Kapitel 18

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Der Unterricht zieht sich endlos in die Länge. Ich sitze in der letzten Stunde – Persönliche Bildung, wie ironisch – und versuche, mich zu konzentrieren. Es klappt nicht. Jede Sekunde fühlt sich an wie eine Ewigkeit. Die Zeiger der Uhr bewegen sich quälend langsam, und mein Blick wandert immer wieder hinüber. Noch 15 Minuten.

Mein Herz schlägt schneller, je näher das Ende der Stunde rückt. Noch 10 Minuten. Ich zähle innerlich die Sekunden, während der Lehrer vorne irgendetwas erklärt, das ich schon nach fünf Minuten vergessen haben werde. Noch 8 Minuten. Es fühlt sich an, als hätte jemand die Zeit angehalten, nur um mich zu quälen.

Endlich – endlich! – ertönt das erlösende Läuten der Schulglocke. Der Klang, der normalerweise den Beginn meines Nachmittags bedeutet, hat heute eine ganz andere Bedeutung. Ich bin einer der Ersten, die ihre Sachen zusammenpacken, und schieße regelrecht aus dem Klassenraum, hinaus auf den Hof.

Als ich Jack sehe, wie er lässig am Schultor auf mich wartet, spüre ich, wie sich meine Nervosität mit Vorfreude mischt. Er sieht mich, lächelt, und mein Herz macht einen kleinen Sprung. Bevor ich richtig reagieren kann, steht er vor mir und küsst mich. Es ist ein flüchtiger Kuss, aber genug, um mich sprachlos zu machen.

Es ist komisch, aber auch irgendwie wunderbar. Natürlich, wir haben schon miteinander geschlafen, und ich erwarte sein Kind, doch dieser Kuss fühlt sich wie eine Bestätigung an. Ein Zeichen dafür, dass wir das hier wirklich zusammen durchziehen wollen.

„Hey", sagt er, seine Stimme ruhig, aber mit einem Hauch von Wärme.

„Hey", erwidere ich leise, während ich versuche, meine Freude nicht zu offensichtlich zu zeigen.

Wir machen uns auf den Weg zu mir nach Hause. Der Weg fühlt sich gleichzeitig zu kurz und zu lang an, während wir über belanglose Dinge reden. Smalltalk, der mir normalerweise schwerfallen würde, doch mit Jack ist es irgendwie leicht. Wir reden über die Schule, über Lehrer, und sogar darüber, was es heute Abend zu essen gibt.

Als wir bei mir ankommen, öffne ich die Tür und lasse ihn hinein. Meine Mutter ist nicht da – zum Glück. Das gibt uns ein wenig Zeit, uns ungestört zu unterhalten.

In meinem Zimmer angekommen, setzt sich Jack auf mein Bett und sieht mich neugierig an. „Okay, schieß los. Wann hast du eigentlich erfahren, dass du... schwanger bist?" fragt er mit einem halb amüsierten, halb neugierigen Blick.

Ich zögere kurz, setze mich neben ihn und erzähle ihm dann alles. Wie ich wegen der morgendlichen Übelkeit zum Arzt gegangen bin, wie ich das Ultraschallbild bekommen habe, und wie sehr ich mich vor unserem Gespräch heute gefürchtet habe.

Jack hört aufmerksam zu, nickt gelegentlich, und ich sehe, wie sich sein Gesichtsausdruck verändert, als ich erwähne, wie nervös ich war, ihm davon zu erzählen. Besonders, als ich sage, dass ich Angst hatte, er würde mich oder das Kind ablehnen.

„Warum zur Hölle dachtest du das?" fragt er plötzlich, und sein Tonfall klingt ernst.

„Ich weiß nicht... ich dachte einfach... ich meine, wir kennen uns noch nicht so lange, und das ist so eine riesige Sache. Ich hatte Angst, dass du überfordert sein könntest."

Jack schüttelt den Kopf und sieht mich direkt an. „Luke, ich bin vielleicht überrascht gewesen, aber ich bin froh. Echt. Das hier ist... groß, klar. Aber ich will das mit dir zusammen machen. Ich lasse dich damit nicht allein."

Seine Worte treffen mich tief, und ich merke, wie sich ein kleiner Knoten in meinem Bauch löst. Es tut gut, das zu hören. Wirklich gut.

Der Rest des Nachmittags verläuft entspannter, als ich es erwartet hatte. Wir spielen an meiner PS4 – er besteht darauf, dass ich ihn niemals bei „FIFA" schlagen werde, doch ich gewinne trotzdem. Es fühlt sich beinahe normal an, so wie wir lachen und uns gegenseitig necken.

Später essen wir gemeinsam Abendbrot. Meine Mutter schaut Jack neugierig an, stellt aber keine peinlichen Fragen. Noch nicht, zumindest. Als er schließlich aufbricht, steht er an der Tür und sieht mich ernst an.

„Ich hole dich morgen ab", sagt er. „Wir fahren zusammen zur Schule. Und danach bringe ich dich auch wieder nach Hause."

Ich nicke, überrascht, aber auch irgendwie dankbar. Es ist schön, zu wissen, dass er wirklich da ist – dass er nicht nur Worte macht, sondern auch handelt.

Als er geht, bleibe ich noch einen Moment in der Tür stehen und sehe ihm nach, wie er die Straße hinunterläuft. Ich schließe die Tür, gehe in mein Zimmer und lege mich aufs Bett. Für einen Moment schließe ich die Augen und lasse alles sacken.

Vielleicht wird das alles schwer. Vielleicht wird es sogar verdammt schwer. Aber in diesem Moment fühle ich mich sicherer, als ich es seit Wochen getan habe. Jack ist da. Und das ist ein Anfang.


Mein Leben als Omega (bxb,Mpreg)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt