POV: Henry
Der Tag meines Abschieds fühlte sich unwirklich an. Ich saß auf der Bettkante in meinem alten Zimmer, umgeben von leeren Regalen und Kartons. Die Dinge, die mein Zimmer zu einem Zuhause gemacht hatten – die Bücher, die ich gesammelt hatte, die Poster an den Wänden, selbst der kleine Teppich am Bett – waren entweder schon zu Rider geschickt oder ordentlich verpackt. Es war ein seltsames Gefühl, zwischen zwei Welten zu stehen: der Vergangenheit, die ich hinter mir ließ, und der Zukunft, die noch so ungewiss vor mir lag.
Ein leises Klopfen an der Tür riss mich aus meinen Gedanken. „Henry? Darf ich reinkommen?" Es war meine Mutter. Ihre Stimme war ruhig, aber ich hörte die Traurigkeit dahinter.
„Klar, Mom", sagte ich, bemühte mich um einen neutralen Ton und stand auf.
Sie trat ein, ihre Hände verschränkt, als würde sie nach den richtigen Worten suchen. Ihre Augen huschten durch das Zimmer, als wollte sie es sich einprägen, bevor es endgültig leer war. Schließlich sah sie mich an und lächelte leicht. „Es ist so komisch, dein Zimmer so leer zu sehen. Es fühlt sich an, als wärst du gestern erst hier eingezogen."
Ich nickte und kratzte mich nervös am Hinterkopf. „Ja, irgendwie... ist es komisch. Es fühlt sich noch nicht echt an."
Sie kam näher, legte ihre Hände auf meine Schultern und zog mich in eine Umarmung. „Henry, ich bin so stolz auf dich. Wirklich. Du gehst deinen Weg, und das ist das Wichtigste. Aber, mein Schatz, ich werde dich unglaublich vermissen."
Ihre Worte trafen mich wie ein Schlag, und ich spürte, wie mir die Kehle eng wurde. Ich umarmte sie fest zurück. „Ich dich auch, Mom. Es ist nur... ich weiß, dass das richtig ist. Rider und ich..."
„Ich weiß, Henry", unterbrach sie mich sanft. „Ich sehe, wie er dich ansieht. Und ich weiß, dass er dich glücklich macht. Das ist das Einzige, was für mich zählt."
Ich zog mich leicht zurück und sah ihr ins Gesicht. „Ich verspreche dir, ich komme so oft wie möglich vorbei. Und du kannst mich jederzeit besuchen. Rider wird sich freuen, dich kennenzulernen."
„Darauf halte ich dich fest", sagte sie mit einem traurigen Lächeln. Sie strich mir über die Wange, so wie sie es immer getan hatte, als ich ein Kind war.
Später, als wir draußen am Auto standen, wurde der Abschied noch schwerer. Mein Koffer war verstaut, und Rider hatte angeboten, mich abzuholen, aber ich wollte den letzten Weg von Zuhause allein gehen.
„Pass auf dich auf, okay?" sagte meine Mutter, ihre Stimme bebte leicht.
„Ich verspreche es", sagte ich und versuchte, meine Fassung zu bewahren.
„Und vergiss nie, dass du immer hierher zurückkommen kannst. Dieses Haus wird immer dein Zuhause sein, Henry."
Ich konnte nicht mehr antworten, nur nicken. Die Tränen brannten in meinen Augen, als ich sie noch einmal fest umarmte. „Ich liebe dich, Mom."
„Ich liebe dich auch, mein Schatz. Immer."
Die Fahrt zu Rider war eine Mischung aus Nervosität und Vorfreude. Mein Herz klopfte schneller, je näher ich seinem Haus kam. Als ich schließlich vor seinem Zuhause anhielt, wartete er bereits vor der Tür. Sein breites Lächeln und die Freude in seinen Augen ließen meine Zweifel und Ängste verblassen.
„Hey", sagte er, als ich ausstieg, und zog mich sofort in eine feste Umarmung.
„Hey", erwiderte ich, ein wenig außer Atem.
„Bist du bereit für dein neues Zuhause?" Seine Stimme war voller Wärme, und ich konnte nicht anders, als zu lächeln.
„Ja", sagte ich ehrlich. „Ich denke schon."
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Mein Leben als Omega (bxb,Mpreg)
WerewolfLuke lebt als Omega in einem Werwolf-Rudel, einer Position, die ihm nicht nur geringes Ansehen, sondern auch viele Herausforderungen einbringt. Tief in seinem Herzen sehnt er sich nach Respekt, Akzeptanz und seiner wahren Liebe - seinem Gefährten. H...
