Kapitel 43

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Der nächste Morgen ist still und ruhig, doch die Gedanken in meinem Kopf sind alles andere als das. Ich kann die Worte meiner Eltern nicht einfach aus meinem Kopf bekommen. Der Zweifel, den sie in mir gesät haben, nagt an mir, während ich versuche, mich zu sammeln und das Gespräch zu suchen. Sie müssen verstehen, dass sie mir vertrauen müssen – dass sie das Schicksal respektieren müssen, das uns mit Balthazar zusammengeführt hat.

Ich weiß, dass es nicht einfach ist, vor allem nicht für sie, aber ich muss es ihnen erklären.

Nach dem Frühstück gehe ich direkt zu ihren Zimmern. Als ich die Tür öffne, sehen sie mich beide an, aber diesmal spüre ich keine Erleichterung in ihren Augen, sondern noch immer diese besorgte Miene. Sie haben die ganze Nacht nachgedacht, und ich weiß, was sie denken. Sie sorgen sich um mich, aber sie müssen verstehen, dass ich kein Kind mehr bin. Ich muss meine eigenen Entscheidungen treffen.

„Liam, wir müssen reden", sagt meine Mutter, als sie mich sieht, und auch mein Vater schaut mich mit einem ernsten Blick an.

Ich atme tief durch und schließe die Tür hinter mir. „Es tut mir leid, dass ich gestern so reagiert habe", beginne ich, „aber ich will, dass ihr versteht, dass ihr mir vertrauen müsst. Ich bin alt genug, um zu wissen, was ich tue."

„Du bist noch so jung", sagt mein Vater leise. „Und er ist schon Mitte zwanzig, Liam. Wie kannst du sicher sein, dass er weiß, was er mit dir anrichtet?"

Ich schüttele den Kopf. „Es geht nicht darum, wie alt er ist oder wie alt ich bin. Es geht darum, dass er mein Gefährte ist, und ich weiß, dass er mich niemals zu etwas zwingen würde, was ich nicht will. Das Schicksal hat uns zusammengeführt, und ich glaube an dieses Schicksal. Wir müssen ihm vertrauen."

„Aber Liam...", meine Mutter setzt an, doch ich unterbreche sie.

„Ich verstehe eure Sorgen", sage ich, meine Stimme jetzt fest, „aber ihr habt kein Recht, euch in meine Beziehung einzumischen, nur weil es euch nicht gefällt oder weil ihr denkt, dass er mir schaden könnte. Ihr könnt mir vertrauen, dass ich in der Lage bin, selbst zu entscheiden, was gut für mich ist. Und wenn Balthazar mir jemals schaden sollte – nur dann, aber nur dann – wird es anders aussehen. Doch ich weiß, dass er mir nichts Böses will. Er liebt mich."

„Und du liebst ihn?" fragt mein Vater, seine Stimme jetzt weicher.

„Ja, das tue ich", antworte ich ohne zu zögern. „Ich liebe ihn. Und es tut mir leid, dass ihr das Gefühl habt, ich könnte euch oder mir selbst wehtun, aber ich weiß, dass wir zusammen stark sind. Ihr müsst mir vertrauen, genauso wie ich an euch glaube."

Für einen Moment herrscht Stille, und ich kann sehen, wie die beiden sich anschauen, als würden sie in Gedanken wägen, was sie mir antworten sollen. Die Bedenken in ihren Augen sind immer noch da, aber ich merke, dass sie beginnen, zu verstehen.

„Ich will nur, dass du glücklich bist", sagt meine Mutter schließlich, ihre Stimme leiser als zuvor. „Aber wir müssen dich auch beschützen."

„Und wir werden immer da sein, falls du uns brauchst", fügt mein Vater hinzu. „Aber du hast recht, du musst deinen eigenen Weg gehen. Wir vertrauen dir."

Es ist nicht alles perfekt, aber ich fühle eine Erleichterung in mir. „Danke", sage ich und spüre, wie die Last, die auf meinen Schultern lag, ein kleines Stückchen leichter wird. „Ich verspreche euch, dass ich immer mit euch reden werde, wenn es ein Problem gibt. Aber ihr müsst uns auch unseren Weg lassen."

„Das werden wir, Liam", sagt meine Mutter und nickt. „Ich hoffe nur, dass wir keine falsche Entscheidung treffen."

„Wir müssen es dem Schicksal überlassen", fügt mein Vater hinzu. „Und wenn es so ist, dann ist es richtig."

Ich nicke zustimmend. „Genau."

