POV: Liam
Es ist mein 18. Geburtstag, und ich kann die Spannung förmlich in der Luft spüren. Meine Eltern und ich sitzen am Esstisch, der mit allem gedeckt ist, was ich am liebsten esse: frisch gebackenes Brot, gebratene Pilze, Wildschweinbraten und meine Lieblingssuppe. Die Aromen vermischen sich, und es fühlt sich an wie jeder andere Geburtstag, den wir je zusammen gefeiert haben – aber heute ist anders. Heute wird alles verändert.
Ich kann es kaum fassen, wie schnell die Jahre vergangen sind. Noch vor wenigen Tagen fühlte sich das Thema Gefährte weit entfernt an, als würde es etwas für später sein. Etwas, auf das ich noch nicht vorbereitet war. Aber jetzt, genau in diesem Moment, weiß ich, dass es gleich so weit ist. In zehn Minuten.
Der Timer auf dem Küchentisch tickt ruhig vor sich hin, und jeder der Ticks fühlt sich wie ein Schlag in meinem Herz an. Noch zehn Minuten, dann werde ich wissen, was alle um mich herum schon wissen. Dann werde ich wissen, wer mein Gefährte ist.
„Bist du aufgeregt?", fragt meine Mutter mit einem Lächeln, das ich genau erkenne – es ist das Lächeln, das sie nur aufsetzt, wenn sie weiß, dass ich mit einer großen Entscheidung konfrontiert bin. Sie sieht mich an, als könnte sie in meinem Inneren lesen, auch wenn ich versuche, ruhig zu bleiben.
Ich nicke, versuche ein Lächeln zu erwidern, aber es fühlt sich steif an. Aufgeregt? Ja, das ist noch untertrieben. Ich weiß nicht, was mich erwartet, und das ist das Ungewisse, das mich so nervös macht. Das Ungewisse, das mich vor diesem Moment immer zurückgehalten hat. Doch jetzt, wo der Timer so unaufhaltsam auf die letzten Minuten zusteuert, kann ich das Gefühl nicht mehr verdrängen.
„Du wirst es nicht bereuen", sagt mein Vater plötzlich, seine Stimme fest und ruhig wie immer. „Es ist dein Schicksal, Liam. Ihr beide werdet euch finden. Das ist die Art, wie es bei uns immer war."
Ich atme tief durch. Ja, das weiß ich. Aber trotzdem, es fühlt sich an, als würde ein ganz neuer Teil von mir in diesem Moment geboren werden – ein Teil, den ich vielleicht noch gar nicht wirklich kenne.
Der Timer tickt weiter, und ich kann den Herzschlag in meinen Ohren hören, der in immer schneller werdenden Schlägen anschwillt. Noch zehn Minuten.
Mein Blick kehrt zu meinen Eltern zurück. Ihre Miene ist ernst, aber auch voller Vorfreude. Ich weiß, sie haben mich nie gedrängt, den Moment zu erkennen, sie haben mir Zeit gegeben. Doch jetzt ist er da. Dieser Moment, der alles verändert.
„Noch zehn Minuten", murmle ich, und die Worte scheinen so surreal, als würde ich in einen Traum eintauchen, den ich nie wirklich begreifen konnte.
Meine Mutter nimmt meine Hand, ihr Blick beruhigend, aber voller Wärme. „Du bist bereit, Liam. Du bist immer schon bereit gewesen. Jetzt ist es Zeit, dass du das auch selbst erkennst."
Ich nicke, versuche meine Nervosität zu verdrängen. In mir brodelt ein Sturm aus Fragen und Unsicherheiten. Doch tief in meinem Inneren weiß ich, dass diese letzten Minuten etwas Unglaubliches bringen werden. Etwas, das ich nie wieder rückgängig machen kann.
„Was, wenn ich es nicht erkenne?", frage ich plötzlich. Meine Stimme klingt leise, fast ängstlich. Doch ich höre die Antwort bereits in meinem Inneren.
„Du wirst es wissen", sagt mein Vater mit einem leisen Lächeln. „Es gibt keinen Zweifel. Du wirst wissen, wer es ist."
Der Timer läuft weiter, die letzten Sekunden zählend. Noch zehn Minuten, dann werde ich erfahren, was mein Leben für immer prägen wird. Und in meinem Herzen gibt es nur eine leise, aber unaufhaltsame Wahrheit: Ich weiß, wer dieser jemand ist.
Es ist soweit. Der Timer ist auf Null. Ein stechendes Gefühl zieht durch meinen Körper, ein unaufhaltsamer Drang, der mich förmlich in die Welt hinauszieht. Es ist, als würde alles in mir auf diesen Moment warten. Ich verabschiede mich hastig von meinen Eltern, obwohl ihre beruhigenden Worte mich kaum erreichen, und laufe los. Der Wald empfängt mich mit offenen Armen, und in der stillen Schönheit der Bäume finde ich einen Moment der Ruhe. Doch mein Herz schlägt schneller, je näher ich Balthazars Haus komme. Es fühlt sich an, als würde der ganze Wald wissen, was jetzt passieren muss.
Als ich vor seinem Haus stehe, entdecke ich ihn in der Tür. Balthazar. Er steht da, als hätte er auf mich gewartet, als wüsste er genau, dass dieser Moment kommen würde. Ich bleibe stehen und blicke ihn an. Ein sanftes Lächeln zieht über sein Gesicht, doch es gibt keinen Zweifel in meinem Inneren, dass er weiß, warum ich hier bin.
„Wir müssen reden", sage ich, und meine Stimme klingt fester, als ich mich fühle.
Balthazar tritt zur Seite, und ich trete ein. Die Luft im Raum fühlt sich anders an, als würde sie sich auf diesen Moment vorbereiten. Wir setzen uns an den Küchentisch, und ich blicke ihm direkt in die Augen.
„Warum hast du mir nichts gesagt?", frage ich, und meine Stimme hat einen scharfen Unterton, den ich nicht verbergen kann. „Ich habe mich immer gewundert, warum ich mich so zu dir hingezogen fühle. Warum du immer in meinen Gedanken bist. Und dann, nach deinem 18. Geburtstag... hast du dich plötzlich immer mehr von mir entfernt. Du hast nie wieder wirklich etwas mit mir unternommen, nur noch, wenn unsere Freunde dabei waren."
Ich atme tief durch, die Worte fallen schwer. Es gibt so viel, das ich ihm sagen will, und es fühlt sich an, als hätte es sich all die Jahre angesammelt. Doch jetzt, da ich es ausspreche, ist es noch schmerzhafter, als ich dachte.
„Ich dachte mir schon, dass ich dein Mate bin, aber es hat mich verletzt", fahre ich fort. „Es hat mich verletzt, dass du dich immer mehr abgewandt hast. Ich habe mich gefragt, was ich falsch gemacht habe, warum du mich plötzlich so gemieden hast. Warum ich das Gefühl hatte, als würde ich nicht mehr wirklich zu dir gehören."
Ich versuche, ihn zu lesen, doch es fällt mir schwer, seine Gedanken zu deuten. Alles, was ich will, ist, dass er mir die Antwort gibt, die ich so lange gebraucht habe.
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Mein Leben als Omega (bxb,Mpreg)
FantasyLuke lebt als Omega in einem Werwolf-Rudel, einer Position, die ihm nicht nur geringes Ansehen, sondern auch viele Herausforderungen einbringt. Tief in seinem Herzen sehnt er sich nach Respekt, Akzeptanz und seiner wahren Liebe - seinem Gefährten. H...
