.
Die zwei freien Tage, welche wir viel Zeit miteinander verbrachten, war er Thema Nummer Eins. Sie wollte unbedingt ein Hemd haben - keine Bluse, ein Hemd. Natürlich in Weiß, dazu eine schwarze Stoffhose. Sie wollte so sein wie er.
Ihre Haare trug sie nur noch in einem Dutt, der aber genau so sein musste, wie Draco ihn gemacht hatte.
Und mit Draco war sie im Park.
Mit Draco hat sie dies und das getan.
Draco kann das.
Draco hat dies.
Draco. Draco. Draco.
Es gab nichts anderes, worüber sie noch sprach. Dann hatte sie mir noch einen einfachen silbernen Ring aus den Rippen geleiert.
„Guck mal Mummy, der sieht aus wie der Ring, den Draco trägt."
Ihre kleinen Augen schauten mich so flehend an, ich konnte ihr diesen Wunsch nicht Abschlagen. Das konnte ich generell schon nicht, aber so war es nochmal um Welten schwieriger. Sie trug ihn am linken Ringfinger - genau wie Malfoy. Und sie war so glücklich.
Ich wusste, ich musste ist ihm reden. Doch noch nie in meinem Leben fühlte ich mich so klein, ängstlich und vor allem verletzlich. Cecilia war das Wichtigste in meinem Leben. Ich konnte mich verschließen, meine perfekte Maske aufsetzten und niemanden hinter die Fassade lassen.
Aber sobald es um sie ging, wurde ich weich. Sie sollte all die Liebe bekommen, die mir als Kind fehlte. Sie sollte glücklich sein und ein unbeschwertes Leben führen.
Was, wenn Malfoy sie nicht als seine Tochter annahm? Es würde ihr das kleine Herz brechen. Oder wenn er der Meinung wäre, ich sei eine schlechte Mutter. Sobald er in der Geburtsurkunde eingetragen werden würde, hatte er ebenso das Sorgerecht wie ich.
Ich kannte ihn doch kaum. Ich kannte nur den Malfoy aus Hogwarts. Ein arrogantes, fieses, selbstverliebtes Arschloch, welches der Meinung war, die Welt drehte sich lediglich um ihn. Ein Todesser, dessen Familie Voldemort folgte.
Doch er hatte sich geändert. Die Leute schienen ihm zu vertrauen, sonst hätte er niemals diesen Job bekommen. Er war nett, charmant und wirkte so viel Ausgeglichener als früher. Ich verabscheute ihn nicht mehr so wie in der Schule. Vielleicht konnte ich ihn sogar leiden.
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Hereditas
Fanfiction‚Meine Liebe zu Dir ist Unendlich' Der Krieg ist vorbei. Das Gute hat gesiegt. Und das alltägliche Leben geht weiter. Dies dachte Draco Malfoy zumindest. Doch sein Leben nahm nie richtig Fahrt auf, hatte er sein Herz verloren. Das war so gar nicht M...