Es fühlt sich an, als wäre ein Hindernis überwunden, und ich kann endlich tief durchatmen. Mein Verhältnis zu meinen Eltern ist nicht einfach, aber ich weiß, dass sie mich lieben und nur das Beste für mich wollen. Vielleicht verstehen sie jetzt, dass ich in der Lage bin, meine eigenen Entscheidungen zu treffen, auch wenn sie schwer zu akzeptieren sind.

„Ich gehe jetzt zu Balthazar", sage ich schließlich, „wir sehen uns später."

„Viel Glück, Liam", sagt mein Vater und schenkt mir ein kleines Lächeln. „Pass auf dich auf."

„Ich werde", antworte ich und gehe zur Tür.

Ich kann es kaum erwarten, ihn zu sehen, nach all den Gesprächen, nach all den Ängsten, die wir miteinander geteilt haben. Vielleicht ist es der Drang, ihm zu zeigen, dass ich jetzt bereit bin. Bereit, mich ihm hinzugeben, bereit, mich zu öffnen. Bereit, die Entscheidungen zu treffen, die ich in meinem Leben treffen muss, ohne mich von Ängsten oder Zweifeln zurückhalten zu lassen.

Als ich vor seinem Haus stehe, bin ich nervös, und ich kann fühlen, wie mein Herz schneller schlägt. Doch als ich die Tür öffne und ihn dort vor mir sehe, wird all das Unbehagen von einem warmen Gefühl der Sicherheit verdrängt. Balthazar steht in der Tür, ein kleines Lächeln auf den Lippen, und in seinen Augen ist dieses beruhigende Vertrauen, das mich immer wieder zu ihm zieht.

„Liam", sagt er, und seine Stimme ist warm und einladend. „Schön, dich zu sehen."

„Ich wollte dich sehen", antworte ich einfach und gehe auf ihn zu. Irgendwie fühlt sich alles gerade so... natürlich an. Fast als hätte ich nie einen Moment der Unsicherheit gehabt.

„Komm rein", sagt er, und ich folge ihm ins Haus. Es ist wie immer – ruhig, gemütlich, mit diesem Gefühl der Geborgenheit, das ich nur hier bei ihm finde.

Wir setzen uns auf das Sofa, und für einen Moment ist es still zwischen uns. Doch ich kann den Knoten in meinem Magen spüren. Es gibt noch immer so viele Dinge, die wir klären müssen. Dinge, die ich noch nicht ganz verstehe.

„Balthazar", beginne ich und sehe ihn ernst an. „Ich habe über vieles nachgedacht. Was meine Eltern gesagt haben, was ich über uns denke... Aber auch, was du mir gestern gesagt hast. Ich will dir nicht das Gefühl geben, dass ich unsicher bin, aber..."

„Du musst nicht alles wissen", unterbricht er mich sanft, „Ich will nicht, dass du dich unter Druck gesetzt fühlst. Du bist noch jung, Liam. Und du hast noch so viel vor dir. Ich bin hier, wann immer du bereit bist."

Ich spüre, wie sich die Spannung in meinem Körper löst. Ich will ihm nicht sagen, dass ich mir nicht sicher bin, dass ich Angst habe, wie das alles sich entwickeln wird, aber in diesem Moment spüre ich, dass ich mit ihm einfach sein kann, ohne Angst zu haben. Er wird mich nicht drängen, er wird mich unterstützen.

„Ich weiß, dass du immer für mich da bist", sage ich schließlich und lege meine Hand in seine. „Und ich will das auch. Ich will dir vertrauen und wissen, dass du nicht einfach... weggehst."

Balthazar schaut mich an, und seine Augen sind voller Verständnis. „Ich werde nie weggehen, Liam. Es tut mir leid, dass du das Gefühl hattest, dass ich mich entfernt habe. Aber du bist nicht alleine, das weißt du, oder?"

Ich nicke, und in diesem Moment weiß ich, dass wir uns beide von dem zurückhalten mussten, was wir wirklich wollten. Aber jetzt fühlt sich alles so viel klarer an.

„Ich liebe dich", sage ich schließlich. Es ist nicht mehr nur ein flüchtiger Gedanke, es ist etwas, das tief in mir brennt, das Gefühl, dass es jetzt an der Zeit ist, uns diesen Moment zu schenken, uns wirklich zu verstehen.

Balthazar sieht mich mit einer Mischung aus Erstaunen und Freude an. „Ich liebe dich auch, Liam. Und ich bin froh, dass du hier bist."

In diesem Moment gibt es keine Zweifel mehr, keine Fragen. Nur das Gefühl, dass wir zusammengehören, dass wir durch alles hindurch zusammenstehen können, was das Leben uns auch bringen mag.

Mein Leben als Omega (bxb,Mpreg)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt